TSV 1860: Wie Daniel Bierofka die Löwen zu einer Einheit formt

Beim TSV 1860 legt Coach Bierofka im Trainingslager in Windischgarsten besonderen Wert auf Teambuilding. Er will auch "zusammen grillen. Wir haben in der Liga nur eine Chance, wenn wir ein Team werden".
| Matthias Eicher
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Daniel Bierofka schwört sein Team derzeit in Windischgarsten auf die neue Saison vor.
sampics/Augenklic Daniel Bierofka schwört sein Team derzeit in Windischgarsten auf die neue Saison vor.

Windischgarsten - Marco Hiller – Herbert Paul, Felix Weber, Dennis Erdmann, Phillipp Steinhart – Daniel Wein, Simon Seferings – Benjamin Kindsvater, Efkan Bekiroglu, Fabian Greilinger – Sascha Mölders.

So sieht sie aktuell aus, Sechzigs erste Elf. So stand sie am Donnerstag im Test gegen Ösi-Zweitligist Blau-Weiß Linz (0:1) auf dem Rasen. Und so könnte sie auch beim Drittliga-Auftakt gegen Preußen Münster (19. Juli, 19 Uhr) auf Giesings Höhen auflaufen.

TSV 1860: Die Löwen werden nass - und Mölders trägt jetzt Vollbart

Der Star? Das Team! Am Freitag stand für Sechzigs Startelf-Kandidaten und alle weiteren Spieler des TSV 1860 eine Teambuilding-Maßnahme auf dem Programm: Rafting! "Das haben sich die Spieler nach den harten Trainingseinheiten verdient", sagte Trainer Daniel Bierofka, der wie Kapitän Felix Weber, Abräumer Daniel Wein und Spielmacher Efkan Bekiroglu fehlte. Doch Sechzigs Coach weiß: "Wir brauchen Teambuilding, auch am Abend zusammen grillen." Bierofkas Ansage, nachdem sein schmaler Kader mit dem bisher einzigen Neuzugang Dennis Erdmann "auf Kante genäht" sei: "Wir haben in der Liga nur eine Chance, wenn wir ein Team werden." Nicht elf Freunde – elf Löwen müsst ihr sein!

Zusammenhalt: Bierofka-Appell an die Löwen-Fans

Und nicht nur die erste Elf, sondern alle Sechzger müssten an einem Strang ziehen. "Ein Team sein – genau das muss uns auszeichnen", forderte Bierofka fast beschwörend in dem Wissen, dass bei Stress-Klub Sechzig zwischen Präsident Robert Reisinger und Investor Hasan Ismaik, zwischen den Fan-Lagern und auch andernorts genügend Gräben gegraben sind: "Alle müssen ein Team sein. Auch das Team außen rum – alle bei 1860. Nur dann wird es funktionieren." Alle Löwen in einem Boot, wie die Sechzger im oberösterreichischen Trainingslager auf dem Fluss Salzach? Ein Ding der Unmöglichkeit. Doch zumindest bei Team und Trainer muss es heißen: Raften, ned raufen!

Dumm nur, dass zuletzt selbst Bierofka und Geschäftsführer Günther Gorenzel uneins über die Kaderpläne waren. Bierofkas Wunschspieler heißen Aaron Berzel und Sascha Marinkovic. "Ich war viel im Austausch mit den Leuten und habe versucht sie zu überzeugen", sagte der 40-Jährige über jene Gönner, die das Duo finanzieren möchten, und schiebt hinterher: "Jetzt haben wir sie überzeugt und müssen schauen, wie Herr Gorenzel gesagt hat, wie das Geld in die KGaA kommt."

Sind sich Gorenzel und Bierofka uneinig?

Herr Gorenzel? Bierofka mag sich versprochen haben, doch im Normalfall nannte der Coach seinen Sportchef stets beim Vornamen. Herr Gorenzel, zuvor bei Bierofka zumeist "der Günther", hatte sich wiederum auf Nachfragen über das Duo Berzel und Marinkovic leicht unentspannt gezeigt.

Nicht, dass er den Akteuren den nötigen Respekt nicht entgegenbrächte – doch Sechzig brauche dringender einen Stoßstürmer, so seine Einschätzung. Fragt sich, ob es diese Uneinigkeit überhaupt braucht. Berzel und Marinkovic gibt es von Gönnern, die explizit diese Personalien stützen – und nicht etwa einen Leihstürmer. Bierofka dazu: "Ich höre immer was von einem Leihstürmer. Bloß weiß ich nicht, wie wir den finanzieren sollen."

Günther Gorenzel hofft noch auf einen Stürmer

Der Coach sichtlich angespannt: "Wir sind hier nicht bei 'Wünsch Dir was'." Der Wunsch nach einem wuchtigen Wandspieler der aktuell handlungsunfähigen Sechzger – er könnte unerfüllt bleiben. Zumindest bei Gorenzel scheint aber noch die Hoffnung auf einen Deal zu bestehen. Nach AZ-Informationen sucht der Österreicher – für manche wohl zu hoch gegriffen – selbst in der Bundesliga nach einem preiswerten Leih-Löwen. Rein sportlich könnte er, um auf das eingangs erwähnte Thema zurückzukommen, das wankende Sechzger-Schiffchen vor dem Kentern bewahren – vorausgesetzt, alle Seiten werden sich irgendwie einig.

Raften, ned raufen eben.

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