TSV 1860: Vollblut-Löwe Bekiroglu - Der Mann fürs Besondere

Spielmacher Efkan Bekiroglu fällt in den Spielen der Löwen oft positiv auf. Am Samstag gegen Chemnitz war das Gegenteil der Fall: Ihm passierte ein fataler Fehler. 
| Matthias Eicher
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Michael Köllner (links) und Efkan Bekiroglu (rechts).
Michael Köllner (links) und Efkan Bekiroglu (rechts). © sampics/Augenklick

München - Efkan Bekiroglu ist ein begnadeter, beschlagener Fußballprofi. Sechzigs Spielmacher sorgt in verlässlicher Regelmäßigkeit für den kleinen, aber feinen Unterschied im Spiel der Löwen. Am Samstag verteilte er ebenfalls einen Assist – nur diesmal mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass es die falsche Seite war.

"Es war ein fataler Pass, keine Frage. Aber wir müssen solche Dinge als Mannschaft kompensieren", erklärte Löwen-Trainer Michael Köllner über den Aussetzer von Bekiroglu am Samstag beim 4:3-Sieg des TSV 1860 gegen den Chemnitzer FC und nahm seinen Spieler grundsätzlich in Schutz: "Er hat auch viele gute Dinge gemacht, denn ohne ihn hätten wir uns viele Chancen nicht herausgespielt."

Doch in dieser Szene konnten weder das Innenverteidiger-Duo Dennis Erdmann und Aaron Berzel, noch Torhüter Marco Hiller mehr etwas geradebiegen: Der 24-Jährige hatte das zwischenzeitliche 3:3 mit einem folgenschweren Rückpass direkt in den Lauf von Ex-Löwe Philipp Hosiner quasi per Silbertablett serviert.

Steht Bekiroglu kurz vor einem Wechsel in die 2. Liga?

Dumm gelaufen für einen der spielstärksten Löwen, der in diesem Moment nicht nur einen Fehler begangen hatte, wie Köllner erklärt: "Es ärgert mich mehr, dass er nach dem Pass nicht weitergelaufen ist. Das ist im Leben das Gleiche wie auf dem Platz: Du musst immer weitermachen, wenn etwas schief läuft."

Stichwort weitermachen: Die Zukunft Bekiroglus, dessen Vertrag am 30. Juni endet, ist weiter ungeklärt. Nach AZ-Informationen steht der Deutsch-Türke bei mehreren Zweitligisten auf der Wunschliste. Schon im Winter sollen der Karlsruher SC und der SV Sandhausen angefragt haben, doch ein vorzeitiger Abschied, um noch eine Ablösesumme zu kassieren, stand letztlich nicht zur Debatte. Ob sich der gebürtige Dachauer derzeit zu viel mit seiner Vertragssituation und einem möglichen Wechsel beschäftigt?

"Ich glaube nicht, dass er zu viel über seine Zukunft nachdenkt. So nehme ich ihn zumindest nicht wahr", erklärte Köllner über den ambitionierten Spielgestalter, der ein erstes Angebot der Giesinger abgelehnt und seinen Berater gewechselt hat: "Ich denke eher, er ist extrem beschäftigt mit unserem Spiel und setzt sich damit manchmal vielleicht zu viel auseinander. Er ist einer, der jedem Spiel etwas Besonderes geben will."

Dann komme eben "der Übermut dazu". Daher mahnte der 50-Jährige auch kürzlich, Bekiroglu müsse an der – er dürfe sein Pulver nicht zu früh verschießen.

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Köllner: "Bekiroglu ist ein hundertprozentiger Sechzger"

Was Bekiroglus Verbundenheit mit Sechzig anbelangt, ist sich Chefcoach Köllner sicher: "Er identifiziert sich zu hundert Prozent mit dem Verein, ist ein hundertprozentiger Sechzger. Sonst wäre er ja auch nicht so todtraurig gewesen hinterher." So betrübt, dass Bekiroglu nach dem Sieg nicht einmal sprechen wollte.

Welcher Stein ihm vom Löwenherzen gefallen ist, ließ sich bei dem unnachahmlichen Jubelsprint des bereits ausgewechselten Mittelfeldmannes zu Matchwinner Prince Owusu ablesen.

Michael Köllner (links) und Efkan Bekiroglu (rechts).
Michael Köllner (links) und Efkan Bekiroglu (rechts). © sampics/Augenklick

Auch Stürmer Sascha Mölders nahm kein Blatt vor den Mund, was er von seinem Offensiv-Kollegen hält. "Wir reden von Efkan Bekiroglu", stellte Mölders klar, als würde allein der Name des technisch so versierten Akteurs (vier Tore und zwei Assists in 16 Spielen) für sich sprechen. Der Torjäger fügte noch hinzu: "Wie oft passieren Fehlpässe in einem Spiel? Jeder macht Fehler." Doch ohne Efkan würde das Spiel der Sechzger lahmen, denn: "Er ist bei uns an fast allen Angriffen beteiligt." Nimmt man diesen folgenschweren Fauxpas und die Vertragssituation bei 1860 zusammen, lässt sich aus den eben geschilderten Zeilen dieselbe Botschaft herauslesen: Köllner und wohl so gut wie alle 1860-Anhänger würden Bekiroglu wohl am liebsten zurufen: "Mach weiter, Efkan!"

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