TSV 1860 scheitert im Toto-Pokal gegen Türkgücü: Ein blauer Traum weniger

Der TSV 1860 verliert das Toto-Cup-Derby gegen Türkgücü knapp mit 0:1. Der Drittliga-Aufsteiger darf nun auf eine Teilnahme am DFB-Pokal hoffen. Torschütze Philipp Erhardt: "Der ganze Verein brennt drauf."
| Matthias Eicher
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Auch Dennis Dressel war die Enttäuschung nach dem Pokal-Aus gegen Türkgücü anzumerken.
Auch Dennis Dressel war die Enttäuschung nach dem Pokal-Aus gegen Türkgücü anzumerken. © IMAGO / Sven Simon

München - Michael Hofmann wärmte sich auf, als würde er auf Giesings Höhen selbst noch zwischen den Pfosten stehen. Dabei waren es mit Kilian Fischer, Basti Maier, Noel Niemann, Kilian Jakob und Aaron Berzel genug Ex-Löwen, die gegen ihre alte Liebe zubeißen wollten. Und sie bissen zu.

Durch das 0:1 (0:1) des TSV 1860 gegen den SV Türkgücü steht die Mannschaft von Trainer Serdar Dayat als Viertelfinalist des Toto-Pokals fest. Philipp Erhardt traf per Kopf ins Löwenherz (15.). Damit wahrt die "türkische Kraft" die Chance auf den Einzug in den DFB-Pokal, 1860 muss die Qualifikation nun über die Liga schaffen. "Nun muss unser Ziel der DFB-Pokal sein, der ganze Verein brennt darauf", jubelte der Siegtorschütze hinterher.

TSV 1860 und Türkgücü liefern sich intensiven Pokal-Fight

Coach Köllner hatte im Vorfeld des Pokal-Duells mit dem Gedanken gespielt, seinen Alpha-Löwen raus zu lassen: Schöner Bluff – während der 17-jährige Youngster Maxim Gresler anstelle von Linksverteidiger Phillipp Steinhart sein (unglückliches) Startelfdebüt feierte, führte der mehr als doppelt so alte Sascha Mölders (36) seine Sechzger gegen den Stadt- und Drittliga-Rivalen auch im bayerischen Verbandspokal aufs Feld.

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Nach einer kurzen Umarmung für Spezl Berzel vor Spielbeginn gab es keine Freundschaften mehr: Beide Teams gingen herzhaft rustikal zu Werke. Schiedsrichter Patrick Hanslbauer, der schon das 2:2 im Liga-Hinspiel gepfiffen und Dennis Dressel dabei mit glatt Rot vom Platz gestellt hatte, sollte auch diesmal jede Menge voll zu tun bekommen.

Keine Minute war gespielt, da musste Stephan Salger eine gefährliche Hereingabe von Sercan Sararer im letzten Moment zur (folgenlosen) Ecke abwehren. Wenig später hätte es fast gescheppert: Nach einer Freistoßflanke von Keanu Staude schraubte sich Mölders zum Kopfball – und der küsste den Außenpfosten (4.). Gute zehn Minuten später sollte 1860 hinten liegen: Nach einer Fischer-Flanke von rechts zielte Philipp Erhardt besser mit seinem Köpfchen – und brachte Türkgücü früh in Front.

1860-Zentrum fehlt die Kreativität

Kurz vor der Pause köpfte Salger nach einem Standard knapp vorbei (42.), doch die deutlich größere Möglichkeit hatten die Gäste nur eine Minute später: Lucas Röser stand plötzlich stark abseitsverdächtig vor Hiller, blieb im Duell mit dem Löwen-Keeper aber zweiter Sieger. Pausen-Fazit: Die Gäste-Führung war verdient.

Ohne 1860-Wechsel ging es in die zweiten 45 Minuten. Sechzig lief an und versuchte viel, aber gerade das Kreativ-Zentrum agierte enttäuschend. Und drüben? Tauchte wieder Röser auf – und köpfte an die Latte (56.). Danach war es Hiller, der sich dem durchgebrochenen Ünal Tosun erfolgreich entgegenstellte und den Knockout verhinderte (59.). Doch ein heldenhafter Hiller reicht eben nicht, wenn in der Offensive keiner den Killer gibt.

TSV 1860: Qualifikation für den DFB-Pokal nur noch über die Liga

Ob es Köllners Wut war oder die Belastungssteuerung? Der 51-Jährige wechselte in der 63. Minute gleich vier Mal - und die Löwen wachten auf: Kurz nacheinander schossen Dressel und Erik Tallig knapp vorbei (67.), Biankadi über den Kasten (76.). Die Schluss-Offensive blieb ebenso erfolglos wie Türkgücüs Konter. Weil der Lucky Punch durch Neudecker ausblieb (90.), ist 1860 raus – ein blauer Traum weniger.

Türkgücü darf sich nun mit unterklassigen Teams messen, die wohl mit Sondergenehmigungen des Innenministeriums antreten dürfen.
Für Sechzig heißt das: Die Qualifikation für den DFB-Pokal muss nun eben durch die Liga her – genauso wie eine Leistungssteigerung am Samstag gegen Uerdingen, denn sonst weicht den Aufstiegsträumen das Bangen um den vierten Platz. 

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