TSV 1860 München: Prüfungen und Spiele - Bierofkas entscheidende Wochen

Vor dem Löwen-Coach liegen schwere Wochen: Bei den Prüfungen zum Fußballlehrer vertraut er "auf ein gutes Kurzzeitgedächtnis", doch auch seine Mannschaft steht vor entscheidenden Spielen.
| Matthias Eicher
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Pauken für den Trainerschein: Bis Ende Februar hat Daniel Bierofka noch ein strammes Programm vor sich.
dfb.de Pauken für den Trainerschein: Bis Ende Februar hat Daniel Bierofka noch ein strammes Programm vor sich.

München - Bald geht es los. Die Anspannung steigt. Gedanken schießen durch den Kopf: War die Vorbereitung gut genug? Lässt sich das ganze Leistungsvermögen abrufen? Wird es für einen Dreier reichen? Schließlich geht es um die Zukunft der Löwen, um das künftige Wirken des Löwen-Trainers. Daniel Bierofka weiß: Jetzt muss eine gute Performance her. Also: Stift zur Hand und los geht’s – mit den Prüfungen.

Der Übungsleiter des TSV 1860 muss, noch vor dem Flutlichtspiel der Sechzger am Montagabend gegen Drittliga-Schlusslicht VfR Aalen (19 Uhr), selbst abliefern. Und zwar auf dem Papier.

Bierofka macht den Fußball-Lehrer

"Die erste Prüfung ist noch vor dem Aalen-Spiel", sagte der 40-Jährige kürzlich über seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer, die ihm schon in den letzten neun Monaten das Leben schwergemacht hatte und nun auf die Zielgerade einbiegt: Für Trainer-Schüler Bierofka steht die Prüfungszeit an. Schon jetzt Löwen-Dompteur, ist er auf der Jagd nach der offiziellen Lizenz zum Trainieren.

Der Prüfungs-Plan? Bierofkas selbst auferlegter Studien-Stress ermöglicht es ihm, den Lehrgang früher zu beenden als vorgesehen. "Ich habe extra die ganzen Prüfungen nach vorne legen lassen. Ende Februar bin ich fertig." Dadurch habe der ehemalige Bundesligaspieler "mehr Stress, aber ich will, dass das Ganze zu Ende ist". Aus Sicht der Sechzger logisch. "Danach kann ich mich mit der Mannschaft beschäftigen", sagte der 40-Jährige. Ursprünglich hätte der Lehrgang inklusive regulärer Termine bis Mitte März angedauert.

Die Prüfung darf Bierofka in München schreiben

Die Fächer? Fußball-Lehre am Montag. "Ich schreibe die Prüfung hier in München. Das ist mit Daniel Niedzkowski schon abgesprochen", erklärte der Ex-Bundesligaspieler über die Genehmigung des Lehrgangsleiters, Teil eins an der Sporthochschule in Oberhaching zu absolvieren. Die Gefahr des bierofka’schen Betruges sei dabei nicht gegeben, erklärte der Prüfling lachend: "Es steht jemand daneben und passt auf, dass ich nicht spicke – ein vertrauenswürdiger Mensch vom BFV."

Pauken für den Trainerschein: Bis Ende Februar hat Daniel Bierofka noch ein strammes Programm vor sich.
Pauken für den Trainerschein: Bis Ende Februar hat Daniel Bierofka noch ein strammes Programm vor sich. © dfb.de

Generell gelte ohnehin, dass Unterschleif "eh schwer" sei, da es überwiegend um "Fußballsachverstand" gehe. Bierofka weiter über das nächste Fach und drei kleinere Tests, die er wegen 1860 verschieben musste: "Nach dem Spiel fahre ich hoch nach Hennef. Am nächsten Tag ist Ernährungslehre, am Mittwoch muss ich noch drei Modultests nachschreiben." Knackiges Programm. Eine Woche später heißt es dafür schon Endspurt: Psychologie, Physiologie, zudem praktische Lehrprobe sowie mündliche Prüfung.

Geringe Ambitionen: "Ich will Bestehen"

Bierofkas Ambitionen sind dabei ungleich geringer als an der Seitenlinie. "Mir geht’s in erster Linie ums Bestehen." Der Notenschlüssel hierfür sei "wie an der Uni: 15 Punkte sind das Beste und bedeuten Null Komma Sieben, also besser als eine glatte Eins. Die Note vier, also fünf Punkte, würden letztlich reichen." Vier gewinnt also, um es im Studenten-Slang auszudrücken.

Angstschweiß ist daher nicht zu erwarten auf der Stirn des 1860-Coaches, da DFB-Mann Niedzkowski die 24 Teilnehmer, darunter neben Bierofka mit Andreas Hinkel und Patrick Helmes zwei weitere Ex-Nationalspieler, mehrfach gelobt hatte und grundsätzlich nur selten Teilnehmer durchrasseln.

Bierofkas Bammel vor der "Trainingswissenschaft"

Die größte Hürde? "Am meisten Bammel habe ich vor dem Fach Trainingswissenschaft, da muss man am meisten lernen. Aber ich vertraue auf mein gutes Kurzzeitgedächtnis", so Sechzigs Vereinsikone über einen Teilbereich der Physiologie. Und schiebt hinterher: "Mein Anspruch ist schon, etwas Besseres zu haben als einen Vierer." Sechzigs Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel (Note: 1,0) hätte die Hürde höher kaum legen können.

Entscheidender als die Note sind für Bierofka die Ergebnisse auf dem Rasen, womit wir beim zweiten Teil der Reifeprüfung des Fast-Fußballlehrers wären: Gegen den Tabellen-Letzten Aalen soll ein Heimdreier her, um die Distanz zur Abstiegszone (vier Punkte) wieder zu vergrößern – damit Bierofka im Kampf um den Klassenerhalt nicht doch noch die Nervosität packt.

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