TSV 1860 ins Olympiastadion? Warum das keine ernsthafte Option ist

Die AZ hat nach den Aussagen von Dieter Reiter im Olympiapark nachgehakt, was überhaupt möglich ist. Und: was nicht.
| Felix Müller
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Dieter Reiter entfachte am Dienstag eine Debatte darüber, dass der TSV 1860 ins Olympiastadion umziehen könnte. Es spricht aber vieles dagegen. (Archivbild)
Dieter Reiter entfachte am Dienstag eine Debatte darüber, dass der TSV 1860 ins Olympiastadion umziehen könnte. Es spricht aber vieles dagegen. (Archivbild) © IMAGO / Bernd Müller

München - Das Gute an Drehtüren kann sein, dass man auch schnell wieder raus ist. Insofern lud das leicht schiefe Bild von Dieter Reiter auf der Sechzgerwiesn, mit dem Olympiastadion renne Sechzig bei ihm "Drehtüren ein", am Mittwoch auch so manchen Löwen-Fan zu Witzeleien ein.

Dieter Reiter (2.v.r., hier mit Michael Köllner, Günther Gorenzel und Marc-Nicolai Pfeifer) war bei der Sechzgerwiesn am Dienstagabend in Plauderlaune.
Dieter Reiter (2.v.r., hier mit Michael Köllner, Günther Gorenzel und Marc-Nicolai Pfeifer) war bei der Sechzgerwiesn am Dienstagabend in Plauderlaune. © sampics/Augenklick

Insgesamt war vielen aber nicht zum Lachen zumute, wie die entsetzten Reaktionen in den sozialen Netzwerken zeigten. Was war passiert?

Reiter hatte auf die Frage eines Bloggers, ob nicht in einer möglichen kommenden Zweitliga-Saison eine Variante sein könnte, dass Sechzig einen Teil der Spiele im Grünwalder und einen anderen im Olympiastadion spielt (wie zuletzt in der Saison 2004/05) ausgiebig vom Olympiastadion geschwärmt. Und betont, dass die Stadt eh einen dreistelligen Millionenbetrag investiere, man den Löwen einen so niedrigen Mietzins wie irgendwie möglich ermöglichen könne. Auf in die Drehtür also?

TSV 1860: Ist das Olympiastadion überhaupt zweitligatauglich?

Die Debatte kommt überraschend, nicht nur für Giesing-nostalgische Löwen-Fans. Aus der Stadtverwaltung heißt es, man habe eine Zweitligatauglichkeit des Stadions mangels Interesse überhaupt noch nie ernsthaft geprüft. Man geht dort aber davon aus, dass das Stadion als Ganzes ohnehin nicht mehr in einem Zustand ist, dass es regulär in der Zweiten (geschweige denn der Ersten) Liga genutzt werden könnte. Die Vorstellung von Fußballfesten vor 50.000, 60.000 Löwen-Fans ist also wohl eine Illusion.

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Auch der Olympiapark selbst bestätigt auf eine ausführliche AZ-Anfrage zum Thema: "Eine Komplettüberdachung ist in der Zweiten Liga vorgeschrieben." Eine dauerhafte Nutzung sei daher nur sehr eingeschränkt möglich. Ein Sprecher betonte, dass 2023 und 2024 zu bestimmten Zeiten auch noch die Hälfte des überdachten Bereichs "nicht zur Verfügung steht“. Schon ohne Einschränkungen gebe es im überdachten Bereich nur 35.000 Plätze.

Olympiastadion: Erst werden Bereiche gesperrt, dann ist es jahrelang komplett dicht

Darüber hinaus verweist der Olympiapark auf viele bereits geplante Konzerte, darauf, dass man ab Herbst 2023 Bereiche sperre, ab Herbst 2025 ist das Stadion ohnehin jahrelang wegen Sanierung dicht. Immerhin: Für einzelne Spiele, wenn denn wirklich alles passt, wäre man bis dahin gesprächsbereit.

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Klingt alles nicht besonders attraktiv für die Löwen. Und eher danach, dass das Olympiastadion für den TSV 1860 erst dann und nur für den Fall, dass es überhaupt dazu kommt, für die Zeit der großen Sechzgerstadion-Sanierung ein ernstes Thema werden könnte. Als Ausweichquartier.


Lesen Sie morgen in der gedruckten Ausgabe der AZ und ab 10 Uhr auf AZ Online die ganze Debatte ums Olympiastadion. Und: Was OB Dieter Reiter jetzt in Sachen Stadion plant.

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