TSV 1860 fertigt Kaiserslautern ab - doch für Michael Köllner zählt etwas viel Wichtigeres

Das Traditionsduell zwischen dem TSV 1860 und dem 1. FC Kaiserslautern stand auch im Zeichen der beiden Brüder, die an Ostern unter schrecklichen Umständen zu Vollwaisen geworden sind. Die Spendenaktion der Löwen für die Buben fand bei den Fans sehr großen Anklang.
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Trainer des TSV 1860: Michael Köllner
Trainer des TSV 1860: Michael Köllner © IMAGO / Fotostand

München - Der Traum vom Aufstieg, er wächst und wächst: Nach dem höchst souveränen 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern belegt der TSV 1860 nun sogar den Relegationsplatz, selbst Platz eins ist nur noch zwei Punkte entfernt. 

Doch bei aller Aufstiegs-Träumerei zählte am Dienstagabend nicht ausschließlich das Sportliche. In der vergangenen Woche hatten die Löwen mitgeteilt, sich an der Spendenaktion für zwei fünf und sieben Jahre junge Buben beteiligen zu wollen, die vor einigen Wochen ein schreckliches Schicksal ereilte. Sie sind seit Ostermontag Vollwaisen, nachdem ihr Vater ihre Mutter tödlich verletzt hatte und noch am selben Tag selbst starb.

Aktion für Waisen-Brüder: Über 5.000 Tickets verkauft

Die beiden Brüder leben seitdem bei ihrem Onkel, der die Spendenaktion ins Leben gerufen hatte. Die Löwen kündigten an, sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf der "12.-Mann-Tickets" aus dem Spiel gegen Lautern beisteuern zu wollen.

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Die Aktion fand nicht nur bei den Anhängern der Sechzger großen Anklang. In Foren und via Social Media machten auch zahlreiche Fans der befreundeten Lauterer auf das Schicksal der beiden Jungs aufmerksam und kauften sich Tickets. Selbst Fanclubs des Hamburger SV - die Hanseaten pflegen ebenfalls ein gutes Verhältnis zum blauen Teil Münchens - teilten die Spendenaktion und beteiligten sich selbst daran.

Bis Mittwoch wurden bereits über 5.000 Karten verkauft. Bis zum Ende dieser Woche haben Fans noch die Möglichkeit, die beiden Waisenkinder mit einem Kauf über die Website der Sechzger zu unterstützen.

Köllner: Die drei Punkte gegen Lautern sind nicht das Wichtigste

Löwen-Coach Michael Köllner hatte sich bereits in den Tagen vor der Partie mit Tickets eingedeckt, wie er am Montag erzählte. Auch ihn trieb das Schicksal der beiden Buben aus Oberhaching nach dem Sieg über Lautern um. "Natürlich war es wichtig, dass wir die drei Punkte geholt haben", meinte der Oberpfälzer. Noch wichtiger sei für ihn aber, "dass wir mit der Aktion zu dem Spiel den beiden jungen Burschen zeigen konnten, dass sie auf die Löwen-Familie zählen können und die Liebe, die Sechzig München ausstrahlt, auch auf die Jungs übergeht."

Schon in der vergangenen Woche hatte der Klub mitgeteilt, die fünf und sieben Jahre jungen Buben im Verein aufnehmen und sie - sobald Corona dies zulasse - zu einem Treffen mit ihren Lieblingsspielern am Trainingsgelände einladen zu wollen. 

"Wir sind an ihrer Seite und hoffen, dass noch viele Fans diese Aktion unterstützen, damit die beiden irgendwann wieder ihren Blick nach vorne richten können", sagte Michael Köllner am Dienstagabend und versprach: "Wir wollen alles dazu beitragen, dass sie das schaffen."

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