TSV 1860: Beuteraub im Löwenkampf

Beim TSV 1860 spricht man nach einer starken Vorstellung in Braunschweig unisono von einer "gefühlten Niederlage". Mölders traf spät zum sicher geglaubten Sieg, der Sechzig noch entrissen wurde.
| Matthias Eicher
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Den Sieg vor Augen, doch am Ende ein einziges Mal den Überblick verloren: die 1860-Profis Phillipp Steinhart (l.) und Stephan Salger.
Den Sieg vor Augen, doch am Ende ein einziges Mal den Überblick verloren: die 1860-Profis Phillipp Steinhart (l.) und Stephan Salger. © imago images/regios24

Es lief die 88. Spielminute im Duell der Löwen gegen die Löwen, als Richard Neudecker den Ball in Richtung Hand und Oberkörper von Braunschweigs Michael Schultz schoss. Strafstoß!

Es lief Sascha Mölders an, um die Kugel wenig später vom Elfmeterpunkt zur überfälligen Führung eiskalt zu verwerten. Es liefen danach die Sekunden zum Leidwesen der Sechzger aber einfach nicht schnell genug vom Zeiger - und Braunschweig schlug zurück.

"Eine gefühlte Niederlage"

Das 1:1 des TSV 1860 bei Zweitliga-Absteiger und Aufstiegsmitfavorit Eintracht Braunschweig, es war für den Ex-Braunschweiger Marcel Bär und Torhüter Marco Hiller unisono eines: "eine gefühlte Niederlage."

Mölders' zweites Saisontor kurz vor Schluss schien die sicher geglaubte Auswärtssieg-Premiere für den TSV und einen starken Rückhalt Hiller sicher gemacht zu haben. "Es hat leider nichts geholfen", meinte der beste Sechzger auf dem Rasen: "Wir waren so nahe an den drei Punkten dran. Es ist extrem bitter, wie es gelaufen ist."

TSV 1860: Ein angesäuerter Köllner

Trainer Michael Köllner reagierte ziemlich angesäuert auf die Punkteteilung. "Es ist extrem bitter, dass wir nach dem späten 1:0 noch den Ausgleich hinnehmen mussten", meinte er und fragte: "Was ist da leistungsgerecht?": Nach Mölders' Tor hätten "viele gedacht, dass es 1:0 ausgeht".

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All jene hatten die Rechnung ohne Joker Martin Kobylanski und dessen Ecke auf Vollstrecker Brian Behrendt gemacht, der in der Nachspielzeit das 1:1 köpfte. Die Weiß-Blauen legten vor, die Gelb-Blauen entrissen ihnen den sicher geglaubten Dreier noch in letzter Minute. Sechzig und der Braunschweiger Beuteraub.

Es gab auch viele positive Momente

Dabei gab es vieles, so vieles positiv hervorzuheben. "Ich bin zufrieden, wie wir gespielt haben und aufgetreten sind", sagte Köllner und erhoffte sich für die kommenden Spiele trotz der jähen Enttäuschung Rückenwind: "Diesen guten Eindruck wollen wir mitnehmen."

Für den Chefcoach war es das beste Auswärtsspiel seiner Mannschaft in dieser Saison, vor allem in Bezug auf die Spielkontrolle. Eine Einschätzung, der sich nicht widersprechen lässt: Vor allem mit dem hohen Pressing der Giesinger kam der BTSV gar nicht klar.

Kritik an den Angriffen

Köllner kritisierte aber auch: "In der einen oder anderen Situation müssen wir die Angriffe besser zu Ende spielen." Tatsächlich ließen sich viele Szenen beobachten, in denen nicht viel fehlte. Zwar auch nicht drin, aber technisch hochwertig zu Ende gespielt war der Traumpass von Neudecker auf Bär, den dieser volley an den Querbalken hämmerte (29.).

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Hiller glänzte mit starken Paraden

Braunschweigs beste Phase brachte den lange unterlegenen Hausherren zwar einige Möglichkeiten, doch zumeist konnte Keeper Hiller mit starken Paraden glänzen - vor allem sein Reflex nach einer verunglückten Rettungsaktion von Verteidiger Niklas Lang war eine Augenweide.

"Natürlich tut es gut, wenn man solche Bälle hält, aber dann will man auch mit einer weißen Weste nach Hause fahren", sagte Hiller bittersüß: "Wir werden es morgen aufarbeiten. Vielleicht können wir dann schon wieder lächeln."

Es gibt noch viel Steigerungspotenzial 

Mit ein bisschen Abstand kann 1860 mit diesem Spiel und damit auch dem Ertrag von neun Punkten nach dem Hammer-Auftakt-Sechserpack Positives abgewinnen. Vor allem aber die Lehre, dass die Blauen noch viel Steigerungspotenzial besitzen. Und: Die Zeit läuft 1860 zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison nicht lange nicht davon.

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