TSV 1860: Bei Sascha Mölders ist das Bäuchlein weg

Torjäger Sascha Mölders präsentiert sich zum Trainingsbeginn rank und schlank. Im jungen Löwen-Team agiert er fast als Spielertrainer.
| Matthias Eicher
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Sascha Mölders kommt deutlich drahtiger daher als noch vor der Sommerpause.
Ulrich Wagner Sascha Mölders kommt deutlich drahtiger daher als noch vor der Sommerpause.

München - Wie der Kader, so der Trainer: Zum Trainingsauftakt des TSV 1860 in dieser Woche erschien ein abgespeckter Michael Köllner. "Ich habe einige Pfunde verloren", erklärte der 51-Jährige über sein Heilfasten: "Das tut mir ganz gut, denn unser Ausrüster Nike verlangt eine sportliche Figur und verzeiht keinen Hüftspeck. Von daher bin ich froh, dass ich ein bisschen abgenommen habe."

Und nicht nur Köllner hat sich in Form gebracht, denn: Wie der Dompteur, so auch sein Alphalöwe. Sascha Mölders, 35-jähriger Sturm-Oldie der Sechzger, präsentierte sich in den ersten Trainingseinheiten rank und schlank. "Die Spieler sind gut erholt hier angekommen, aber man hat auch gesehen, dass sie ihre Aufgaben zuhause erledigt haben", sagte Köllner und sprach damit seinem Team ein Pauschal-Lob aus, bevor er die (gewohnte) Marschroute der schweißtreibenden Vorbereitung ausrief: "Jetzt heißt es: Arbeit, Arbeit, Arbeit!"

Mölders: Trotz Bäuchlein stets torhungrig

Für Torjäger Mölders wird es wohl die letzte Saison seiner Profi-Karriere werden. Der Mann, der nach seiner aktiven Karriere (Spieler-)Trainer werden möchte, hat schon jetzt die Rolle des Quasi-Spielertrainers inne. In einem Haufen an Junglöwen wird der Ex-Bundesligaspieler nicht nur die Kapitänsbinde, sondern in seiner Vorbildfunktion als Vollprofi noch mehr Verantwortung tragen. Sein Trikot trägt, wie man in den ersten Einheiten sehen konnte, allerdings im Gegensatz zu manch vergangenen Tagen nicht mehr auf: Mölders’ Bäuchlein bleibt zuhause.

Bekanntlich war Mölders nicht immer in Topform aus der Vorbereitung gekommen: "Ich habe Übergewicht, und ich weiß es", sagte der Mann aus dem Ruhrpott Anfang 2018, als er mit einigen Pfunden zu viel aus der Winterpause gekommen war und von der Facebook-Seite "Kreisliga – Das Bier gewinnt" aufs Korn genommen worden war. Mölders nahm’s damals locker: "Du kochst einfach zu gut, Ivonne Mölders. Freunde, ich kann euch sagen, der Bauch war sehr teuer", meinte er in Richtung seiner Ehefrau – und hatte die Lacher der Fans auf seiner Seite. Auch mal ein Weißbier oder die traditionellen Kreuzfahrten auf der Aida hatten zu Mölders’ "Wohlstandsgewölbe" beigetragen.

Neben coolen Sprüchen lieferte der durchschlagskräftige Angreifer aber auch zählbare Argumente: Spätestens nach Sechzigs Regionalliga-Absturz schoss sich Mölders in die Herzen der Anhängerschaft – und Sechzig mit 19 Treffern und 14 Assists nicht nur auf Rang eins, sondern mit drei Treffern in den beiden Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken auch zurück in den Profifußball. Die Fans dankten es mit dem Spitznamen "Fußballgott". Nach einer etwas schwächeren Premieren-Spielzeit in der Dritten Liga lieferte Mölders zuletzt satte 15 Tore, 15 Vorlagen und zählte damit trotz seines fortgeschrittenen Alters zu den besten Stürmern der dritthöchsten Spielklasse.

Mölders will es nochmal allen beweisen

Im Sommer 2018 war es eine Wasser-Diät, die Mölders in die Spur gebracht hatte. "Sechs bis acht Liter am Tag. Man rennt nur noch auf die Toilette", sagte der Ex-Augsburger damals. Und jetzt? Bislang ist nicht bekannt, auf welche Methoden der Routinier setzte. Doch schon in den ersten Einheiten zeigte sich: Der Mitt-Dreißiger ist hungrig – und zwar auf Tore.

Im Winter wollte er seine Karriere zumindest auf Profi-Niveau bereits beenden und als trainierender Torjäger zum FC Pipinsried wechseln. Sein sensationeller Lauf, Sechzigs Entwicklung und Köllners positive Art nach dem traurigen Abgang des Mölders-Vertrauten Daniel Bierofka haben zu einem Umdenken geführt. Jetzt will er es nochmal allen beweisen – und zeigen, dass er auf dem Rasen mehr Biss hat als auf dem Teller.

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