Trotz Sprung auf Platz drei: TSV 1860 will noch immer nichts vom Aufstieg wissen

Die Aufstiegshoffnungen beim TSV 1860 werden immer größer. Nach dem Sieg bei Waldhof Mannheim belegt Sechzig nun Relegationsplatz drei - die Löwen halten den Ball aber weiter flach. "Man muss die Tabelle schon korrekt lesen", sagt Michael Köllner.
| Bernhard Lackner
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Der TSV 1860 setzte sich am Samstag 2:0 bei Waldhof Mannheim durch.
Der TSV 1860 setzte sich am Samstag 2:0 bei Waldhof Mannheim durch. © sampics/Augenklick

Mannheim - "Ich kann Ihnen eines versprechen: Wir werden auf die Jagd gehen!", versprach Sechzigs Sportchef Günther Gorenzel Mitte März. Fünf Wochen später ist klar: Das waren beileibe keine leeren Worte - die Löwen sind auf einer Mission!

Fünf Wochen nach der Kampfansage des Österreichers in Richtung Fans und Verein hat sich das Team von Michael Köllner trotz zwischenzeitlich neun Punkten Rückstand tatsächlich auf Relegationsplatz drei vorgekämpft. Vier Spieltage vor Schluss erscheint der Traum von der Rückkehr in die 2. Bundesliga realistischer denn je!

Auch am Samstag zeigten die Löwen wieder eine leidenschaftliche, hochengagierte Leistung und setzten sich beim SV Waldhof Mannheim verdient mit 2:0 durch. Richard Neudecker brachte die Sechzger nach Vorlage von Sascha Mölders bereits nach 20 Spielsekunden in Führung - was abgesehen von den Anwesenden vor Ort zunächst niemand mitbekam.

Kurios: Neudecker-Tor wegen Stromausfall nicht zu sehen

Unmittelbar vor Anpfiff haute es im Mannheimer Carl-Benz-Stadion die Sicherung raus - kompletter Stromausfall! Davon war freilich auch der übertragende Sender "Magenta Sport" betroffen, der den Fans zu Beginn der Partie ein schwarzes Bild ins heimische Wohnzimmer sendete. Rund fünf Minuten später war die Sicherung wieder drin, der Jubel über den frühen Führungstreffer hatte sich bis dahin schon wieder gelegt.

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Beinahe hätte Neudeckers Blitztreffer überhaupt nicht das Licht der breiten Öffentlichkeit erblickt, schließlich waren sämtliche Kameras von "Magenta Sport" währenddessen vom Netz. So dauerte es bis zur Halbzeit, bis die Fans eine erste Wiederholung des Tores sehen konnten. Eine Kamera der Mannheimer war offenbar nicht vom Stromausfall betroffen und hielt direkt nach Anpfiff drauf, der Klub stellte dem Sender die Aufnahme freundlicherweise zur Verfügung.

Vier Spieltage vor Schluss: 1860 mittendrin im Aufstiegsrennen

Für Neudecker selbst wäre es wohl kein Problem gewesen, wäre sein sechstes Saisontor unter Ausschluss der Öffentlichkeit geblieben. Er konnte sich auch zwei Stunden danach noch genau an den Ablauf erinnern - der war schließlich eingespielt. "Steini hat mich gesehen und wollte diagonal spielen. Ich bin dann einfach in Saschas Laufweg reingelaufen. Als wir hinterlaufen haben, legt er mir perfekt rein, da musste ich gar nicht mehr so viel machen – das war blindes Verständnis", meinte der "Messi von Giesing", wie er unter der Woche getauft worden war, nach der Partie.

Trotz des frühen Treffers blieb die Partie aber bis zur Schlusssekunde offen. Die Löwen waren zwar die überlegene Mannschaft, konnten das allerdings nicht in Zählbares ummünzen. Erst mit der letzten Aktion des Spiels - die abstiegsbedrohten Mannheimer warfen in der Schlussphase alles nach vorne - sorgte Dennis Dressel nach erneuter Vorlage von Mölders mit dem 2:0 für die Entscheidung (90.+6).

Vier Spieltage vor Schluss sind die Sechzger also mittendrin im Aufstiegsrennen. Von ihrem "Wir denken von Spiel zu Spiel"-Mantra will man sich trotz der Tabellensituation aber nicht verabschieden. "Der Aufstieg ist für uns im Moment nicht interessant", stellte Neudecker klar: "Wichtig war, dass wir die drei Punkte holen und eine Entwicklung zeigen."

Die Konkurrenz des TSV 1860 müht sich

Ähnlich äußert sich Trainer Michael Köllner, der offiziell noch immer Platz vier als Ziel ausgibt. "Wir müssen die Tabelle schon korrekt lesen. Es fehlen noch zwei Nachholspiele von Dresden", gibt der Oberpfälzer korrekterweise zu Bedenken: " Ich kann mich doch nicht vorher hinsetzen, wo die anderen noch drankommen. Wir können nur unsere eigenen Spiele beeinflussen."

Die jüngste Form der Konkurrenz dürfte den Löwen dabei aber durchaus Hoffnung machen. Dynamo, das am Samstag nach zweiwöchiger Quarantäne wieder in den Spielbetrieb eingestiegen ist, musste sich dem Halleschen FC daheim 0:3 geschlagen geben und holte aus den vergangenen vier Spielen nur einen Punkt. Hansa Rostock (3:2-Sieg beim SV Meppen) und der FC Ingolstadt (3:2-Sieg gegen den FSV Zwickau) konnten ihre Spiele zwar gewinnen, zeigten sich dabei aber alles andere als souverän.

Bei 1860 richtet man den Blick dennoch brav auf die eigenen Aufgaben. Nach erfolgreich überstandener Englischer Woche gibt Köllner seinem Team bis kommenden Mittwoch frei, dann beginnt die Vorbereitung auf die Partie gegen Kaiserslautern. Es ist die erste von vier Etappen auf der Zielgeraden dieser Saison. Die Löwenjagd, sie scheint noch lange nicht beendet.

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