Nach Sieg des TSV 1860: "Wie nach Klitschko-Kampf" - Sechzig feiert Löwen-Boxer Hiller

Der blutüberströmte Torhüter Marco Hiller avanciert beim 2:0-Derbysieg des TSV 1860 gegen den FC Bayern II zum Löwen-Helden - auch wegen seiner Paraden, doch vielmehr wegen der Nehmer-Qualitäten eines Boxers. "Ich war überall, nur nicht im Grünwalder Stadion."
| Matthias Eicher
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1860-Torwart Marco Hiller wird behandelt.
1860-Torwart Marco Hiller wird behandelt. © imago images/Lackovic

München - Was für ein Derby! Der TSV 1860 schaffte im fünften Liga-Vergleich mit dem FC Bayern II am Samstag im Grünwalder Stadion endlich den sehnlich herbeigesehnten Premieren-Sieg: Timo Kern (44., Eigentor) und Neuzugang Merveille Biankadi (90.+2) sorgten für weiß-blaue Herrlichkeit auf Giesings Höhen. Neben Biankadi, der durch seinen Treffer zum 2:0 ein Traum-Debüt feierte, wurde Marco Hiller zum Mann des Spiels.

Und das, obwohl der FCB mit Ron-Thorben Hoffmann, Joshua Zirkzee, Jann-Fiete Arp und Chris Richards gleich vier Profis aufgeboten hatte. Zirkzee war es, der in der 25. Minute in Richtung TSV-Tor preschte - anstatt des Balles trat der Bayern-Jungstar Hiller mit dem gestrecktem Bein ins Gesicht. Zirkzee musste mit glatt Rot vom Rasen, doch die Sechzger bangten um Hiller: Der 23-Jährige krümmt sich vor Schmerzen und riss sofort den Arm hoch. Kapitän Sascha Mölders rief schon in Richtung des drittliga-unerfahrenen Ersatzkeeper Tom Kretzschmar: "Los, mach Dich warm!"

Hiller: "War überall, nur nicht im Grünwalder"

Nach minutenlanger Behandlung konnte der sichtlich blutüberströmte Hiller dann doch noch weitermachen - und wurde für seine Nehmer-Qualitäten nicht nur von vielen Löwen-Fans über Internet gefeiert. Auch Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel lobte hinterher: "Wenn ich mir Marcos Gesicht ansehe, dann schaut er aus, wie wenn er gegen Klitschko gekämpft hätte. Seine große Stärke liegt generell in den Eins-gegen-Eins-Situationen. In diese Situationen geht er ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. In der zweiten Halbzeit war es extrem, als er nach seiner Gesichtsverletzung noch seinen Mann gestanden hat", meinte Gorenzel über Hiller, den Löwen-Boxer: "Das spricht für Marco, in diesen Situationen agiert er auf absolutem Top-Niveau."

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Hiller selbst ließ die Szene nach Spielschluss ebenfalls nochmal Revue passieren. "Ich habe einen Schlag im Gesicht gemerkt, auf einmal war das Gesicht warm und das Blut ist runtergelaufen. Da war ich überall, nur nicht im Grünwalder Stadion", sagte der Schlussmann, beim Interview noch immer mit einer dicken Blutspur im Gesicht: "Dann dachte ich, es geht nicht mehr und dann haben die Physios das Blut weggemacht. Es war wohl nur der erste Schock, ich habe dann gemerkt: Es geht!" In der Halbzeit sei Hiller genäht worden, "damit es wieder schön zusammenwächst."

TSV 1860: Derby gewonnen, Haken dahinter

In jedem Fall habe er, nicht zuletzt für sein Team, Stehvermögen zeigen müssen: "Es ist ja ein Derby. Da muss ich auch vorangehen für die Mannschaft. Da muss man drauf beißen - und es hat ja funktioniert." Wenn auch mit großer Mühe und vollem Körpereinsatz, aber letztendlich nehmen die Giesinger den angestrebten Dreier mit. "Ich denke, die ganze Mannschaft kann stolz auf sich sein. Die letzten vier Spiele gegen die Bayern haben wir keins gewonnen. Heute haben wir es uns fest vorgenommen", meinte Hiller lächelnd.

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Auch, wenn der TSV im zweiten Durchgang trotz Überzahl zu viele Räume preisgegeben habe: "Unter dem Strich haben wir 2:0 gewonnen, das ist das Wichtigste. Derby gewonnen, Haken dahinter!"

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