Michael Köllner raus? TSV 1860 rauf! Sechzig hofft auf die Trendwende

1860 will gegen Berlin endlich die Trendwende schaffen. Köllner: "Wenn es nicht funktioniert, werde ich irgendwann rausgeschmissen."
| Matthias Eicher
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Trainer des TSV 1860: Michael Köllner
Trainer des TSV 1860: Michael Köllner © IMAGO / MIS

München - Stärkt ein Vereinsboss dem Trainer den Rücken, ist es nicht selten schon der Anfang vom Ende. Der Trainer-Schleudersitz von Rivale Türkgücü ist nach neun Spieltagen längst betätigt (Petr Ruman geflogen, Peter Hyballa gelandet). Und bei den Löwen? Da rufen manche Fans angesichts der Ergebniskrise der Sechziger auch schon: "Köllner raus!"

Das lässt den Protagonisten nicht kalt. Vor dem Heimspiel des TSV 1860 am Samstag (14 Uhr/BR, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) gegen Aufsteiger Viktoria Berlin hatte Trainer Michael Köllner auch abseits seiner Vorträge über Gegner und Personal alle Hände voll zu tun: Er nahm ausführlich Stellung zur entbrannten Personal-Diskussion über Alpha-Löwe Sascha Mölders (siehe unten), aber auch über seine eigene Person und die Diskrepanz zwischen der enormen Erwartungshaltung (Aufstieg!) und dem tatsächlichen Ertrag auf dem weiß-blauen Punktekonto (12).

Köllner kennt die Mechanismen des Profi-Fußballs

"Es ist ja nicht so, dass die Öffentlichkeit sagt: Der Köllner kann 38 Mal verlieren und wir finden ihn immer noch super", meinte der 51-Jährige über die Reflexe des Profi-Fußballs, zumeist den Trainer als Hauptverantwortlichen zu ersetzen "Wir wollen und müssen mit der Erwartungshaltung klarkommen", ergänzte er und über die hohen Ansprüche rund um 1860.

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Denn die sind nicht zuletzt durch das eigene Aufstiegsziel beeinflusst: Köllner kennt die Hypothek, die zwei erfolgreichen Spielzeiten mit sich bringen: "Als Cheftrainer musst du klare Entscheidungen treffen. Manchmal wirst du dafür gefeiert, aber wenn es nicht funktioniert, dann werde ich irgendwann rausgeschmissen."

TSV 1860: Ismaik und Reisinger stehen hinter Köllner

Köllner raus? Könnte natürlich eine Möglichkeit sein, um die Trendwende zu schaffen. Aber ganz abseits der Tatsache, dass klamme Sechzger sich eine Beurlaubung des Nürnberger Aufstiegs-Coaches gar nicht leisten könnten, hat Sport-Boss Gorenzel ohnehin Gegenteiliges im Sinn: Rauf mit 1860, endlich wieder siegen! "Wir müssen unsere Mannschaft jetzt bestärken, weil ich das Gefühl habe, dass alle Spieler mit dem Trainer an einem Strang ziehen."

Zu Köllners und Gorenzels Glück sitzen auch die Bosse im Boot: Präsident Robert Reisinger und Investor Hasan Ismaik haben der Sportlichen Leitung zuletzt auf unterschiedlichen Wegen dasselbe zugesprochen: ihr uneingeschränktes Vertrauen.

Geht 1860 mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause?

Auf AZ-Nachfrage, wie Köllner diese Botschaften aufgenommen hat, meinte er: "Ich weiß auch, dass unser Präsident, wenn er ins Stadion geht und Hasan Ismaik, der er unsere Spiele verfolgt, uns siegen sehen wollen. Und natürlich sagen sie auch nicht, wenn wir nur Unentschieden spielen oder verlieren: 'Mensch Trainer, Mannschaft oder Geschäftsführer, das war klasse!"

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Was gerade vor der Länderspielpause helfen würde, um dieses Thema gar nicht erst weiter aufkommen zu lassen - ein Dreier gegen die Viktoria. "Berlin erinnert etwas an Straßenfußball: Sie haben Spieler, die einfach auf die Reise gehen können und zwei, drei Spieler verrückt machen", meinte Köllner über den frechen Aufsteiger und ihre torgefährliche Kreativ-Kicker wie Tolcay Cigerci (sechs Tore, fünf Vorlagen).

Auch hier hilft Sechzigs Leitmotiv: alle gemeinsam. Köllner: "Wir müssen mit großer Gemeinschaft und großem Spirit auf den Platz kommen."

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