Löwen-Coach Von Ahlen: Da geht’s lang!

Gegen Aue will Markus von Ahlen seinen ersten Dreier als Löwen-Chef holen. Sein (erstes) Ziel: „Die Mannschaft ins Mittelfeld führen.“ Die AZ erklärt, was der Trainer umstellt und was sich ändern soll
| Marc Merten
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Wird seine Löwen neu justieren: Markus von Ahlen
dpa Wird seine Löwen neu justieren: Markus von Ahlen

MÜNCHEN Als im Mathäser Filmpalast am Donnerstagabend der erste Teil der Doku „57, 58, 59, Sechzig“ über den TSV 1860 zu Ende ging, diskutierten einige Fans die letzte Sequenz des Streifens.

Die Filmemacher hatten die Parallele gezogen zwischen Sechzig und dem SC Paderborn, der in der vergangenen Saison – wie die Löwen dieses Jahr – mit neun Punkten aus neun Spielen in die Saison gestartet und trotzdem aufgestiegen war. Ob der TSV dieses Kunststück diese Saison wiederholen kann?

Lesen Sie hier: Erzgebirge Aue: Vom Rumpelhaufen zur Einheit

Trainer Markus von Ahlen hatte Freude am Film, schüttelte auf die Parallele angesprochen aber energisch den Kopf. „Ich bin Realist. Für mich geht es erst einmal darum, die Mannschaft ins Mittelfeld zu führen.“

Dazu wäre ein Sieg beim FC Erzgebirge Aue (Sonntag um 13.30 Uhr, AZ tickert live) durchaus hilfreich. Es wäre von Ahlens erster Sieg als Cheftrainer.

Schließlich bekleidet er diese Position nach seiner Ernennung vergangene Woche gegen Aue erstmals offiziell.

„Alles bleibt gleich“, versicherte der 43-Jährige. Doch zwischen den Zeilen konnte man lesen, dass dem nicht so ist. Denn: Von Ahlen dreht längst an wichtigen Stellschrauben.

An welchen? Das erklärt die AZ:

Taktik: Von Ahlen packte in der Länderspielpause die Defensivschwäche der Löwen an. Das Spiel gegen den Ball muss besser werden, das Verschieben der Abwehrreihen. Weder stimmten im bisherigen Saisonverlauf die Abstände zwischen den Spielern noch das Anlaufen der aufbauenden Gegenspieler. Das ließ von Ahlen immer und immer wieder trainieren, ging energisch dazwischen, machte seinen Spielern vor, was er von ihnen erwartet. „Wir werden am Wochenende sehen, wie diese Dinge greifen werden“, sagte der Coach.

Grundwerte: Als von Ahlen am Freitag vor die Presse trat, sprach er etwas an, dass man so nicht erwartet hatte. Man habe zuletzt intensiv an den „Grundwerten“ gearbeitet. „Es geht darum, wie wir miteinander umgehen.“ Was er damit meinte? Den großen Kader der Sechziger. „Nicht alle Spieler können spielen oder im Kader sein. Sehr entscheidend für den Erfolg wird aber sein, wie sich Spieler verhalten, die nicht zufrieden sind.“

Wie ernst es von Ahlen war, sah man seinem Gesichtsausdruck an. Der Trainer wird künftig genau hinschauen, wie jeder Einzelne mit seiner Situation umgeht. Er sagte zwar, es gehe darum, gemeinsam mit den Spielern die Lage zu diskutieren und sie von Zeit zu Zeit an die Grundwerte zu erinnern. Doch dass dieser Prozess längst nicht den Fortschritt gemacht hat, den sich von Ahlen wünscht, zeigte seine Bemerkung, dass „man das normalerweise in der Vorbereitung macht“.

Kampfgeist: Zu fußballerischen Grundwerten gehört auch der bedingungslose Einsatz, der gerade in Liga zwei unerlässlich ist. Hauen und Stechen, das ist es, was die Löwen auch in Aue wieder erleben werden. „Wir erwarten den Holzmichel, eine typische Zweitliga-Atmosphäre“, sagte der Trainer. „Die beißen sich in ein Spiel rein.“

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Entsprechend wird auch der Charakter der Spieler wieder gefragt sein, wie von Ahlen zugibt. Der 43-Jährige weiß, dass die Schonfrist vorbei ist. Für die Spieler, die nach dem Trainerwechsel kein Alibi mehr haben. Aber auch für von Ahlen, der nun offiziell an vorderster Front steht. Einen Weg zurück gibt es nicht mehr. Auch nicht für ihn. Daher gibt es nur noch einen Weg: seinen Weg – „das, was ich den Jungs vorgebe“. Mit der Betonung auf „ich“.

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