Löwen-Doku: "Hot in the heart, cool in the head"

Am 20. Oktober läuft Teil 1 der Löwen-Doku "57, 58, 59, Sechzig" auf sky. Am Donnerstag feierte das Projekt Premiere. Die AZ war dabei. Lesen Sie hier die Filmkritik.
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Bei der Premiere von "57, 58, 59, Sechzig!" war der Teppich natürlich nicht rot, sondern blau. Der Abend in Bilder.
API / Michael Tinnefeld / az Bei der Premiere von "57, 58, 59, Sechzig!" war der Teppich natürlich nicht rot, sondern blau. Der Abend in Bilder.

Am 20. Oktober läuft Teil 1 der Löwen-Doku "57, 58, 59, Sechzig" auf sky. Am Donnerstag feierte das Projekt Premiere. Die AZ war dabei.

München - Die Mannschaft des TSV 1860 saß gespannt in den Sesseln des Mathäser Filmpalasts, als vorne die ersten Bilder ihrer bisherigen Saison über die Leinwand flimmerten. Die Führungsriege des Vereins war ebenso gekommen wie Sponsoren, Medienvertreter und ausgewählte Fans.

Ein bislang einzigartiges Filmprojekt feierte Premiere: Denn noch nie hat ein Kamerateam eine Profifußballklub in Deutschland eine ganze Saison lang hautnah begleitet. Der Bezahlsender sky hatte alle 36 Klubs der ersten und zweiten Liga angefragt, doch nur die Löwen hatten den Mumm, das Risiko auf sich zu nehmen.

"Wir haben bei 1,9 Promille eingeschlagen", scherzte Geschäftsführer Markus Rejek hinterher. "Wir wussten um die Risiken, die Doku ist aber auch eine Chance, die Löwen authentisch zu zeigen - wissend, dass wir auch auf die Fresse kriegen werden."

Dokumentarfilmer und Projektleiter Jürgen Müller versprach "Ehrlichkeit, wie man sie sonst nie zu sehen bekommt" - und er hielt sein Wort.

Der erste Teil erzählt die Geschichte der Löwen vom Trainingslager in Österreich bis zur gerade erst hinter dem Klub liegenden Länderspielpause. Die Vorbereitung, der Katastrophen-Spieltag in Kaiserslautern, die Packung gegen Leipzig, die Taxi-Affäre, die Trennung von Ricardo Moniz, der Sieg gegen Fürth: Es gibt emotionale Momente, Momente zum Vergessen, Momente zum Lachen, nachdenkliche Aussagen und interessante Fragen, die aufgeworfen werden.

Für Lacher sorgte vor allem Ex-Coach Moniz. Wenn er sich einen Ball immer und immer wieder gegen den Kopf schlägt. Wenn er seinen Spielern beim Krafttraining zuruft "Zeig nicht, dass Du müde bist", oder wenn er Marius Wolf zum Einzelgespräch bittet: "Du bist ein fauler Drecksack", sagte der vom Kamerateam verkabelte Moniz dem Nachwuchsstürmer. "Aber ein geiler Fußballer."

Sky war an mehreren Spieltagen bei der Besprechung in der Kabine, durfte in die Heiligtümer der Grünwalder Straße und Allianz Arena, wurde nur bei wenigen Gesprächen ausgeschlossen - so dem Vier-Augen-Gespräch, das Gerhard Poschner mit Ju Weigl nach dem Leipzig-Spiel führte, nachdem die Taxi-Affäre aufgeflogen war.

Auch für Gänsehaut wurde gesorgt: Markus von Ahlens Ansprache vor dem Spiel gegen Fürth (auf brüchigem Englisch) begeisterte auch in den Gesprächen nach dem Film noch die Zuschauer. "Hot in the heart, cool in the head" ("Heiß im Herzen, kühl im Kopf") hatte von Ahlen von seinen Spielern gefordert. Es wurde zum Motto des ersten Films, zum Motto des Abends im Mathäser Filmpalast.

Für Löwen-Fans ist dieser Film ein Muss. Der erste Teil läuft am Montag, den 20. Oktober, der zweite Teil am Montag, den 22. Dezember. 

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