Keine Sonderstellung - 1860-Coach Daniel Bierofka zählt Jan Mauersberger und Timo Gebhart an -

Mauersberger galt als eine der Säulen bei 1860 – doch zuletzt saß er nur auf der Bank. "Dazu sag‘ ich lieber nix", meint er. Währenddessen ist Ylli Sallahi im Probetraining.
| Matthias Eicher
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"Keine Ausnahmestellung" für Timo Gebhart, zudem ist Jan Mauersberger (rechts) bei Trainer Daniel Bierofka derzeit nur zweite Wahl.
imago/Augenklick "Keine Ausnahmestellung" für Timo Gebhart, zudem ist Jan Mauersberger (rechts) bei Trainer Daniel Bierofka derzeit nur zweite Wahl.

München - Routinier Jan Mauersberger ist ein sympathischer Typ. "Die Jungs wissen, dass sie immer zu mir kommen können. Ich bin einer, der sich für jeden immer einsetzt", sagte der Abwehrspieler des TSV 1860 der AZ, nachdem er nach dem Zweitliga-Abstieg den Regionalliga-Löwen treu geblieben war. Wer ihn kennt, der weiß: Der 32-Jährige steht zu seinem Wort. Auch den Medien gegenüber zeigt er sich stets aufgeschlossen: Stellungnahmen? Kein Problem! Außer am Montag: Da ging Mauersberger überaus sparsam mit seinen Worten um.

Der Innenverteidiger ist angefressen. Der Grund: Er schmorte zuletzt zwei Liga-Partien in Folge auf der Bank. In Zeiten des verschärften Konkurrenzkampfes, befeuert durch die beiden Löwen-Rückkehrer Phillipp Steinhart und Markus Ziereis, hatte Trainer Daniel Bierofka Steinhart den Vorzug vor dem erfahrenen Kollegen gegeben.

Konkurrenzkampf bei den Löwen

"Dazu sag‘ ich lieber nix", wiegelte Mauersberger auf AZ-Nachfrage ab, und fügte grinsend hinzu: "Alles gut." Sein Grinsen war noch schneller wieder aus seinem Gesicht verschwunden als der gebürtige Münchner danach in der Kabine. Mauersberger ist mit der Situation alles andere als zufrieden. Als eine von drei Säulen des Teams (neben Timo Gebhart und Sascha Mölders) vorgesehen, droht das Fundament unter Säule Mauersberger etwas zu bröckeln – "Mauer", wie er im Team gerufen wird, hat derzeit Sendepause.

"Ich persönlich bin froh, dass Konkurrenzkampf da ist. So steigern wir uns gegenseitig", sagte Kapitän Weber. Und fügte über einen möglichen Bonus der Binde hinzu: "Wenn ich eine Woche scheiße trainiere, werde ich auch nicht spielen." Webers Nebenmann Steinhart zeigte sich zuletzt nicht nur als Profiteur auf dem Rasen, sondern auch gesprächiger als Bankdrücker Mauersberger. "Er ist ein super Spieler", erklärte der 25-Jährige über seinen Konkurrenten, "das wissen wir alle. Wir brauchen ihn in unserer Mannschaft." Er sagte aber auch: "Jeder will spielen. Ich habe länger nicht gespielt, natürlich will ich jetzt auf meine Spielzeiten kommen."

Eine diplomatische Kampfansage Steinharts, der innen auflaufen kann, aber gelernter Linksverteidiger ist und sich dort mit Christian Köppel und Kilian Jakob (sollte der nicht zum FC Augsburg wechseln) misst. Der zuletzt vertragslose Ylli Sallahi, einst beim FC Bayern und zuletzt beim Karlsruher SC, dagegen dürfte kein Löwe werden: Der unfit wirkende Österreicher brach am Montag sein überraschendes Test-Training ab. Bierofka erklärte: "Es ist kein Probetraining. Er hat bei uns angefragt und will sich fit machen. Man merkt, dass er zu kämpfen hat."

Zurück zu Mauersberger. Bei aller Unzufriedenheit seiner Stars ist klar: Bierofka lässt sich nicht beirren. Schon bei Gebharts Auswechslung beim 0:0 in Seligenporten, die der Protagonist nicht nachvollziehen konnte, sagte der 38-Jährige: "Das ist meine Entscheidung, Ende. Die hat jeder zu akzeptieren. Er hat keine Ausnahmestellung hier." Worte, die auch im Fall Mauersberger zutreffen. Und den Akteur womöglich an die unschöne abgelaufene Spielzeit erinnern.

Unter Benno Möhlmann vor anderthalb Jahren in der Winterpause verpflichtet, wurde der Ex-KSCler zum Leistungsträger und hatte durch seinen 1:0-Siegtreffer gegen den SC Paderborn 2016 großen Anteil am Klassenerhalt – damals unter Bierofka. Vergangene Spielzeit war Mauersberger auch unter Kosta Runjaic gesetzt, bevor er plötzlich unter Vitor Pereira in der Abstiegssaison keine Rolle mehr spielte. Kleiner Trost: Diesmal dürfte es nicht so lange dauern bis zu seinem nächsten Einsatz.

Lesen Sie auch: Bierofka über Pereira -

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