Der TSV 1860 in Dresden: Bleibt der Trend Sechzigs Friend?

Drei Gründe, warum die Löwen beim Knaller in Dresden gute Chancen auf einen Dreier haben.
| Matthias Eicher
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Warnt und lobt: Michael Köllner.
Warnt und lobt: Michael Köllner. © imago images/Lackovic

München - Der Top-Favorit mit dem zweitteuersten Kader der Liga. Und ein junges, durcheinandergewürfeltes Team auf Rang 15 der Marktwert-Tabelle. Die Vorzeichen scheinen da klar verteilt. Erst recht im heimischen Stadion. Im anstehenden Drittliga-Knaller schaut es anders aus.

TSV 1860 gegen Topspieler von Dynamo Dresden

Wenn der TSV 1860 am Sonntag bei Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden antritt (14 Uhr), steigt ein absoluter Kracher zweier Traditionsteams. "Es gibt bei Dresden so viele Topspieler in ihren Reihen, da kannst du eine ganze Latte aufzählen", schwärmte 1860-Trainer Michael Köllner und nannte nahezu eine komplette Elf des Teams von Markus Kauczinski - darunter das Ex-Löwen-Trio Yannick Stark, Philipp Hosiner und Christoph Daferner.

Der Oberpfälzer weiter: "Sie haben in dieser Saison mehrfach angedeutet, nicht nur beim DFB-Pokalsieg gegen den souveränen Zweitliga-Spitzenreiter Hamburg, dass sie ihr Handwerk verstehen."

Den HSV kegelte Dynamo sensationell mit 4:1 aus dem Wettbewerb. Dennoch gilt dieser Tage: Der Trend ist eher Sechzigs Friend.

Derzeitiges Löwen-Hoch

Die Giesinger haben durch das historische 6:1-Spektakel gegen den Halleschen FC die Sportart gewechselt - Surfen auf der Euphoriewelle ist gerade angesagt. Mit 17 Punkten und Rang zwei liegt 1860 auch nach neun Spieltagen noch in der Spitzengruppe, stärkste Offensive der Liga inklusive (20 Tore).

"Wir sind gut unterwegs und nach dem 6:1 mit dem nötigen Selbstvertrauen ausgestattet, um bei Dynamo zu bestehen", zeigt sich Chefcoach Köllner überzeugt. Er hatte sich in einen Sechzger-Pullover mit goldener Aufschrift gehüllt, eigenen Aussagen zufolge in Anspielung auf die anfangs gar nicht so tolle Halle-Leistung: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt." Nach dem Viererpack von Dennis Dressel könne - oder müsse - für weitere Erfolgserlebnisse auch wieder ein 1860-Akteur über sich hinauswachsen.

Trainer Köllner freut sich über Leistung seiner Spieler

Köllner: "Wir haben uns vor Wochen über eine Riesen-Leistung von Marius Willsch gefreut, haben Sascha Mölders schon oft in dieser Rolle erlebt." Auch Spielmacher Richard Neudecker habe kürzlich "wahnsinnig gut" gespielt.

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Während 1860 weiter auf Spitzenleistungen von Willsch (muskuläre Probleme) verzichten müsse, solle "jeder andere Spieler wissen: Heute kann es auf mich ankommen." Ob Köllner einen seiner Schützlinge auf diese Weise zum Dresden-Besieger kitzelt?

Dynamo Dresden hingegen eher abgeschlagen

Das Dynamo-Tief: Dresden rangiert mit 13 Zählern aus neun Spielen nur auf Rang acht - zu wenig für die hohen Ansprüche des Ost-Klubs. In den letzten vier Partien setzte es satte drei Niederlagen. "Die Favoritenrolle für den Aufstieg, die uns von außen immer wieder zugetragen wird, muss man differenziert betrachten. Ja, wir haben einen guten Kader. Allerdings waren wir durch Verletzungen immer wieder zu Veränderungen gezwungen", erklärte Ex-Löwe Stark im Interview mit "dfb.de". Köllner nahm auf ebensolche Aussagen Bezug: "Sie geben selbst zu, dass sie noch nicht die Performance erreicht haben, die sie erreichen wollen." Daher ist Sechzigs Ziel: "Wir wollen es nun auch schaffen, sie unter ihren Möglichkeiten zu belassen. Dann haben wir gute Chancen, dieses Spiel zu gewinnen."

Erneutes Geisterspiel für die Sechzger

Der Geister-Vorteil: Ein Fußball-Fest im Rudolf-Harbig-Stadion (32.249 Plätze), ohrenbetäubender Support aus dem legendären K-Block - es wäre ein wahrer Hexenkessel, würde die Corona-Krise die Zuschauer nicht aussperren. Gerade anhängerstarke Vereine wie 1860 und Dresden verlieren so ihren Heimat-Vorteil - kein Wunder, dass beide in der Heim-Tabelle nur im Mittelfeld liegen. Ein Fakt, den Auswärts-Spitzenreiter 1860 (drei Siege, ein Remis) nutzen will.

"Ich hätte trotzdem gerne mit Zuschauern gespielt. Das Stadion wäre ausverkauft gewesen", stellt Köllner dennoch klar: "So ein Spiel hätten wir gerne mitgenommen, denn das sind doch die, an die du dich lange erinnerst." So kann er sich - im Optimalfall - an ein Geisterspiel erinnern, bei dem seine Sechzger ihren positiven Trend vielleicht sogar beim Topfavoriten fortsetzen.

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