Das Lübeck-Syndrom: Sechzigs Patzer kommt nicht von ungefähr

Sechzigs Frust ist nach der Nullnummer beim Letzten Lübeck groß. "Das 0:0 ist wahrscheinlich für beide Teams zu wenig", sagt Michael Köllner.
| Matthias Eicher
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"Wir waren feldüberlegen, aber wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu erzielen", sagt Köllner über die Nullnummer in Lübeck.
"Wir waren feldüberlegen, aber wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu erzielen", sagt Köllner über die Nullnummer in Lübeck. © sampics / Augenklick

München - Nach Halle auch Lübeck schlagen, nur noch sieben Punkte Rückstand auf Rang drei - und dann die Dynamos abfieseln! Nicht wenige Löwen-Fans haben vor Sechzigs Auswärtsfahrt am Mittwoch in den hohen Norden diese Rechnung aufgestellt. Sie war aber letztlich nur Wunschdenken. Nach der faden Nullnummer des TSV 1860 beim VfB Lübeck geht es jetzt an die Analyse: Aus welchen Gründen konnten die Sechzger nach dem 4:0 in Halle den Liga-Letzten nicht in die Knie zwingen? Weshalb nicht zumindest dieses eine so entscheidende Törchen, das die Ausgangslage im Aufstiegsrennen ein Stück weit verbessert hätte?

Unentschieden gegen Lübeck ist für Köllner zu wenig

"Wir waren feldüberlegen, haben viele Eckbälle produziert, am Ende waren es 14 auswärts. Aber wir haben es nicht geschafft, daraus ein Tor zu erzielen", sagte Trainer Michael Köllner: "Das 0:0 ist wahrscheinlich für beide Teams zu wenig." Zum Leidwesen der Löwen sei ergänzt: wie so oft im bisherigen Saisonverlauf. Auf den zweiten Blick war das torlose Remis ein leidenschaftlich geführtes, hart umkämpftes Duell zweier Teams, die an unterschiedlichen Tabellenenden um den Abflug, respektive Verbleib in der Dritten Liga kämpfen. Ein Schützenfest war daher von vorneherein nicht zu erwarten.

Köllners Beschreibung, einen "starken Abnutzungskampf" gesehen zu haben, trifft es gut: "Beide haben um jeden Meter gekämpft." Sechzig war überlegen, sie wussten vereinzelt mit ihrer Qualität zu überzeugen. "Es gab viele Freistöße, viele Eckbälle, viele Flanken von außen", meinte Köllner zu Sechzigs Dominanz. Seine Elf erspielte sich auch zahlreiche Chancen. Doch es fehlte die Präzision, die letzte Konsequenz - das Lübeck-Syndrom.

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Löwen stellen den drittbesten Angriff

Syndrom deshalb, da das Spielgeschehen sinnbildlich für den Saisonverlauf steht: Duisburg (0:1), Rostock (0:0), Saarbrücken (1:2), Zwickau (0:1), Meppen 1:1) - ein ähnliches Krankheitsbild zeigte sich allein in den letzten neun Spielen gleich sechs Mal. Davon ausgenommen bleiben die schwache und damit löwen-untypische erste Hälfte gegen Saarbrücken und die klaren Siege gegen Magdeburg (3:0), Haching (3:1) und Halle (4:0).

Verglichen mit dem davoneilenden Spitzen-Trio Dynamo Dresden (58 Punkte), Hansa Rostock und Ingolstadt (je 54) drängt sich das Urteil auf: 1860 kann mithalten, den drittbesten Angriff der Liga (50 Tore) um Torjäger Sascha Mölders (16 davon) und die zweitbeste Defensive (25 Gegentreffer) übertrifft gemessen an der Tordifferenz nur Primus Dresden (51:23).

Fehlpass-Quote der Löwen ist zu hoch

Aber: Im Gegensatz zum Spitzen-Trio fehlen die nötige Abgezocktheit und Konstanz. Der unbeheizte Holper-Rasen von Lübeck, im gefrorenen Zustand bereits Auslöser der Spielabsage, hat Sechzigs Passspiel nicht begünstigt. Für Köllner bereits vor dem Duell zwar "Fakt", jedoch "keine Ausrede".

Die Fehlpass-Quote der Blauen war schlicht zu hoch, um Dauer-Druck erzeugen zu können: Die halbe Mannschaft, aber gerade auch Ballverteiler Dennis Dressel oder Kreativkraft Keanu Staude, spielten den Ball dem Gegner zu oft vor die Füße. Doppelter Hoffnungsschimmer für den Endspurt: "Wir haben zu Null gespielt", sagte Köllner - schon zum zehnten Mal. Und: "Bisher ist noch keiner aufgestiegen." Wenn wir vor dem Kracher gegen Dresden am Montag (19 Uhr) schon bei Sechzger-Syndromen sind: Wäre ja typisch TSV, nach einer Nullnummer beim Schlusslicht den Tabellenführer wegzuhauen. . .

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