Aaron Berzel: Der TSV 1860 bleibt für mich ein Herzensverein

Türkgücüs Neuzugang Aaron Berzel spricht in der AZ über sein Aus bei den Löwen, ein Wiedersehen mit Sechzig-Kumpel Sascha Mölders – und warum er beim Aufsteiger gerne das Käpitänsamt übernehmen würde.
| Krischan Kaufmann
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Aaron Berzel wechselte im Sommer vom TSV 1860 zu Türkgücü München.
imago images / Passion2Press Aaron Berzel wechselte im Sommer vom TSV 1860 zu Türkgücü München.

München - AZ-Interview mit Aaron Berzel: Der Defensivspezialist (28) war drei Jahre für den TSV 1860 aktiv. Nachdem sein Vertrag dort nicht verlängert wurde, wechselte er zu Aufsteiger Türkgücü.

AZ: Herr Berzel, acht Vereinswechsel stehen bislang in Ihrer Transferbilanz. Der letzte war aber mit Sicherheit der angenehmste, schließlich mussten Sie nicht mal umziehen.
AARON BERZEL: Ja, absolut. Für meine Familie war es wichtig, in München zu bleiben, meine Frau ist gerade schwanger und hat hier auch einen Job. So hatten wir weniger Stress in der Sommerpause – das war schon ein sehr angenehmer Nebeneffekt dieses Wechsels.

Trainingsgelände, Fanaufkommen und wahrscheinlich auch die Ansprüche: Bei Türkgücü ist alles eine Nummer kleiner als bei den Löwen. Hoffentlich nicht auch das Gehalt?
(lacht) Türkgücü befindet sich ja noch in der Entwicklung und da können die Bedingungen natürlich noch nicht so sein, wie bei einem ehemaligen Bundesligisten, der seit jeher eine ganz große Hausnummer in München ist.

Sie hatten auch andere Angebote, wie hat der Aufsteiger Sie überzeugt?
Ja, es gab mehrere Angebote aus der Dritten Liga und auch ein, zwei interessante Anfragen aus der Zweiten Liga. Aber die Art und Weise, wie bei Türkgücü Dinge angepackt werden und wie hier in die Zukunft gedacht wird, fand ich sehr interessant. Ich bin gerne ein Teil dieses Projekts und ich denke, dass erfahrene Spieler wie ich dem Verein helfen können, den nächsten Schritt zu gehen. Und gerade was das Medienaufkommen hier anbelangt, finde ich es auch mal ganz angenehm, nicht dauernd im Blickpunkt zu stehen. (lacht)

Berzel: 1860 hat mir keine Perspektive aufgezeigt

Am liebsten wären Sie aber ein Löwe geblieben.
Es ist ja kein Geheimnis, dass Sechzig München und Aaron Berzel einfach gut zusammengepasst haben. Ich hatte da drei richtig geile Jahre. Der TSV 1860 wird für mich immer auch ein Herzensverein bleiben. Ich habe mir da einen gewissen Status bei den Fans erarbeitet. Und es ist jetzt auch schön, zu sehen, dass ich bei Sechzig anscheinend einen Fußabdruck hinterlassen habe.

Sie haben in Ihrem Abschiedspost den TSV 1860 als Ihre "Familie" bezeichnet. Da tut so eine Trennung doch besonders weh, oder?
Ich bin lange genug im Geschäft, dass ich weiß, dass so etwas passieren kann. Natürlich hatten die Löwen zu diesem Zeitpunkt kein Budget, aber es wurde mir auch keine Perspektive aufgezeigt, dass es doch noch irgendwie klappen könnte. Türkgücü hat sich dagegen sehr um mich bemüht – und jetzt freue ich mich auf die neue Herausforderung.

Schade für Sie, dass Ihr Kumpel Sascha Mölders nicht auch zu Türkgücü gewechselt ist. Jetzt müssen Sie bei den beiden Derbys in der kommenden Saison gegen ihn spielen.
Das gehört im Fußball dazu. Sascha und ich haben ein gutes Verhältnis und wir sehen uns ja auch noch weiterhin. Natürlich ist es komisch, gegen jemand zu spielen, mit dem man zuvor drei Jahre zusammen in einer Mannschaft gekickt hat. Aber wer mich kennt, weiß, dass es in den 90 Minuten dann keine Freunde und keine Gnade geben wird – und danach werden Sascha und ich trotzdem ein oder zwei Weißbier zusammen trinken.

Berzel kann sich Kapitänsamt bei Türkgücü vorstellen

Türkgücü hat bislang elf Neuzugänge zu verzeichnen und das wird’s wohl noch nicht gewesen sein in dieser Transferperiode. Wie lange dauert es, bis eine fast komplett neu zusammengestellte Mannschaft zusammenwächst?
Die Spieler, die schon da waren, haben uns sehr gut aufgenommen. Und auch das Mannschaftsklima ist top. Jetzt gilt es natürlich, die Automatismen einzustudieren. Aber ich mache mir gar keine Sorgen, dass wir zum Saisonauftakt am 18. September nicht eine homogene Truppe auf den Platz bekommen.

Ein Kapitän muss auch noch gewählt, respektive von Trainer Alex Schmidt bestimmt werden. Eine Aufgabe, die Sie aufgrund Ihrer Erfahrung reizen würde?
Ich bin immer jemand, der gerne Verantwortung übernimmt. Von daher könnte ich mir das gut vorstellen. Natürlich gibt’s da noch den ein oder anderen Kandidaten, aber ich würde mich freuen, wenn der Trainer mir das Vertrauen schenkt. Aber selbst wenn ich nicht die Binde trage, werde ich den Mund aufmachen und versuchen, voranzugehen.

Apropos Trainer, Alex Schmidt hat bewusst noch kein Saisonziel ausgegeben. Was haben Sie sich denn persönlich für die kommende Spielzeit vorgenommen?
Ich will einfach an meine Leistung der letzten Saison anknüpfen, würde mich aber freuen, wenn ich auch das ein oder andere Tor machen würde. Da hatte ich nämlich letzte Spielzeit ein wenig Pech. Und auf die Derbys gegen die Löwen freue ich mich natürlich ganz besonders – hoffentlich dann auch vor Zuschauern. Denn ich möchte mich gerne noch mal von allen Leuten verabschieden und mich für die drei gemeinsamen Jahre bedanken. Ich denke, das haben die Fans verdient – und ich auch.

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