1860 vs. Türkgücü: Wer ist die Nummer zwei der Stadt?

Für den TSV 1860 geht es am Samstag im Duell mit Türkgücü auch um das Ranking in München hinter Bayern. Köllner: "Das Spiel hat für die Fans sicher eine besondere Bedeutung."
| Matthias Eicher
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Ein Kräftemessen als Fingerzeig? Für 1860 um Mölders (l.) und Lex geht es gegen Türkgücü auch um die Rangordnung in München.
Ein Kräftemessen als Fingerzeig? Für 1860 um Mölders (l.) und Lex geht es gegen Türkgücü auch um die Rangordnung in München. © imago images/pmk

München - Die Nummer eins, die Nummer eins, die Nummer eins der Stadt sind wir. . ." - das singen die Fans nur zu gerne nach einem Derby-Sieg. Aber wer ist nun in München die Nummer zwei hinter den großen Bayern? Am Samstag steigt es endlich, das erste Aufeinandertreffen des TSV 1860 mit seinem erstarkten Lokalrivalen: Die Löwen treffen im Grünwalder Stadion auf Türkgücü (14 Uhr, live auf Magenta Sport und im AZ-Liveticker).

Traditionsverein TSV 1860 gegen Aufsteiger Türkgücü

Hier der stolze Traditionsverein Sechzig: Meister 1966. Und 1982 dann abgebrannt. Unter dem Kult-Duo Werner Lorant und Karl-Heinz Wildmoser vom Drittliga-Meister bis an die Tür zur Champions League. Nun ja, der Rest bis zur derzeitigen Drittliga-Realität ist bekannt.

Und dort Türkgücü: erster Migrantenverein im deutschen Profifußball, die "türkische Kraft". 2016 noch in der Landesliga. Seit dem Einstieg des türkischen Millionärs Hasan Kivran unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Jetzt will Türkgücü (17 Punkte, Achter) den Linksblinker setzen - und die Löwen (19 Punkte, Vierter) schon am Samstag sportlich, als auch generell als zweite Größe hinter dem FC Bayern überholen.

In Türkgücüs Team finden sich auch viele Ex-Löwen

"Wir sind bereit", sagte Cheftrainer Alexander Schmidt, einer der vielen Ex-Löwen des ambitionierten, rotgewandeten Herausforderers: "Wir wollen das Spiel gewinnen. Stadtmeisterschaft hin oder her - wir wollen vorangekommen!"

Kollege Michael Köllner, der wieder auf Angreifer Martin Pusic zurückgreifen kann, hielt dagegen: "Eine schwierige Aufgabe, keine Frage. Aber es geht um drei Punkte, nicht vier oder fünf. Das Spiel hat für die Fans sicher eine besondere Bedeutung." Es sei auch "legitim, Ansprüche anzumelden", so Köllner. Aber: "Wer die Nummer zwei der Stadt ist, wird nicht in einem Spiel entschieden."

Sechzig steckt momentan im Tal fest

1860 musste nach furiosem Liga-Auftakt zuletzt eine kleine Ergebnis-Krise durchleiden. Günther Gorenzel meinte am Freitag dazu: "Keine Entwicklung findet linear statt. Ich vergleiche das gerne mit einer Bergtour: Nicht immer kommst du direttissima auf den Gipfel."

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Vielmehr müsse man "Umwege in Kauf nehmen". Es gebe "Phasen, in denen die Dinge nicht so leicht von der Hand gehen. In einer solchen Phase stecken wir gerade." Der Sport-Geschäftsführer verwies dabei einmal mehr auf die gelungene Etatplanung trotz schwieriger Corona-Zeiten und den Umbruch der Blauen. Und, so der Mann aus der Alpenrepublik: 1860 habe im Vergleich zur Vorsaison "bereits fünf Zähler mehr auf dem Konto".

Türkgücü München dank Schlüsselspieler wie Sliskovic auf dem Gipfel

Bei Türkgücü schaut es anders aus: Mit vielen Millionen gelang ein rasanter Gipfelsturm nach dem anderen. Köllner dazu: "Das ist kein normaler Aufsteiger. Bei ihnen haben 21 oder 22 Spieler neu angeheuert, sie haben die Mannschaft nochmal richtig umgekrempelt." Ex-Löwe Aaron Berzel, Tor-Vorbereiter Sercan Sararer (acht Assists) oder Top-Scorer Petar Sliskovic (acht Tore) lassen grüßen.

Türkgücüs Topvorbereiter:Sercan Sararer (l.).
Türkgücüs Topvorbereiter:Sercan Sararer (l.). © Rauchensteiner/Augenklick

Sechzig müsse Türkgücüs "Schlüsselspieler ausschalten" und trotz des "hohen Tempos" des Gegners "unser Spiel durchziehen", sagt Köllner. Alt-Löwe Sascha Mölders dürfte auf das Privat-Duell mit seinem Spezl Berzel brennen, um Türkgücü die Grenzen aufzuzeigen. Und ihm hinterher mit Vergnügen ins Ohr zu singen: "Die Nummer eins der Stadt sind wir!"

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