So viel Yebo steckt in Jogi

Gut acht Wochen ist es her, dass die Nationalmannschaft in Südafrika begeistert hat. Die Folgen der WM sind wahrnehmbar.Die AZ spürt sie im DFB-Team auf
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Zum WM-Start im Yebo-Dress: Mario Gomez (l.) und Bastian Schweinsteiger beim ersten öffentlichen DFB-Training in Südafrika.
az Zum WM-Start im Yebo-Dress: Mario Gomez (l.) und Bastian Schweinsteiger beim ersten öffentlichen DFB-Training in Südafrika.

Gut acht Wochen ist es her, dass die Nationalmannschaft in Südafrika begeistert hat. Die Folgen der WM sind wahrnehmbar.Die AZ spürt sie im DFB-Team auf

KÖLN Mittendrin, ganz nah bei den Menschen. Seit Samstag residiert die deutsche Nationalmannschaft im Hotel „Intercontinental“ in Köln am Heumarkt, nur einen kurzen Fußmarsch entfernt vom Dom. Fünf Wochen hatte man während der WM in der Einöde des Niemandsland bei Pretoria gewohnt, die beiden Nächte in Belgien rund eine halbe Stunde außerhalb im Städtchen La Hulpe verbracht.

Nun, in Köln, ist das anders. Man zeigt sich volksnah beim DFB. Fans drücken ihre Handys an die Scheiben der Hotellobby, um Fotos zu machen, vor der Tür werden Autogrammwünsche erfüllt. Die WM-Helden sind in der Heimat. Für Bundestrainer Joachim Löw ein Festtag. Allerdings sind noch rund 6000 Karten zu haben für das EM-Qualifikationsspiel am Dienstag (20.45 Uhr, ARD live) – der Gegner Aserbaidschan zieht wohl nicht.

O-Ton Löw: „Wir alle, der Trainerstab und die Spieler, freuen uns sehr, nach der WM endlich mal wieder in Deutschland gegen Köln zu spielen." Gegen Köln? Ob das Resultat wohl ähnlich hoch ausfallen würde wie gegen die Elf von Berti Vogts? War freilich nur ein Versprecher. Löw ist ja nicht jeck.

Eher immer noch ein bisschen Yebo. Diesen südafrikanische Begriff aus der Zulu-Sprache für „Ja! Wir packen es!“ hatte man beim DFB als WM-Motto ausgerufen, auf T-Shirts beim Training getragen. Doch wie viel Yebo steckt noch in Jogi etwas mehr als acht Wochen nach Erreichen von Platz drei? Die AZ-Analyse mit Yebo-Faktor – symbolisch und folkloristisch angemessen in Vuvuzelas gerechnet.

Der Trainer: Unverändert hohes Yebo-Potenzial. Mit dem Sieg in Belgien hat die Qualifikation gut begonnen, lästige Nachfragen bleiben dem 50-Jährigen erspart. Löw spricht klare Ziele aus: „Unsere Zielsetzung aus den ersten beiden Spielen waren sechs Punkte, ich gehe davon aus, dass wir die erreichen.“ Löw benutzt griffige Bilder: „Die Spieler von Aserbaidschan ziehen sich weit zurück, das Spiel wird laufen wie ein Handballspiel.“ Dank der Vertragsverlängerungen von ihm und seines kompletten Stabes inklusive Teammanager Oliver Bierhoff bis zur EM 2012 ist Löw locker, mächtig und selbstbewusst wie nie. Högschder Yebo-Faktor – dafür gibt’s fünf Vuvuzelas.

Der Kapitän: Philipp Lahm (26) wirkte zerknirscht, dass er im Gerangel mit Michael Ballack (33) nicht die uneingeschränkte Macht bekam, er spielt seinen Part auf dem Platz und außerhalb jedoch weiter vorbildlich. Seine Ansprüche wird er künftig zurückhaltender formulieren. Er weiß, dass die Zeit für ihn spricht. Vier Vuvuzelas.

Der Torhüter: Manuel Neuer ist auf Dauer die Nummer eins, seine guten Leistungen bei der WM haben seinen Status gesichert. „Ich habe noch viele Turniere vor mir“, sagt der 24-Jährige selbstbewusst. Vier Vuvuzelas.

Die Abwehr: Friedrich und Boateng fallen verletzt aus, auf Dauer sucht Löw aber ohnehin nach anderen Lösungen. Bayern-Profi Holger Badstuber gehört die Zukunft an der Seite von Per Mertesacker. Die offensivere Variante auf links zu Boateng ist der nun verletzte Marcell Jansen. Macht drei Vuvuzelas.

Das Mittelfeld: Podolski außer Form, Özil mit Anpassungsproblemen nach seinem Wechsel zu Real Madrid, Schweinsteiger/Khedira im Zentrum mit Trainingsrückstand. Dafür glänzte Thomas Müller auch in Belgien. Für Ballack, den Capitano a.D., wird eine Rückkehr mit jedem Sieg schwieriger. Das WM-Mittelfeld steht, schwächelt aber noch, nur Müller hebt das Niveau. Daher zwei Vuvuzelas.

Der Angriff: Miroslav Klose hat mit seinem Tor in Brüssel bewiesen, dass er trotz seiner 32 Jahre unverzichtbar ist. Für Gomez, Cacau und Kießling bleibt wie in Südafrika nur die Jokerrolle. Löw: „Sie müssen geduldiger sein.“ Eine One-Man-Show wie bei der WM: Volle Vuvuzela-Ausbeute.

Im Stadion sind die Tröten freilich verboten. Das hebt die Stimmung.

Patrick Strasser

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