Marco Reus im DFB-Team: Der Unvollendete

Dortmunds Offensivstar verzichtet nach einem Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw auf die EM-Teilnahme. Er will seinem Körper Zeit geben, "um sich zu erholen". Auch Jérôme Boateng schaut nur zu.
| Maximilian Koch
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Er verpasst mal wieder ein großes Turnier: Dortmunds Marco Reus, der seinem Körper Zeit geben will, "um sich zu erholen", wie er via Instagram bekanntgibt.
Er verpasst mal wieder ein großes Turnier: Dortmunds Marco Reus, der seinem Körper Zeit geben will, "um sich zu erholen", wie er via Instagram bekanntgibt. © GES/Augenklick

München/Dortmund - Die Bilder vom WM-Finale am 13. Juli 2014 im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro sind auch heute noch präsent.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Argentinien hielten die deutschen Weltmeister um Siegtorschütze Mario Götze im Moment ihres größten Glücks immer wieder ein Trikot in die Kameras. Die 21 war darauf zu erkennen – und sein Name: Reus.

Die deutsche Nationalmannschaft beim WM-Triumph 2014. Vorne zu sehen: Das Reus-Trikot.
Die deutsche Nationalmannschaft beim WM-Triumph 2014. Vorne zu sehen: Das Reus-Trikot. © firo/Augenklick

Die großen DFB-Momente blieben Reus verwehrt

Marco Reus (31) hatte die WM-Endrunde in Brasilien verletzt verpasst. Kurz vor Turnierbeginn zog sich der Dortmunder im Test gegen Armenien einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenkes zu. Ein Schock – für Reus und Bundestrainer Joachim Löw, der den Offensivstar als Stammspieler eingeplant hatte.

Dass es für die deutsche Mannschaft dennoch zum vierten WM-Titel reichte, passte irgendwie zu Reus' DFB-Karriere: Immer kam etwas dazwischen, die ganz großen Momente blieben ihm verwehrt. So auch diesmal.

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Reus ist nicht bei der kommenden WM dabei

"Nach einer komplizierten, kräftezehrenden und am Ende 'Gott sei Dank' erfolgreichen Saison habe ich gemeinsam mit dem Bundestrainer beschlossen, nicht mit zur EM zu fahren", schrieb Reus bei Instagram. Die Entscheidung sei ihm nun "sehr schwergefallen, da ich immer voller Stolz bin, wenn ich für mein Land auflaufen darf. Aber nach einem sehr intensiven Jahr für mich persönlich und dem Erreichen der Ziele beim BVB bin ich zum Entschluss gekommen, meinem Körper Zeit zu geben, um sich zu erholen", erklärte er weiter.

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Reus hatte sich in den vergangenen Wochen mit starken Leistungen im BVB-Trikot für eine EM-Nominierung empfohlen. Noch nach seinem überragenden Auftritt beim 4:1 im Pokalfinale gegen RB Leipzig sagte Reus in der vergangenen Woche: "Sicher würde ich gerne die EM spielen." Warum dann jetzt der plötzliche Sinneswandel?

Löw: Verletzungen haben bei Reus Spuren hinterlassen

"Wir hätten ihn schon gern dabei gehabt, aber wir respektieren seine Entscheidung", sagte Löw. "Es ist schade, denn er ist ein großartiger Fußballer." Aber eben auch einer, der in seiner Karriere oft mit Verletzungen zu kämpfen hatte. "Mit großen Kraftanstrengungen hat sich Marco nach seinen Verletzungen immer wieder nach oben gekämpft", erklärte Löw weiter. "Aber das hat Spuren hinterlassen bei ihm."

Reus sei ein "bisschen müde", so Löw: "Er hat mir ganz offen gesagt, dass eine Pause für seinen Körper gut wäre. Aber wir brauchen jetzt viel Energie und eine hohe Intensität bei der EM."

"Wir hätten ihn schon gern bei der EM dabei gehabt", sagt Bundestrainer Joachim Löw (l.) über BVB-Star Reus.
"Wir hätten ihn schon gern bei der EM dabei gehabt", sagt Bundestrainer Joachim Löw (l.) über BVB-Star Reus. © dpa

Reus fehlte auch bei der EM 2016

Reus bleibt damit der Unvollendete im DFB-Team. Erst bei zwei Turnieren für Deutschland stand er auf dem Feld: Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine sowie dem WM-Debakel 2018 in Russland. Neben dem WM-Triumph 2014 verpasste er auch die EM 2016 angeschlagen. Im Trainingslager in der Schweiz wurde Reus aus dem Kader gestrichen. "Er hat massive gesundheitliche Probleme. Er kann nur geradeaus laufen", lautete damals Löws Begründung. Insgesamt lief Reus bislang in 44 Spielen für das DFB-Team auf, dabei erzielte er 13 Tore.

Die Pause wolle er nun "sinnvoll nutzen, um optimal in die neue Saison starten zu können! Ich wünsche Jogi und unserem Team alles, alles Gute für die EM und werde als Fan mitfiebern und die Daumen drücken", schrieb Reus.

Boateng nicht für EM-Kader nominiert

In der Fan-Rolle wird sich auch Bayerns Jérôme Boateng (32) befinden. Löw verzichtete auf eine Rückholaktion des Weltmeisters von 2014. "Auch über Jérôme haben wir uns Gedanken gemacht", erklärte der Bundestrainer: "Er hat extrem viel geleistet für Deutschland, er hatte auch einen großen Anteil am Erfolg des FC Bayern in dieser Saison."

Es gebe aber eben andere Spieler, "die bei uns über eine gewisse Zeit in der Abwehr gute Leistungen gezeigt haben wie Niklas Süle oder Toni Rüdiger", ergänzte Löw: "Deswegen haben wir uns entschieden, nur Mats Hummels zu holen, weil wir andere Spieler haben, und nicht Jérôme."

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