Loris Karius und Jürgen Klopp Torwart-Alptraum in Champions League - Kahn spottet

Was für zwei schlimme Patzer! Der deutsche Torhüter Loris Karius hat den Liverpooler Traum vom Champions-League-Titel zerstört. Oliver Kahn stellt eine ganz düstere Prognose für dessen Zukunft. Auch Jürgen Klopp äußert sich zu den Aussetzern.
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Torhüter Loris Karius erlebt größten Albtraum. «Wünscht man seinem Feind nicht», sagt Trainer Jürgen Klopp.
imago Torhüter Loris Karius erlebt größten Albtraum. «Wünscht man seinem Feind nicht», sagt Trainer Jürgen Klopp.

Kiew - Loris Karius wollte ganz schnell weg. Nichts mehr hören, nichts mehr sehen - der deutsche Keeper verschwand nach seinen zwei unfassbaren Blackouts beim 1:3 (0:0) im Champions-League-Finale gegen Titelverteidiger Real Madrid zügig im Bus des FC Liverpool. "Das wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht, das ist Wahnsinn, das ist ganz, ganz hart", sagte Klopp am Samstag im TV-Sender Sky zu den Fehlern seines Landsmannes.

Mit einem schlampigen Abwurf hatte Karius dem Franzosen Karim Benzema den Führungstreffer geradezu geschenkt, beim dritten Treffer ließ der 24-Jährige einen 35-Meter-Schuss von Gareth Bale durch die Finger flutschen. Was folgte, waren die wohl schlimmsten Momente seiner noch jungen Fußballerkarriere.

Karius weinte bittere Tränen, als er den schweren Gang in die Liverpool-Kurve machte und sich entschuldigte. Es folgte eine quälend lange Medaillenzeremonie, ehe er kurz vor Mitternacht Ortszeit endlich diesen für ihn so düsteren Ort verlassen durfte.

Der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn war als ZDF-Experte geradezu fassungslos. "Ich kann mich nicht erinnern, aus Torwartsicht jemals etwas Brutaleres gesehen zu haben als heute, gerade in einem Finale", sagte Kahn. Das könne die Karriere eines Torwarts zerstören, ergänzte der frühere Welttorhüter.

Damit dürften in Liverpool die Torwartdiskussionen wieder neu entbrennen. Karius hatte bereits einen denkbar schlechten Start in Anfield. Für sechs Millionen Euro dank einer Ausstiegsklausel vom FSV Mainz verpflichtet, hatte Karius im Sommer 2016 in der Vorbereitung gleich einen Handbruch erlitten. Als er wieder fit war und ins Tor durfte, unterliefen ihm viele Fehler. Schnell hatte er den Spitznamen "Flutschfinger" weg. Klopp machte zwischenzeitlich Simon Mignolet zur Nummer eins, doch auch der Belgier war zu fehlerhaft.

Anfang des Jahres hatte Klopp seinen Landsmann wieder zur Nummer eins gemacht. In 32 Spielen stand dabei 16 Mal die Null. Doch das dürfte seit der traumatischen Nacht von Kiew nicht mehr zählen.

Karius entschuldigt sich für Blackout: "Es tut mir leid für alle"

Karius hat sich für seinen fatalen Blackout im verlorenen Champions-League-Finale bei seinen Teamkollegen und den Fans entschuldigt. "Es tut mir leid für alle, für das Team, für den ganzen Club. Ich habe sie im Stich gelassen", sagte der Keeper des FC Liverpool in der Nacht zum Sonntag nach der Niederlage.

"Diese Tore haben uns den Titel gekostet", räumte der frühere Mainzer ein, der im Endspiel die wohl bislang schlimmsten Momente seiner Fußballerkarriere erlebte. "Es ist das Leben eines Torhüters. Man muss wieder aufstehen", sagte Karius.

Spott von Oliver Kahn

"Er wird einen schweren Sommer haben", prophezeite Reds-Legende Steven Gerrard dem deutschen Keeper nach dem persönlichen Desaster beim 1:3 (0:0) im Champions-League-Finale gegen Real Madrid am Samstag. Der frühere Welttorhüter Oliver Kahn fügte als ZDF-Experte hinzu: "Das kann die Karriere eines Torhüters zerstören."

Zuvor hatte Kahn über die offen zur Schau gestellten Gefühle von Fußballstars gelästert. Kahn hielt Mohamed Salahs und Daniel Carvajal Tränen bei deren Auswechslungen für vollkommen unangebracht. "Dass die alle immer weinen", ätzte der Welttorhüter. "Ich weiß nicht, was sich da eingebürgert hat. Jeder weint immer, wenn er verletzt ist - das kann man doch auch später machen." Also erst in der Kabine dürfe man den Gefühlen freien Lauf lassen - so habe er es als Spieler selbst gehandhabt.

Im Internet kam die Tränen-Kritik des Titans übrigens gar nicht gut an. Auf Twitter gab's von etlichen Usern Gegenwind. Den von bitteren Tränen begleiteten Zusammenburch von Loris Karius' nach Abpfiff ließ Kahn immerhin unkommentiert. 

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