Klose schießt Deutschland nach Südafrika

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das Ticket für die WM in Südafrika vorzeitig gelöst. Die DFB-Elf kam in Moskau zu einem glücklichen 1:0-Erfolg. Den Siegtreffer erzielte Bayern-Stürmer Miroslav Klose.
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Bestnote für Rene Adler: Der Torwart parierte absolut WM-würdig.
AP Bestnote für Rene Adler: Der Torwart parierte absolut WM-würdig.

MOSKAU - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das Ticket für die WM in Südafrika vorzeitig gelöst. Die DFB-Elf kam in Moskau zu einem glücklichen 1:0-Erfolg. Den Siegtreffer erzielte Bayern-Stürmer Miroslav Klose.

Auf nach Südafrika! Dank einer taktischen Meisterleistung und Torschütze Miroslav Klose hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Kraftprobe auf Kunstrasen in Moskau bestanden und vorzeitig das Ticket für die Weltmeisterschaft 2010 gelöst.

Durch das 1:0 (1:0) in Russland machte das Team von Joachim Löw am Samstag vor 75 000 Zuschauern im Luschniki-Stadion den Gruppensieg perfekt, obwohl Debütant Jerome Boateng 20 Minuten vor dem Ende mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Zum Erfolgsgaranten wurde neben Klose, dem in der 35. Minute der Siegtreffer gelang, auch Torhüter Rene Adler. Der Leverkusener Keeper verhinderte gegen stark drängende Russen in der zweiten Halbzeit gleich mehrfach den drohenden Ausgleich. Nach der geschafften Qualifikation geht es im letztes Gruppenspiel am Mittwoch in Hamburg gegen Finnland nur noch ums Prestige.

„Ich habe vor dem Spiel gespürt, dass jeder meiner Spieler das Sieger-Gen in sich hat. Selbstverständlich hatten wir in einigen Situationen auch Glück“, sagte Bundestrainer Löw. „Wir waren nervenstark und haben an uns geglaubt. Deshalb haben wir verdient das Ergebnis erzielt, das wir wollten“, bilanzierte Kapitän Michael Ballack die 90 Minuten. „Ich glaube, im Hinspiel haben wir besser gespielt, aber heute hat sich jeder an die taktischen Vorgaben gehalten“, hielt Philipp Lahm fest. Auch Adler war einfach happy: „Dass es für mich persönlich so gut lief, macht mich unheimlich glücklich“, sagte er nach dem „emotionalsten Spiel meiner Karriere“.

Hinten sicher stehen, im Mittelfeld die Ordnung behalten und nach vorne Nadelstiche setzen – im ersten Länderspiel auf künstlichem Grün ging Löws Taktik voll auf. Die deutsche Elf agierte taktisch diszipliniert und ließ den Russen lange Zeit kaum Spielraum für ihr gefürchtetes Kurzpassspiel. Ballack war in seinem 96. Länderspiel Chef im Mittelfeld, obwohl er gegen Ende der ersten Halbzeit einen Schlag auf den Knöchel bekam und behandelt werden musste. An seiner Seite deutete Mesut Özil einmal mehr sein enormes spielerisches Potenzial an. Als kämpferisches Vorbild sammelte Bastian Schweinsteiger Fleißpunkte und gab keinen Ball verloren.

Löws mutige Entscheidung, Boateng als 31. Debütanten in seiner Amtszeit auf die rechte Abwehrseite und gegen den schnellen Igor Semschow zu stellen, erwies sich 68 Minuten lang als guter Griff. Der Hamburger zeigte kaum Nervosität, ließ aber doch einen Hang zum Leichtsinn erkennen. In der 69. Minute wurde Boateng für sein ungestümes Verhalten bestraft. Wegen erneuten Foulspiels flog der bereits verwarnte Abwehrspieler vom Platz.

Miroslav Klose: Im Team trifft er

In vorderster Front unterstrich Klose einmal mehr seine große Bedeutung für das Team. Der im Bayern-Dress in dieser Saison noch torlose Angreifer vollendete den schönsten Angriff des Spiels zu seinem 48. Länderspiel-Treffer und hat damit als alleiniger Dritter der DFB-Rangliste nur noch Joachim Streich und Gerd Müller vor sich. Hinten hielt Adler den Kasten einmal mehr sauber und ist nun seit 297 Länderspiel-Minuten ohne Gegentor. Damit sammelte der Vertreter des erkrankten Robert Enke weitere dicke Pluspunkte im Kampf um den Stammplatz als Nummer 1 gegen den diesmal auf der Bank sitzenden Manuel Neuer sowie Tribünenzuschauer Tim Wiese.

Auf den Rängen machten die russischen Fans ein Heidenspektakel, auf dem ungewohnten Kunststoff-Grün bewies die deutsche Elf Übersicht und Disziplin. Ein Schuss von Alexander Kerschakow (8.), der weit am deutschen Tor vorbeiflog, war die ganze Ausbeute in einer Anfangsphase, in der beide Mannschaften Rasenschach boten und großen Respekt voreinander erkennen ließen. Mitte der ersten Halbzeit wurde die Löw-Elf aktiver und kam zur ersten guten Möglichkeit durch den von Mesut Özil bedienten Lukas Podolski (23.).

Hoher Sbornaja-Druck in Durchgang zwei

Die erste wirklich kritische Situation vor dem deutschen Gehäuse wurde von Andrej Arschawin eingeleitet, der im Mittelfeld einen seiner gefürchteten Spurts anzog. Wladimir Bystrow (30.) konnte die Vorarbeit seines Teamkollegen allerdings nicht nutzen und scheiterte an dem herausstürzenden Adler. Die bis dahin schönste Kombination des Spiels führte wenig später zur deutschen Führung. Nach sehenswertem Direktspiel über Podolski und Özil setzte sich Klose an der Grenze des Fünf-Meter-Raums energisch durch und spitzelte den Ball zur Freude der 2500 deutschen Fans im Stadion über die Linie.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhte die Sbornaja den Druck und Adler rückte immer mehr in den Blickpunkt. In der 53. und 55. Minute entschärfte er Arschawins Geschosse und verhinderte den Ausgleich. Dann zischte ein spektakulärer Fallrückzieher von Bystrow (56.) haarscharf über den deutschen Kasten. Auf der Gegenseite rasierte ein 30 Meter-Schuss von Özil die Lattenoberkante (58.).

Löw reagierte auf den Verlust von Boateng und brachte 18 Minuten vor dem Ende für Özil Abwehrspieler Arne Friedrich aufs Feld, der die stark geforderte Defensive in der Schlussphase stabilisieren sollte. Dennoch ging das Zittern um die drei Punkte bis zum Schluss weiter, denn Entlastungsangriffe gelangen kaum noch. Doch mit Glück und Adlers Paraden hielt das zu Null. Zwei Minuten vor Schluss versagte der Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca den Gastgebern beim Foul von Friedrich an Bystrow sogar noch einen Strafstoß.

dpa

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