Joachim Löw und die vier wichtigsten Fragen

Wie macht der Bundestrainer die Abwehr sicherer? Wer macht den Schweinsteiger? Wer ist Torjäger Nummer 1? Wer hat das größte Entwicklungspotenzial? Die Antworten
| fbo/ps
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MÜNCHEN 4:3 oder 1:0, was ist das bessere Ergebnis? Zuletzt hat die DFB-Elf auf dem Platz ja eher fürs 4:3 votiert, weil sie in den letzten drei Testspielen gegen Ecuador (4:2), USA (3:4) und Paraguay (3:3) Defensivschwächen offenbart hat, die vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (20.45 Uhr/ZDF) die Frage aufwerfen: Ist die Nationalmannschaft endlich mal ganz dicht?

„Schön und gut, wenn man in jedem Spiel drei oder vier Tore schießt, aber man muss auch schauen, dass man das eigene Tor verteidigt”, bemängelte Sami Khedira zuletzt. Eine Belehrung von Bundestrainer Joachim Löw? Der wehrt sich energisch gegen Kritik, meint: „Ich bin nicht bereit zu sagen: ’Wir lassen uns jetzt hinten reinfallen und spielen auf Konter.’”

Druck? Spürt Löw nicht. Er verspricht einfach cool: „Wir schießen gegen Österreich auf jeden Fall mehr Tore als wir bekommen.” Generell scheinen seine Spieler den Defensivgedanken auch wieder mehr verinnerlicht zu haben. „Am meisten Spaß machen 1:0-Siege”, sagt sogar Thomas Müller, eigentlich ja ein Offensiver, „da ist bis zur letzten Minute Adrenalin drin”. Wenn man hingegen nach 50 Minuten 5:0 führe, sagt Müller, „macht auf dem Platz die letzte halbe Stunde keinen Spaß mehr”.

Welchen Fragen sich Löw vor dem Nachbarduell stellen muss:

Die A-Frage: Wie macht Löw die Abwehr sicherer? Er verspricht: „Es wird, was die Defensive angeht, eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz stehen.” Im Training standen Übungen im Vordergrund, die eine bessere Ordnung auf dem Platz gewährleisten sollen. „Wir haben schon bewiesen, dass wir’s können”, sagt Torwart Manuel Neuer, der die Spiele gegen Österreich und die Färöer am Dienstag möglichst ohne Gegentor hinter sich bringen will. Ein Gewinner der Trainingswoche: Jérôme Boateng, der von Löw endlich nur noch auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung vorgesehen ist.

Die S-Frage: Wer macht den Schweinsteiger? Der Vize-Kapitän fällt mit Knöchelproblemen aus, hinterlässt ein Vakuum als Spielgestalter und Führungsspieler. Überhaupt ist das defensive Mittelfeld – Ilkay Gündogan fehlt verletzt, Lars Bender fällt mit einem kleinen Einriss der Muskelhülle am Becken auch fürs Spiel auf den Färöern aus – dünn besetzt. Wie zuletzt beim FC Bayern wird Toni Kroos Schweinsteigers Posten einnehmen. „Ich bin bereit”, sagt er der AZ. Den Ton angeben soll dagegen Chef-Kritiker Khedira. „Sami hat mittlerweile eine wichtige Funktion”, sagt Löw, „er ist ein echter Führungsspieler.”

Die T-Frage: Wer ist Löws Torjäger Nummer eins? Mario Gomez und Miroslav Klose standen von 2009 bis 2011 gemeinsam beim FC Bayern im Kader, nun sind sie auch in der Serie A Rivalen. Als Florenz-Stürmer Gomez zuletzt in Kaiserslautern für Lazio-Angreifer Klose ins Spiel kam, gab es Pfiffe. „Es kann nicht sein, dass ein Nationalspieler ausgepfiffen wird”, sagt Gomez. Gegen Österreich wird wohl wieder Klose starten – und dann vielleicht endlich den Torrekord von Gerd Müller (67 zu 68 Tore) brechen.

Die E-Frage: Wer hat bis zur WM das größte Entwicklungspotenzial? Max Kruse und Sidney Sam sollen in der Offensive den Druck auf die Stammspieler erhöhen. Einen Sprung in der WM-Saison erwartet sich der Bundestrainer zudem von André Schürrle und Julian Draxler. Auch Marco Reus – gegen Österreich wieder in der Startelf – muss seine BVB-Form mal wieder im DFB-Dress bestätigen. 

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