Generalprobe der DFB-Truppe - und dann?

Wie sind die letzten Testspiele des deutschen Teams vor großen Turnieren gelaufen - und wie schnitt die DFB-Truppe dann dort ab? Ein Überblick der AZ: Von der WM 2010 bis zum Karacho-Aus bei der WM 2018.
| Patrick Strasser
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Blamage im Test noch verhindert, die kommt dann bei der WM 2018: Saudi-Arabiens Taiseer Al-Jassams (M.) trifft beim 2:1-Sieg der Deutschen zum Endstand, bei der WM ist ganz peinlich in der Vorrunde Schluss.
Blamage im Test noch verhindert, die kommt dann bei der WM 2018: Saudi-Arabiens Taiseer Al-Jassams (M.) trifft beim 2:1-Sieg der Deutschen zum Endstand, bei der WM ist ganz peinlich in der Vorrunde Schluss. © Ina Fassbender/dpa

In der Theaterszene ist nichts gefürchteter als eine funktionierende, gelungene Generalprobe. Da kann die Premiere ja nur schiefgehen.

Umgekehrt hat man es lieber: Eine schlechte letzte Probe voller Pannen weckt Zweckoptimismus und Vorfreude. Demnach hätte die DFB-Auswahl 2014 in Brasilien niemals Weltmeister werden können und dafür 2018 in Russland triumphieren müssen. Denn das Omen kehrte sich jeweils um.

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Wie schlugen sich die Mannschaften von Bundestrainer Joachim Löw in ihrem jeweils letzten Test vor einem Turnier? Und was könnte das für die Generalprobe vor der EM gegen Lettland in Düsseldorf bedeuten?

Eine kurze Zeitreise der AZ in die vergangenen Appetizer-Matches der Nationalelf. Die Generalproben:

Vor der WM 2010 - Lahm mit Boss-Attitüde

In Frankfurt hieß der Gegner vor der Abreise nach Südafrika Bosnien-Herzegowina. Nach der frühen Führung von Edin Dzeko ging es mit einem 0:1 in die Pause. Zuvor hatte es in Ungarn ein souveränes 3:0 gegeben, mit einer Niederlage wollte man sich nicht nach Afrika verabschieden. Kapitän Philipp Lahm (der Ersatz des kurz zuvor verletzten Michael Ballack) sowie ein Doppelpack von Bastian Schweinsteiger sicherten das 3:1 und eine optimistische Stimmungslage. In der Startelf von damals: Bereits acht spätere Weltmeister von 2014 plus Holger Badstuber, Arne Friedrich und Piotr Trochowski. Im Tor Manuel Neuer, eingewechselt wurden Thomas Müller und Toni Kroos, die auch im aktuellen EM-Kader stehen. In Südafrika wurde die DFB-Auswahl Dritter.

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Vor der EM 2012 - Gomez trifft!

Mit einem unspektakulären 2:0 gegen Israel in Leipzig (Tore: Mario Gomez, André Schürrle) im Gepäck verabschiedete man sich zum Turnier in Polen und der Ukraine. In der Startelf neun künftige Rio-Weltmeister plus Gomez und erneut Ex-Bayer Badstuber. Neuer, Müller, Kroos spielten von Beginn an, Mats Hummels und Ilkay Gündogan blieben auf der Bank. Beim Turnier scheiterte das DFB-Team im Halbfinale an Italien und Muskel-Mario Balotelli - 1:2.

Vor der WM 2014 - Drama um Reus

Das lockere 6:1 gegen Armenien in Mainz (zur Pause 0:0!) geriet angesichts der schweren Verletzung von Marco Reus zur Nebensache. Die niederschmetternde Diagnose für den Dortmunder: Teilriss der vorderen Syndesmose oberhalb des linken Sprunggelenks plus knöcherner Bandausriss an der Fersenbein-Vorderseite. WM-Traum geplatzt. Nachrücker und Profiteur: Shkodran Mustafi, der mit den Kollegen wenige Wochen später Weltmeister wurde. Übrigens: Beim 6:1 gegen Armenien traf neben Schürrle, Lukas Podolski, Benedikt Höwedes und Miro Klose auch ein gewisser Mario Götze (2) - als Joker!

Vor der EM 2016 - es müllert nur auf Schalke

Beim soliden 2:0 gegen Ungarn in Gelsenkirchen standen noch acht Rio-Weltmeister in der Startelf, dazu Julian Draxler, Antonio Rüdiger und Jonas Hector. Zum Eigentor von Ádám Lang kam ein Treffer von Müller. In Frankreich scheiterte die Löw-Truppe im Halbfinale mit 0:2 am Gastgeber, Müller blieb weiter ohne EM-Treffer.

Vor der WM 2018 - Polit-Ärger um Gündogan & Özil

Böse Brisanz steckte in der Vorbereitung: Viele Fans verziehen den türkisch-stämmigen Gündogan und Mesut Özil ihr Treffen mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht. Und so wurde Gündogan beim 2:1 gegen Saudi-Arabien in Leverkusen bei seiner Einwechslung übel ausgepfiffen. Özil hatte man vorsorglich geschont. Gegen den Außenseiter traf Timo Werner, dazu kam ein Eigentor. Kurz vor Schluss verkürzte Taiseer Al-Jassam, am Ende fing sich die DFB-Elf beinahe das 2:2.

Viele Baustellen, die in Russland in der sportlichen Katastrophe endeten: im historisch schlechten Vorrunden-Aus.

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