DFB-Verstoß gegen FIFA-Regeln: Kein deutscher Spieler bei PK

Der DFB schickt keinen Spieler zur Pressekonferenz vor dem Spanien-Spiel. Das ist ein Verstoß gegen die WM-Regeln. Die Absenz ist aber kein Novum. 2010 schwänzte sogar Bundestrainer Löw.
| AZ/dpa
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Bereitet das DFB-Team auf die wichtige Partie gegen Spanien vor: Bundestrainer Hansi Flick.
Bereitet das DFB-Team auf die wichtige Partie gegen Spanien vor: Bundestrainer Hansi Flick. © Federico Gambarini/dpa

Einen Tag vor dem wichtigen WM-Gruppenspiel gegen Spanien verstößt der Deutsche Fußball-Bund gegen die FIFA-Regularien.

Neben Bundestrainer Hansi Flick wird am Samstagnachmittag kein Nationalspieler auf dem Podium bei der obligatorischen Pressekonferenz sitzen. Das teilte der DFB etwas mehr als eine Stunde vor dem für 16.15 Uhr Ortszeit (14.15 Uhr MEZ) angesetzten Termin im internationalen Medienzentrum in Doha mit.

Grund für die Entscheidung sind die Abläufe der Nationalmannschaft am Vortag des zweiten WM-Spiels. Das Abschlusstraining für das Spanien-Duell wurde von Flick für 19.30 Uhr katarischer Zeit (17.30 Uhr/MEZ) in Al-Shamal unweit des Teamhotels und damit eine gute Stunde Fahrtzeit vom Pk-Ort angesetzt. Eine Reaktion der FIFA war angefragt. Eine Geldstrafe ist möglich. 

Regelung in Turnierordnung festgehalten

Laut FIFA-Regularien sind die Teams verpflichtet, eine Pressekonferenz am Vortag mit dem Cheftrainer und einem Spieler abzuhalten. Diese Regel ist in Artikel 44 der Turnierordnung festgehalten. Sie wurde den Mannschaften in einem Rundschreiben nochmals im Detail übermittelt, wie die FIFA am Samstag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. 

Eine Pressekonferenz ohne komplette DFB-Besetzung ist kein WM-Novum. 2010 fehlte der damalige Bundestrainer Joachim Löw beim Turnier in Südafrika bei der Medienrunde vor dem WM-Achtelfinale gegen England (4:1). Er schickte Torwarttrainer Andreas Köpke. Damals begründete der DFB dieses Vorgehen durch die kurzfristige Verlegung des Abschlusstrainings in ein anderes Stadion. Löw hätte die Einheit nicht bis zum Ende verfolgen können, um rechtzeitig bei der PK zu sein. Eine FIFA-Strafe gab es damals nicht.

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In Katar hatte der DFB gehofft, die Abschluss-Pressekonferenz in seinem Medienzentrum in Al-Shamal unweit des Teamhotels abhalten zu können. Die FIFA veranstaltet alle finalen Medienrunden aber in Doha und beharrte nun auf ein Erscheinen der DFB-Delegation. 

Medienzentrum 100 Kilometer weit entfernt

Das Medienzentrum in der Hauptstadt ist mehr als 100 Kilometer vom deutschen Teamquartier und Trainingsgelände ganz im Norden Katars entfernt. Bei einer Niederlage gegen Spanien am Sonntag (20.00 Uhr live im ZDF bei MagentaTV und im AZ-Liveticker) droht Deutschland das Aus nach der Vorrunde.

An der Pressekonferenz vor dem WM-Auftakt gegen Japan (1:2) hatte am Dienstag neben Flick noch Joshua Kimmich als Spieler teilgenommen. Da die Partie aber in Doha stattfand, war der gesamte DFB-Tross bereits einen Tag zuvor in die Hauptstadt gereist. Diesmal wird die Nationalmannschaft erst am Spieltag zum etwa 70 Kilometer vom WM-Quartier entfernten Al-Bait Stadion in Al-Chaur fahren.

Zum Wochenanfang hatte das FIFA-Verbot der One Love-Kapitänsbinde, die Kapitän Manuel Neuer bei der WM nicht tragen darf, für einen großen Konflikt zwischen DFB und Weltverband gesorgt. 

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