DFB-Elf: Wer um seinen Platz zittern muss

274 Tage sind es bis zum EM-Finale. Vor allem Außenverteidiger fehlen Bundestrainer Joachim Löw. Viele Spieler sind aber auch schon gesetzt. Die Kader-Analyse.
| Patrick Strasser
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Wer ist gesetzt, wer muss weiter um einen Platz zittern? Die AZ macht die Kader-Analyse für die deutsche Nationalmannschaft.
dpa Wer ist gesetzt, wer muss weiter um einen Platz zittern? Die AZ macht die Kader-Analyse für die deutsche Nationalmannschaft.

Leipzig - Am Montag meldete sich der Kapitän zu Wort. Bastian Schweinsteiger, bei beiden EM-Qualifikationsspielen verletzungsbedingt nur Zuschauer, ließ auf der Verbandshomepage einen Brief veröffentlichen. „Liebe Fans der Mannschaft, Spiel gewonnen, Ziel erreicht, Ticket gebucht – Frankreich, wir kommen!“, heißt es da. Der Ex-Bayer schreibt, dass er gemeinsam mit den Fans einen „neuen Jubelsommer“ anstrebe. „Wir wollen den nächsten Titel.“

In 274 Tagen steigt das EM-Endspiel 2016 im Pariser Vorort St Denis. An Ort und Stelle testet die Nationalelf die Qualität des Gastgebers Frankreich am 13. November. Vier Tage später misst man sich voraussichtlich mit den Niederlanden, falls diese nicht doch noch Playoff-Platz drei erreichen – dann wäre die Türkei der Gegner. In diesen Partien könne die DFB-Elf „an unserem Image arbeiten“, wie Thomas Müller anmerkte; Joachim Löw kann personell experimentieren. Denn der Bundestrainer ist noch auf der Suche nach dem perfekten Kader.

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Die Knipser-Debatte stellt nicht die einzige Baustelle Löws dar. Dringlichkeit ist auch geboten bei der Suche nach den perfekten deutschen Außenverteidigern. Im September probierte Löw Emre Can (FC Liverpool) auf rechts in zwei Partien aus, im Oktober Matthias Ginter von Borussia Dortmund. Keiner konnte restlos überzeugen, sie bleiben Notlösungen – wie auch Hoffenheims Allrounder Sebastian Rudy. Womöglich greift der Bundestrainer kurz vor Turnierbeginn wieder auf die Routinier-Alternative Benedikt Höwedes vom FC Schalke zurück. Auf der linken Seite macht Jonas Hector vom 1. FC Köln seine Sache ordentlich, aber mehr auch nicht. Ihm fehlt zudem Erfahrung aus Europacup-Duellen. Doch wen soll Löw nominieren? Marcel Schmelzer wohl nicht mehr. Sein BVB-Vereinskollege Erik Durm ist seit langem verletzt. Bliebe noch: ein Comeback von Dennis Aogo (Schalke), den Löw kürzlich nannte.

„Deutschland wird eine sehr, sehr gute Mannschaft stellen“

Gesetzt sind bei den Feldspielern: Jérôme Boateng, Mats Hummels, wohl auch Shkodran Mustafi. Im Mittelfeld: Neben Kapitän Schweinsteiger Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Mesut Özil. Christoph Kramer ist im Formtief, Sami Khedira hat gerade erst sein Comeback bei Juventus Turin gefeiert. Als (Außen-)Stürmer sicher dabei: Thomas Müller, Mario Götze und Marco Reus. Um weitere Kader-Plätze kämpfen Karim Bellarabi, André Schürrle und Lukas Podolski.

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Außenseiter-Chancen haben die Schalker-Talente Max Meyer, Leon Goretzka und Leroy Sané. „Wir haben einen Stamm, auf den wir zählen. Aber die Tür ist absolut nicht zu“, meinte Löw. Acht Monate sind es noch bis zur Endrunde in Frankreich, fünf bis maximal sechs Testspiele. Der Weltmeister wurde zwar standesgemäß Gruppenerster in der Qualifikation. Doch ohne Show, ohne Glanz. „Ich kann versprechen, dass Deutschland bei der EM wieder eine sehr, sehr gute Mannschaft stellen wird – mit sehr guten Chancen“, sagte Kroos im Vertrauen auf die Stärke der „Turniermannschaft“, was ein besserer Spitzname als „Die Mannschaft“ wäre.

„Bei der EM werden wir hoffentlich zu dem Spiel finden, das man von der deutschen Nationalmannschaft kennt“, sprach der Mann, um dessen Form und Position sich Löw nullkommanull Sorgen machen muss: Torhüter Manuel Neuer, der beste Mann des kalten Abends in Leipzig. Und das in einem Heimspiel gegen einen Gegner des Kalibers Georgien.

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