DFB-Elf: Experimente de luxe

Das Prestige-Duell gegen Holland am Dienstag ist für das DFB-Team sicher mehr als ein Testspiel. Doch nur wenige Punkte sind offen - Löws Probleme hätte man gerne.
| Thomas Becker
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Das Prestige-Duell gegen Holland am Dienstag ist für das DFB-Team sicher mehr als ein Testspiel. Doch bei den wenigen offenen Punkten möchte man Löw zurufen: Diese Probleme hätte man gerne.

Es ist Joachim Löws 75. Einsatz als DFB-Coach, das letzte Länderspiel des Jahres und das auch noch gegen den ewigen Rivalen Holland – eigentlich kein Spiel für Experimente. „Mit Sicherheit wird es nicht so ein Testspiel sein, wo man Dinge probiert wie gegen die Ukraine“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff, „das ist ein sehr ernsthaftes Spiel.“ Und dennoch: Wenn das DFB-Team am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) in Hamburg auf die „Elftal“ von Coach Bert van Marwijk trifft, ist das für Löw & Co. ein Experiment de luxe. Eine Stamm-Elf gibt es ja noch nicht – wegen der vielen guten Alternativen. Die AZ beantwortet offene Fragen:

Welches System darf’s diesmal sein?
Die Spieler glauben zu wissen, was kommt: „Gegen Holland gibt es ein volles Haus. Da werden wir wieder unser gewohntes System spielen“, meinte Lukas Podolski. Vor dem Spiel in der Ukraine hatte der Bundestrainer seine Mannen ganz bewusst im Ungewissen gelassen, verriet er nun: „Normalerweise verlange ich nichts, was wir nicht vorher geübt haben. Aber diesmal habe ich in der Sitzung gesagt: 'Es kann Situationen geben, bei denen wir kurzfristig taktisch reagieren müssen – und das üben wir heute.’ Eine gute Mannschaft muss in der Lage sein, verschiedene Systeme zu spielen.“ Löw stellte aber klar: „Es gibt sicher keine Dreierkette gegen Holland.“ Da werden einige aufatmen.

Wer spielt in der Viererkette?
Definitiv: Per Mertesacker vom FC Arsenal. An seiner Seite könnten Holger Badstuber, Mats Hummels, Jerome Boateng oder Benedikt Höwedes spielen. Ein komplettes Hochqualitäts-Quartett für einen einzigen Platz: Luxus pur.

Wann gibt’s mal wieder ein Zu-null?
Seit zehn Länderspielen ist die DFB-Elf nicht mehr ohne Gegentor geblieben. An den Torhütern lag es nicht. Zu Neuling Ron-Robert Zieler sagte Löw: „Das hat er klasse gemacht. Von daher war das Debüt absolut zufriedenstellend.“ Bundestorwarttrainer Andreas Köpke lobte: „Er hat auf jeden Fall gezeigt, dass man auf ihn bauen kann.“ Gegen Holland kehrt Manuel Neuer zurück ins Team. Dann ist da ja noch Tim Wiese. Aber für den ist die emotionsgeladene Partie gegen Holland, zumal im Stadion des Werder-Rivalen HSV, eher ungeeignet.


Wer darf ins Zauber-Mittelfeld?
Auch wenn Bastian Schweinsteiger fehlt und Dennis Aogo und Christian Träsch sich gegen die Ukraine aus dem Team eher raus- als reinspielten, treten sich die Asse in der Platzmitte auf die Füße. Während Löw Toni Kroos stärkte („Er war überragend gut, bei ihm sind viele Fäden zusammengelaufen“), sagte er über seine Spielmacher Özil und Götze: „Ich werde das System nicht für Mesut und Mario umkrempeln.“ Ergo: Thomas Müller wird rechts beginnen, während sich links mit Lukas Podolski, André Schürrle und Marco Reus gleich drei Klasse-Kandidaten anbieten.

Ein oder zwei Stürmer?
Miroslav Klose an der Seite von Mario Gomez: Das gab’s lange nicht mehr. Dass beide als Solitär vorne im Zentrum funktionieren, weiß Löw. Im Rahmen der Testfestspiele wollte er sie mal wieder als Sturm-Duo ausprobieren: „Wir werden sehen, ob wir mit zwei Spitzen spielen können.“ Klose war am Sonntag beim Training dabei. „Bisher sieht es gut aus“, so die medizinische Abteilung. Bierhoff meinte: „Ich bin guter Dinge, dass er spielbereit ist. Aber wichtig ist die Flexibilität. Wir haben viele Spieler, die auf vielen Positionen spielen können.“

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