DFB-Elf: "Ein bisschen Rückenwind"

Die EM-Generalprobe der DFB-Elf gegen Israel endet mit einem mäßigen 2:0 – dank der Tore von Gomez und Schürrle. Hoffnung gibt es auch für Bastian Schweinsteiger.
| tbc/ps
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LEIPZIG - War das nun eine gelungene Generalprobe? 2:0 hat die DFB-Elf das letzte Testspiel vor der EM gegen Israel gewonnen. Überzeugt hat die Löw-Truppe dabei jedoch nicht, trotz 23:3 Torschüssen. Bundestrainer Joachim Löw meinte: „Das gibt uns ein bisschen Rückenwind. Aber noch nicht alles läuft rund.”

Für einen Sommerkick hat es dann doch zu stark geregnet. Als sich das DFB-Team vor 43.241 Zuschauern in der Leipziger Arena auf den Weg zur letzten Station vor der EM machte, setzte ein Schnürlregen ein, der die Mannschaften 90 sehr lange Minuten begleiten sollte. Ansonsten wies dieses Spiel gegen die drittklassigen Israelis alle Charakteristika des Phänomens Sommerfußball auf. Schade eigentlich.

Nach dem noch müderen 3:5 gegen die Schweiz hatten die Fans und auch der Bundestrainer einen lebhafteren EM-Aufgalopp der DFB-Elf erwartet. Stattdessen: Magerkost. Kapitän Philipp Lahm meinte: „Gerade wir Bayern hatten jetzt zwei Wochen lang kein Spiel – da kann noch nicht alles laufen.”

In der Startelf standen sieben Bayern-Kicker; nur der an der Wade lädierte Bastian Schweinsteiger fehlte. „Er ist und bleibt aber einer unserer wichtigsten Spieler”, meinte TV-Experte Mehmet Scholl vorab. Und Löw gab hinterher bekannt: „Er hat heute erstmals schmerzfrei trainiert, bekommt nun Extra-Aufgaben für die freien Tage, damit er am Montag, spätestens am Dienstag wieder mit dem Team trainieren kann.” Es besteht also Hoffnung, dass er bis zum Start am kommenden Samstag fit wird.

Die einzige Überraschung in der Startformation: Per Mertesacker durfte statt Mats Hummels ran. Überhaupt fiel das Fehlen der Spieler von Meister Dortmund auf: Neben den Bayern liefen noch zwei Akteure von Real Madrid (Mesut Özil und Sami Khedira) und zwei vom FC Arsenal (Mertesacker und der Bald-Londoner Lukas Podolski) auf.

Doch gegen die komplett defensiv eingestellten Gäste gelang der Löw-Truppe wenig Zählbares. Ein Pfostenschuss von Jérome Boateng aus zwölf Metern (18.) gehörte schon zu den Höhepunkten einer einschläfernden Partie. Israels Keeper bekam erschreckend wenig zu tun. Nur in Minute 40 schreckten die Fans kurzzeitig aus dem Schlaf: Nach einem Pass von Sami Khedira wackelte Mario Gomez seinen Gegenspieler aus und ballerte die Kugel mit Wucht unter die Latte. 1:0. Na also, geht doch!

Dennoch: Nicht nur TV-Experte Scholl war zur Halbzeit wenig begeistert. „Da waren viele Sachen, die dem Bundestrainer nicht gefallen haben”, meinte der Europameister von 1996, „für unsere Verhältnisse und so kurz vor der EM, ist das schon enttäuschend. Das ist mir alles ein bisschen zu schlumpfig.”

Ändern wollte Löw zunächst nichts an seiner Formation. Auch Offensiv-Allzweckwaffe Marco Reus saß an seinem 23. Geburtstag zunächst auf der Bank - und musste mit ansehen, wie nach 67 Minuten Miroslav Klose und André Schürrle für Gomez und Podolski kamen. Das Tor getroffen hatte bis dahin niemand mehr, obwohl sich mehr Möglichkeiten ergeben hatten. Doch weder Podolski noch Özil noch Müller wollte ein Treffer gelingen. Zur Überraschung aller Beteiligten bekam nun sogar DFB-Keeper Manuel Neuer zu tun: Einen Distanzschuss lenkte gerade noch über die Latte.

Des Mittels Distanzschuss erinnerte sich dann Joker Schürrle in Minute 82: Von Linksaußen zog er zur Mitte, zog aus 20 Metern ab und traf hoch ins Eck - sein siebter Treffer im 14. DFB-Einsatz. Rivale Podolski wird es mit gemischten Gefühlen verfolgt haben.

Acht Minuten vor Schluss machte Müller Platz für Reus, später kamen noch Mario Götze für den blassen Kroos und Lars Bender für Khedira, Klose vergab per Kopfball die Chance zum 3:0, und dann war die eher müde Generalprobe vorbei. Die EM-Premiere gegen Portugal darf gerne lebhafter geraten.

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