DFB-Elf bei WM 2018 in Russland: Fragezeichen hinter Manuel Neuer und Sami Khedira

Gegen Spanien lässt Bundestrainer Löw seine Top-Elf ran – neun Startplätze für die WM in Russland sind schon vergeben. Im Tor und in der Zentrale fordern Neuer ter Stegen und Gündogan Khedira heraus.
| Patrick Strasser
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Hinter Manuel Neuer uns Sami Khedira stehen Fragezeichen.
firo/Augenklick Hinter Manuel Neuer uns Sami Khedira stehen Fragezeichen.

München - Selten so gefreut. Über ein 1:1. Deutschland gegen Spanien, der Vergleich des aktuellen Titelverteidigers mit dem Champion von 2010 endete in einem gerechten Remis der besseren Sorte. Hohes Niveau, beste Unterhaltung. Weil zwei Mannschaften Fußball SPIELTEN, weil sie den Ball haben, den Sieg haben wollen – und daher diesen Sommer zu den Favoriten bei der WM in Russland gehören.

Bundestrainer Joachim Löw ist happy, wenn seine Mannen gefordert werden – wie in den Herbst-Tests gegen Frankreich (2:2) und in England (0:0). Es ist eben etwas anderes, als in der Qualifikation gegen San Marino, Aserbaidschan oder Norwegen Pflichtaufgaben zu erfüllen und dabei Teams zu bearbeiten, die nur gegen den Ball und gegen das Verlieren anrennen. Nicht so die ballsicheren Spanier, die zu Beginn der Partie enorm gepresst und die DFB-Kicker zugestellt haben. Verflixt und zugestellt.

Boateng kritisiert Abwehrverhalten

Was den eigenen Plan zunichtemachte. "Wir wollten eigentlich anfangs pressen, was uns aber nicht gelang, weil wir immer einen Schritt zu spät und nicht aggressiv genug waren", kritisierte Abwehrchef Jérôme Boateng, "und eine Mannschaft wie Spanien, von denen es nicht viele gibt, spielt dann mit dir Katz und Maus." Weil sie dann Ball und Gegner laufen lässt. Düsseldorf war wie eine Video-Schulung, nur in der Realität und 3D.

"Wir haben hochklassigen Fußball gesehen", fand auch Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff. Seine Erkenntnis: "Wir haben gesehen, wie stark die Spanier sind, wenn man sie spielen lässt. Ich bin froh, wie wir dagegengehalten haben. Es ist ein Zeichen für uns, dass es nicht nur Frankreich und Brasilien gibt, sondern auch Spanien." Dieses aggressive "Zustellen" würden auch die Argentinier und Franzosen beherrschen, so Löw.

Womit die beiden einen kurzen Schwenk zum Favoritenkreis der WM in Russland machten, dabei jedoch die Engländer und Brasilianer, am Dienstag in Berlin der nächste Härtefall-Testgegner (20.45 Uhr, ZDF live) erwähnte.

Zum WM-Auftakt geht es gegen Mexiko

Aus dem Spanien-Spiel machte Löw eine vorgezogene WM-Generalprobe für den WM-Auftakt am 17. Juni, wenn es in Moskau gegen Mexiko geht. Sieben Rio-Weltmeister begannen, sie bilden immer noch das Gerüst, dem der Bundestrainer vertraut. Also dem Innenverteidiger-Duo Mats Hummels und Jérôme Boateng, davor im zentralen Mittelfeld dem Tandem Sami Khedira, diesmal Kapitän, und Toni Kroos. Offensiver Mesut Özil, rechts Thomas Müller, links Julian Draxler.

Letzterer ist der einzige der Glorreichen Sieben von 2014, die bei der WM vor vier Jahren keinen Stammplatz hatten. Komplettiert wurde die Top-Elf für Russland am Freitag durch die Außenverteidiger Joshua Kimmich und Jonas Hector, beide unumstritten. Dazu Deutschlands bester Stürmer Timo Werner und der exzellente Neuer-Vertreter Marc-André ter Stegen, dem Stammtorhüter des FC Barcelona.

ter Stegen und Gündogan gegen Neuer und Khedira

Neun von elf Startplätzen also sind vergeben. Hinter ter Stegen und Khedira stehen die einzigen Fragezeichen. Wenn Weltmeister Manuel Neuer den Wettlauf gegen die Zeit tatsächlich gewinnt und wieder rechtzeitig in Form kommt, ist der Bayern-Keeper selbstverständlich die Nummer eins. Und Ilkay Gündogan, passsicher und gedankenschnell dank des Rund-um-die-Uhr-Coachings von Pep Guardiola bei Manchester City, macht Druck auf Khedira, dessen Plus die Erfahrung und die Robustheit ist. Auf Linksaußen hat Draxler, der Kapitän des siegreichen Confed-Cup-Teams, bei Löws die Nase vorn gegenüber Leroy Sané und Marco Reus, auf den Löw nach langer Verletzungspause verzichtete.

Nach dem 1:1 seiner Top-Elf gegen die Spanier sagte Löw: "Beide Mannschaften haben Luft nach oben, man will ja auch nicht immer alles zeigen." Denn bei der WM könnten sie, so der Bundestrainer, "noch mehr zeigen". Das verbale Muskelspiel hat begonnen.

Dank der Auslosung kann die DFB-Elf frühestens im Halbfinale auf die Spanier treffen, den Gruppensieg beider Mannschaften vorausgesetzt. Adios und auf Wiedersehen in Russland!

Hier gibt's alles zur WM 2018 in Russland

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