Fünf Punkte, die an den Löw von 2014 erinnern

Bundestrainer Joachim Löw widerspricht seinen Kritikern, die Führungsspieler-Diskussion lächelt er weg. Der WM-Sieg 2014 ist für ihn Wegweiser für den Erfolg bei der EM. Bierhoff: „Das gibt Sicherheit“.
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Gibt Selbstvertrauen: Löw 2014 mit dem WM-Pokal.
dpa Gibt Selbstvertrauen: Löw 2014 mit dem WM-Pokal.

Joachim Löw klopfte mit der linken Hand auf die rechte Schulter von Lucien Favre. Der Bundestrainer freute sich über den kompetenten Besucher vom Sonntagmorgen, viele Jahre war Favre Bundesliga-Coach von Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach, ab sofort ist er beim OGC Nizza in der Verantwortung. Man tauschte sich am Rande der Übungseinheit ein wenig aus, scherzte, lachte.

So konnte sich Favre hautnah davon überzeugen, wie entspannt und gut gelaunt Löw drauf ist in diesen Tagen. Trotz des 0:0 im zweiten Gruppenspiel gegen Polen. Trotz der Kritik an seiner Aufstellung und der laschen Leistung der Offensive, trotz all der Polemik der Experten. All das prallt an Jogi ab. Sein Fell ist bei dieser EM noch dicker geworden, die Gelassenheit ist nicht gespielt. Sein Auftritt auf der Pressekonferenz am Samstag war auch ein Zeichen nach außen. Seht her, alles im Griff. Und wenn nötig, kann Löw auch in den Attacke-Modus umschalten. Nicht mit derben Sprüchen, aber mit feiner Zunge.

Diskussion zaubert ihm ein Lächeln ins Gesicht

„Überrascht bin ich über gar nichts mehr“, sagte der 56-Jährige auf die Kritiker Michael Ballack, Oliver Kahn und Lothar Matthäus angesprochen, „ich persönlich, wäre ich ein Außenstehender, ich würde ganz ruhig, was das betrifft.“ Die Führungsspieler-Diskussion zaubere ihm „ein Lächeln ins Gesicht“, sagte Löw.

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Beobachter sagen: Löw ist noch selbstsicherer als vor zwei Jahren in Brasilien. Und mit dem Titelgewinn von 2014 als Schulterheber geht der Bundestrainer in vielen Punkten ähnlich vor wie bei der WM.

Fünf Punkte, die den Löw anno 2016 an den Löw von 2014 erinnern lassen

Die Coolness: Als Chef der sportlichen Führung strahlt er eine bemerkenswerte Selbstsicherheit aus. Ein paar Wackler in der Vorrunde? Pah! Gab es bei der WM mit Spiel zwei gegen Ghana (2:2) auch. Diskussionen um Positionen und das Personal? Siehe oben. „Ein WM-Titel gibt natürlich einen Schuss Sicherheit und eine gewisse Bestätigung“, erklärt Teammanager Oliver Bierhoff, „es hilft dann, in bestimmten Situationen an andere Turniere zurückzudenken.“ Vor dem dritten Gruppenspiel am Dienstag gegen Nordirland (18 Uhr, ARD) sagt Löw: „Wir werden gewinnen und die Gruppe gewinnen.“ Noch Fragen?

Die Umstellungen: Löw ist keinesfalls beratungsresistent. In Brasilien integrierte er ab Spiel drei Bastian Schweinsteiger in die Startelf und änderte nach dem 2:1 im Achtelfinale gegen Algerien sein System, zog Philipp Lahm aus dem zentralen Mittelfeld auf die Rechtsverteidiger-Position. Nicht auszuschließen, dass Schweinsteiger auch bei dieser EM noch eine zentrale Rolle spielen wird und Benedikt Höwedes aus der ersten Elf rutscht.

Die Auswechslungen: Wie 2014 ist André Schürrle Löws Top-Joker. Gegen die Ukraine (2:0) und gegen Polen kam er jeweils ins Spiel. In Brasilien wurde Schürrle in sechs von sieben Partien eingewechselt. Und Mario Gomez, zur Zeit nur in der Jokerrolle als Stoßstürmer, spielt (noch) eine Nebenrolle – wie Miroslav Klose 2014, der erstmals im Viertelfinale gegen Frankreich (1:0) in der Startelf stand.

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Die Glücksbändchen: In Brasilien trug der Bundestrainer ein schwarz-rot-goldenes Bändchen als Talisman, in Frankreich ebenfalls – immer am linken Handgelenk (Linkshänder!). Und nur bei den Spielen.

Die Regeln: Am Montag nach dem Ukraine-Match durften die Spielerfrauen zu ihren Männern ins Hotel – sonst nicht. Und für Spielerberater ist das Quartierhotel „Ermitage“ tabu. Gespräche über Vereinswechsel sind während der EM nicht gestattet. Da zeigt Löw klare Kante.

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