DFB-Keeper mit Rekord: Gestatten, Manuel Mauer

Welttorhüter Neuer stellt beim 3:0 gegen die Slowakei einen Rekord auf. Fünf Spiele in Serie ohne Gegentor, das gab’s in der DFB-Historie noch nie. Und der Bayern-Keeper hat bereits eine weitere Bestmarke im Visier.
| Patrick Strasser
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Der Mann mit den tausend Armen: Manuel Neuer.
dpa Der Mann mit den tausend Armen: Manuel Neuer.

Évian - Zurück am Genfer See plagt Manuel Neuer wieder seine verstopfte Nase. "Ich bin gegen irgendetwas hier allergisch", sagte der Nationaltorhüter, "halb so wild, geht schon."

Und in den Stadien, weitab von Évian ist es eh kein Problem. Das Achtelfinale dieser EM, das 3:0 gegen die Slowakei in Lille, es war kein Manuel-Neuer-Spiel. Weniger spektakulär als das 2:1 gegen Algerien bei der WM 2014, mühsam errungen in der Verlängerung.

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Ein Torwart als König der Ausflüge, als sprintender, grätschender, köpfender Libero – das hatte die Welt noch nicht gesehen. Neuer war endgültig in aller Munde und zwei Wochen später Weltmeister. Gegen die Slowakei wischte er einen Kopfball meisterhaft über die Latte, kurz danach fiel das 2:0.

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Ansonsten war er ein Kapitän, der das erfolgreiche Treiben seiner Leute entspannt beobachten konnte. Mit Abpfiff wurde der Sieg plötzlich historisch. Der 30-Jährige ging in die Geschichtsbücher ein.

Fünf Spiele gewann eine deutsche Nationalmannschaft noch nie mit ein und demselben Torwart hintereinander zu null. Kaum zu glauben. Und das im Torhüterland, in dem nie Mangel an erstklassigen Schlussmännern herrschte. 2:0 gegen Ungarn (im letzten EM-Test), dann in Frankreich 2:0 gegen die Ukraine, 0:0 gegen Polen, 1:0 gegen Nordirland und nun 3:0 gegen die Slowakei. 450 Minuten ohne Gegentreffer.

Manuel, die Mauer

Das gab es in der über 108-jährigen Länderspielgeschichte des DFB mit 915 Begegnungen noch nie. Statistiken sind jedoch nicht sein Ding. „Wir sind keine Rekordjäger, sondern spielen Ergebnisfußball“, meinte der Bayern-Profi auf die harte Währung der Keeper – das "Zunull" – angesprochen.

Zur absoluten Bestmarke fehlen Neuer noch 213 Minuten. Jens Lehmann blieb 2007/2008 insgesamt 681 Minuten unbezwungen – allerdings nicht in aufeinanderfolgenden Länderspielen.

 

 

Packt Neuer auch noch diesen Rekord? Rechnerisch im Finale möglich. Dann wäre er endgültig größer als die Größten seiner Zunft: Sepp Maier (heute 72/95 Länderspiele von 1966-79): Die Torhüter-Legende des FC Bayern wurde 1972 Europa- und zwei Jahre später im eigenen Lande Weltmeister.

Lob aus berufenem Munde

Maier war einer der ersten, der Handschuhe verwendete, prägte eine Ära – auch mit seinem Humor. "Deutschlands Torhüter des Jahrhunderts" landete bei der Wahl zum "Welttorhüter des Jahrhunderts" auf Platz vier.

"Manuel ist der beste Torwart seiner Zeit", schrieb Maier auf Facebook. Mit "Danke Sepp Maier" würdigte Neuer dessen Worte und teilte seinen Beitrag auf der eigenen Seite.

Toni Schumacher (62/76 Einsätze von 1979-86): Der Europameister von 1980 hatte es schwer, aus Maiers Schatten zu treten. Sein aggressives Torwartspiel ohne Rücksicht auf Verluste machte ihn ebenso stark wie gefürchtet. Wurde 1982 und 1986 Vize-Weltmeister.

Toni, du bist ein Fußballgott!"

Toni Turek (1984 †/20 Länderspiele von 1950-54): Aufgrund von Kriegseinsätzen und Gefangenschaft wurde Turek erst mit 31 Jahren in die Nationalelf berufen. Seine Paraden bei der Endspiel-Sensation im WM-Finale 1954 gegen Ungarn ließen Reporter Zimmermann ausrufen: "Toni, du bist ein Teufelskerl, Toni, du bist ein Fußballgott!"

Hans Tilkowski (80/39 Einsätze von 1957-67): Wechselte mit Einführung der Bundesliga zu Borussia Dortmund, wurde 1966 Vize-Weltmeister. Über Neuer sagte er kürzlich: "Er ist ein klasse Torwart, der das Spiel eines Keepers revolutioniert hat. Ab und zu muss er bei seinen Ausflügen etwas vorsichtig sein."

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Bodo Illgner (49/Länderspiele von 1987-94): Wurde 1990 der jüngste Torhüter, der jemals den WM-Titel erringen konnte. Der Kölner wechselte zu Real Madrid und gewann mit den Königlichen die Champions League.

Oliver Kahn (47/86 Einsätze von 1993-2006): Der "Titan" wurde drei Mal "Welttorhüter des Jahres" und 2002 trotz seines Patzers im Finale gegen Brasilien (0:2) zum Spieler der WM gewählt. Gewann mit Bayern alles, mit dem DFB fehlt ihm ein echter Titel, wurde 1996 als Ersatzmann hinter Andreas Köpke Europameister.

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