Vor dem Dortmund-Gipfel: Die drei personellen Fragezeichen beim FC Bayern
Was die körperliche Frische angeht, spricht im Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am Samstag (18.30 Uhr) mehr für die Münchner. Zwar brach das Team von Trainer Vincent Kompany am Wochenende nach der 3:0-Führung gegen Eintracht Frankfurt ein und zitterte am Ende um den 3:2-Erfolg.
Dortmunder Reisestress ein Vorteil für den FC Bayern?
Doch in dieser Woche können sich die Bayern-Stars komplett aufs Training konzentrieren – während der BVB am Mittwochabend (18.45 Uhr/DAZN) im Rückspiel der Champions-League-Playoffs bei Atalanta Bergamo gefordert ist. Das Hinspiel hat Dortmund 2:0 gewonnen. Während Bayern also gezielt an Verbesserungen arbeiten kann, hat die Borussia einiges an Reisestress. Ein entscheidender Vorteil für Kompanys Team?

Das Selbstvertrauen des Meisters vor dem möglicherweise entscheidenden Duell im Titelkampf ist jedenfalls groß. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal ob Dortmund oder Frankfurt. Und wir gehen in jedes Spiel als Favorit, auch nächste Woche", sagte Vizekapitän Joshua Kimmich.
Und Aleksandar Pavlovic forderte: "Gegen Dortmund wird es wichtig sein, dass wir über die gesamte Spielzeit so spielen wie in der ersten Halbzeit gegen Frankfurt. Dann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen."
Spannend wird sein, mit welcher Aufstellung Kompany seine Mannschaft auf den Platz schickt. Die AZ erklärt, welche Fragezeichen es vor dem Klassiker noch gibt.
Manuel Neuer oder Jonas Urbig? Nach seinem Muskelfaserriss in der Wade stand Stammkeeper Neuer Anfang der Woche bereits wieder auf dem Trainingsplatz und absolvierte eine lockere Einheit.
Die Frage lautet: Wird er bis Samstag rechtzeitig fit? Vertreter Urbig machte gegen Frankfurt kein schlechtes Spiel, vor dem 3:2 hätte er den Ball aber aus der Gefahrenzone schießen sollen –genauso wie Joshua Kimmich. Routinier Neuer würde Bayern im Dortmunder Hexenkessel sicher guttun, solche Spiele hat der 39-Jährige schon zig Mal erlebt. Und oft seine besten Leistungen gezeigt.
Wer ersetzt Alphonso Davies? Der Kanadier fällt nach seinem gegen Frankfurt erlittenen Muskelfaserriss im hinteren rechten Oberschenkel wochenlang aus. Davies wird wohl auch das Champions-League-Achtelfinale (10. bis 18. März) verpassen. Heißt für Kompany: Umbauen!

Hiroki Ito könnte links hinten verteidigen, genauso Josip Stanisic. Tom Bischof und Raphael Guerreiro wären die offensivsten Optionen. Konrad Laimer, der zuletzt im Januar mit einem Muskelfaserriss ausfiel und gegen Frankfurt geschont wurde, dürfte als Rechtsverteidiger in die Startelf rücken. Laimer kann's aber auch links.
Wer läuft als Zehner auf? Jamal Musiala durfte am Samstag starten und zeigte leicht aufsteigende Form. "Ich muss wieder in den Rhythmus reinkommen. Ich bin viel gerannt, hatte gute Aktionen", sagte Bayerns Zehner nach den 78 Minuten Spielzeit: "Mein Mindset ist einfach, Spiel für Spiel Fortschritte zu machen – und nicht an den Fuß denken." Im Juli 2025 hatte sich Musiala bei der Klub-WM schwer verletzt, seitdem kämpft er sich zurück.

"Er bleibt für mich noch in einer Zone, in der ich ihm diesen Druck nicht geben will, dass er schon leistungstragend sein muss", sagte Kompany: "Wir sind schon froh, wo er steht." Geht es nach der aktuellen Verfassung, sollte eher Serge Gnabry im Topspiel starten, flankiert von Luis Díaz links und Michael Olise rechts. Lennart Karl wäre ebenfalls eine Alternative. Der 18-Jährige und Musiala werden aber vermutlich von der Ersatzbank kommen.

