Unwahrscheinlicher Wunschtraum: FC Bayern München gegen Paris St.-Germain

Der FC Bayern hat nach dem 0:3 im Hinspiel in Paris kaum noch eine Chance auf den Gruppensieg. "Es geht darum, die Niederlage wiedergutzumachen", sagt Kimmich. Die AZ erklärt, worum es noch geht.
| Patrick Strasser
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Die Schmach von Paris: Das Spiel, das die Zeit von Ancelotti bei den Bayern beendete und Heynckes zurück an die Säbener Straße brachte.
Die Schmach von Paris: Das Spiel, das die Zeit von Ancelotti bei den Bayern beendete und Heynckes zurück an die Säbener Straße brachte. © GES,sampics/Augenklick, dpa

München - Klar können die Bayern noch Erster werden, Gruppensieger. Dafür müsste ein Erfolg mit vier Toren Unterschied gegen die Weltauswahl-Truppe von Paris St.Germain gelingen. Jenes 0:3 vom zweiten Champions-League-Vorrundenspieltag Ende September in Paris aufzuholen und umzudrehen, klingt nach einer gewaltigen Aufgabe. Ist es auch. Und zugleich die größtmögliche Herausforderung gegen die Stars um Neymar, Mbappé und Co.

Eine Sache hat der FC Bayern jedoch schon vor Anpfiff am Dienstag in der Allianz Arena (20:45 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) verpasst. Die Niederlagen-Premiere von PSG. Denn Aufsteiger Racing Straßburg verpasste am Wochenende dem milliardenschweren Hauptstadtklub (1:2) die erste Pflichtspiel-Pleite der Saison – perdu. Bleibt die Chance auf deren erste Abreibung in Europa.

Bei Bayern zieht man Motivation aus der Schmach vom Prinzenpark. Dem 0:3 im ersten Vergleich bedeutete eine Zeitenwende, noch in der Nacht war Carlo Ancelotti entlassen worden. Kurz darauf rief Uli Hoeneß bei Jupp Heynckes an. Ancelotti übrigens rechtfertigte sich am Sonntagabend in der TV-Sendung Domenica Sportiva gegen Vorwürfe, er habe zu lasch trainieren lassen: "Ich bevorzuge 60 intensive Minuten auf dem Trainingsplatz."

Kimmich: "Zeigen, dass wir der FC Bayern sind"

Und weiter: "Ich habe eine Art zu arbeiten, die ich nicht ändere. Es ist besser, an seinen Plänen festzuhalten und unterzugehen, als sie sich von anderen aufzwingen zu lassen. Wenn der Verein dich nicht schützt, bist du tot." Nachtreten als Vergangenheitsbewältigung.

Im Hier und Jetzt geht’s am Dienstag gegen Paris ums Prestige, betonte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Warum das Duell für die Bayern, bereits sicher für das Achtelfinale qualifiziert, dennoch eine ernsthafte Revanche ist: Um es sich selbst zu beweisen: "Unsere Spieler sind sehr motiviert zu zeigen, dass das 0:3 im Hinspiel ein Ausrutscher war", sagte Rummenigge.

Die Spieler überraschten mit markigen Worten, etwa Joshua Kimmich: "Es geht darum, die Niederlage wiedergutzumachen und zu zeigen, dass wir der FC Bayern sind." Oder Sebastian Rudy: "Das lässt man nicht so einfach auf sich sitzen. Wir wollen ein ganz anderes Gesicht zeigen."  Letztlich Arturo Vidal: "Das 0:3 war sehr schmerzhaft, so deutlich hatten wir noch nie verloren. Deswegen wollen wir die Revanche."

Um ein Ausrufezeichen für die Konkurrenz zu setzen: Auf die Partie werde "ganz Europa blicken", meinte Rummenigge. Man will sich zeigen. Ein Erfolg soll laut dem Franzosen Kingsley Coman "eine Botschaft an ganz Europa sein, dass der FC Bayern die Champions League gewinnen möchte. Wir möchten zeigen, dass wir noch da sind".

Gruppensieg nicht abgehakt! Bayerns größte Aufholjagden

PSG als europäische Prüfung für Heynckes

Eben weil man nicht mehr zu den Vereinen gehört, die stets zu den absoluten Top-Favoriten gezählt werden: Titelverteidiger Real Madrid, Guardiolas Manchester City und eben PSG. Um den Ernstfall für die K.o.-Runde zu proben: Zwei Monate ist Jupp Heynckes nun im Amt. Seine Philosophie und Spielidee sind bei der Mannschaft angekommen, dennoch braucht es noch Zeit, um all seine Überlegungen umzusetzen.

So ist die Partie gegen PSG eine willkommene Generalprobe. "Richtig relevant", sagte Mats Hummels, "wird es erst im kommenden Jahr bei den K.-o.-Spielen." Um die erste richtige Jupp-Prüfung zu bestehen: Auf nationaler Ebene dominierte Bayern gegen Dortmund (3:1) und Leipzig (2:0), lediglich im Pokal musste man gegen RB ins Elfmeterschießen, verlor in Gladbach (1:2).

Was die europäische Bühne betrifft, wird PSG im Gegensatz zu Celtic und Anderlecht zum ersten richtigen Prüfstein in der vierten Heynckes-Amtszeit in München. Obwohl er dafür nicht verantwortlich war, sagte der 72-Jährige: "Wir wollen das Spiel von Paris vergessen machen."

Um der Bundesliga zu helfen und Geld zu verdienen: Wer, wenn nicht die Bayern, sammelt in dieser Königsklassen-Vorrunde Punkte für die Fünfjahreswertung der Uefa, die über die europäischen Startplätze entscheidet? Außerdem, so Rummenigge, "geht es auch um Geld".

Um 1,5 Millionen Euro Prämie pro Sieg. Und wenn am Ende doch ein 4:0 in Reichweite ist? "Nur wenn es überragend gut läuft", so Realist Hummels, der ein hübsches Bonmot schuf: Das vom "unwahrscheinlichen Wunschtraum".

Lesen Sie hier: Effenberg warnt - Paris ist

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