Trainingslager-Fazit: Heynckes' Hitparade

Die Bayern beenden ihren Italien-Trip. Hier lesen Sie, wer sich im Trainingslager bei Coach Jupp Heynckes empfehlen konnte – und wer nicht.
| Patrick Strasser
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Die Bayern kommen jetzt jedes Jahr bis 2015 zum Trainingslager an den Gardasee
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Die Bayern beenden ihren Italien-Trip. Hier lesen Sie, wer sich im Trainingslager beim Coach empfehlen konnte – und wer nicht

München - Ein Sonntag als Verschnaufpause, der erste freie Tag seit dem Auftakt. Zurück an der Säbener Straße stehen für die Bayern ab Montag sieben Einheiten an, am Donnerstag (18 Uhr) ein Testspiel in Jena. Teil zwei der Vorbereitung unter Coach Jupp Heynckes, eher der unangenehmere.

Kein See zum Abkühlen wie in Riva ein paar Schritte vom Hotel entfernt, keine Eisdiele wie das „Flora” als Treffpunkt für das Trainerteam. Und vor allem: keine Musik mehr. Heynckes erlaubte, am Ende der Einheiten in Arco ihre Hits auflegen zu lassen – dehnen und lauschen. Am Samstag ging Franck Ribéry zum DJ-Pult, es folgten französische Hip-Hop-Hits. Er hatte beste Laune. Er weiß: Heynckes setzt auf ihn, „er gibt mir Spaß und Vertrauen, ich bin frei im Kopf für mein Spiel, das brauche ich”, sagte Ribéry.

Beim 4:2 im Abschlussspiel gegen die Nationalelf Katars durfte er in Halbzeit zwei wie zuvor gegen die Auswahl des Trentino (15:0) die Kapitänsbinde tragen. Der junge Schiedsrichter aus Bozen bat schon in der Pause um sein Trikot, lief später mit seiner Digicam durch die Katakomben. Wer sind die anderen Gewinner und Verlierer der Lago-Woche?

 




GEWINNER


Manuel Neuer: Sportlich wurde die neue Nummer eins in den Tests nicht gefordert, lediglich sein Nervenkostüm. Die Ultra-Gruppe „Inferno Bavaria” hatte ein Plakat ausgerollt und ihre Ablehnung gezeigt („Du kannst auch noch so viele Bälle parieren, wir werden dich nie in unserem Trikot akzeptieren”). Neuer blieb cool, sagte zu „BamS”: „Der FC Bayern hat 165000 Mitglieder. Wenn 30 eine Aktion gegen mich machen, ist das kein Problem. Wären es 100000, würde ich mir Gedanken machen. Aber so lässt mich das kalt.” Die Spieler stärken ihm den Rücken, die Bosse sprechen mit Hochachtung von ihm, selbst die „Schickeria” hat verlauten lassen, er stehe unter Artenschutz. Am Samstag hieß es auf einem Plakat: „Mia san mia. Mia san Neuer.”

Die Neuen Rafinha und Nils Petersen: Der Brasilianer hat seinen Stammplatz hinten rechts sicher, lässt sich von den Landsleuten Luiz Gustavo und Breno integrieren. Petersen, 2010 Saison Torschützenkönig in Liga zwei, durfte in den Tests je in Hälfte zwei Mario Gomez ersetzen. „Die Zweite Liga war mehr laufen und kämpfen”, sagte der Ex-Cottbuser, „durch die Tore bekomme ich einen lockeren Fuß.”

Ivica Olic: Der Kroate ist zwar noch nicht fit für 90 Minuten, strahlte aber nach seinen ersten Einsätzen seit Oktober 2010 infolge des Knorpelschadens. „Ich fühle mich jeden Tag besser”, sagte Olic, „bald will ich richtig angreifen im Kampf um einen Stammplatz.”

 

 




VERLIERER


Breno: Der 21-jährige Brasilianer klagte nach seiner Knie- und Sprunggelenkverletzung vor der Sommerpause wieder über leichte Beschwerden im operierten Knie und verpasste die Testspiele. Heynckes macht dem Innenverteidiger Druck: „Der Junge muss langsam zu Potte kommen, er muss belastet werden können, in den Rhythmus kommen. Dann ist er schlanker, fitter und nicht mehr so verletzungsanfällig.”


Daniel van Buyten: Sein Innenverteidiger-Kollege Holger Badstuber wird von Heynckes stetig gelobt, daher ist klar, dass das intensive Werben um Jerome Boateng von Manchester City van Buytens Stammplatz gefährdet. Bleibt der neu-reiche Scheich-Klub stur, ist der Brasilianer Alex von Chelsea London die erste Alternative. Van Buytens Manko: die ungenügende Spieleröffnung. Der Vertrag des Belgiers bei Bayern läuft nur noch ein Jahr – wagt er deshalb vor Transferschluss Ende August doch noch den Abflug?


Danijel Pranjic und Diego Contento: Zwei ohne Perspektive. Hinter Kapitän Philipp Lahm aussichtslos Nummer zwei und drei auf der linken Abwehrseite, im defensiven Mittelfeld ist Pranjic lediglich Alternative Nummer vier – und Arturo Vidal von Bayer Leverkusen soll ja noch kommen. Da hat sogar Rückkehrer David Alaba (19) bessere Aussichten. Ihn will Heynckes auf keine Fall abgeben.

 

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