Tormaschine verletzt: Müller sagte Goretzka bereits als Lewandowski-Ersatz voraus

In Abwesenheit des verletzten Robert Lewandowski springt Leon Goretzka für den Torjäger ein und erzielt im Spitzenspiel bei RB Leipzig den entscheidenden Treffer. Teamkollege Thomas Müller hatte da offenbar bereits eine Vorahnung.
| AZ/dpa
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Thomas Müller legte Leon Goretzka in Leipzig den entscheidenden Treffer auf.
Thomas Müller legte Leon Goretzka in Leipzig den entscheidenden Treffer auf. © IMAGO / MIS

München/Leipzig - Es war die Frage, die sich vor vor dem Bundesliga-Kracher der Bayern in Leipzig alle stellten: Wie können die Münchner Torjäger Robert Lewandowski ersetzen?

Thomas Müller hatte da offenbar schon Tage vor dem Aufeinandertreffen eine Idee. "Wir haben ja 'Scoretzka'", sagte der (noch) Ex-Nationalspieler unter der Woche in einem Instagram-Talk mit Kumpel und ebenfalls (noch) Ex-Nationalspieler Mats Hummels und spielte damit auf die bärenstarke Form von Lon Goretzka an.

Müller sollte recht behalten und einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass sich seine Prophezeiung erfüllte. Nach einem wunderbaren Steilpass von Joshua Kimmich legte der 31-Jährige fast von der Grundlinie aus auf den aufgerückten Goretzka ab. Der Mittelfeldspieler ließ sich die Chance nicht nehmen und zimmerte den Ball an Leipzig-Keeper Peter Gulasci vorbei in die Maschen.

Es war der entscheidende Treffer im Spitzenspiel - und womöglich auch der Schuss zur neunten Schale in Folge. Durch den Sieg haben die Bayern Leipzig nun auf sieben Zähler distanziert, bei noch 21 zu vergebenden Punkten ein mehr als komfortables Polster.

Bayern erneut Meister? Flick nimmt noch keine Glückwünsche an

Von einem "Meisterstück" wollte der zugeknöpfte Hansi Flick aber partout nicht sprechen. "Natürlich will man das gerne von mir hören", sagte der Trainer, "aber die Mannschaft weiß, dass sie bis zum Ende der Runde gefordert ist." Doch diese gnadenlos effektiven, hochmotivierten und fast unschlagbaren Bayern lassen sich den neunten Meistertitel in Folge und den 31. insgesamt nicht mehr nehmen.

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Darüber besteht nach dem etwas glücklichen 1:0 (1:0)-Sieg im nur auf dem Papier hochklassigen Gipfeltreffen bei RB Leipzig kein Zweifel mehr. Sieben Punkte Vorsprung nach 27 Spieltagen hat in der Bundesliga-Geschichte noch nie ein Tabellenführer verspielt – und dem Starensemble aus München wird das sicher nicht passieren. "Wir brauchen nicht drumherum reden, das Thema ist im Normalfall erledigt", sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann, der einzig aus Anstandsgründen auf eine vorzeitige Meister-Gratulation verzichtete.

Flick: "Wir haben uns gesagt: Das ist für uns ein Endspiel"

Flick hätte sie ohnehin nicht angenommen – die Glückwünsche zum Prestigesieg gegen den Emporkömmling dagegen schon. Ohne den verletzten Torgaranten Robert Lewandowski wankte der Favorit gerade Anfang der zweiten Halbzeit mächtig, doch er fiel nicht. 

Dank Torhüter Manuel Neuer, etwas Glück und einmal mehr der richtigen Einstellung. "Wir haben uns gesagt: Das ist für uns ein Endspiel", verriet Flick: "Und Finale - das haben wir in den letzten neun Monaten bewiesen - das können wir."

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Vor allem unter Flick. Nach dem historischen Sextuple darf Flick in wenigen Wochen wieder die Meisterschale recken, in der Champions League geht Bayern am Mittwoch als Favorit ins Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris St. Germain. Doch trotz der großen Erfolge gibt es weder vom Verein noch vom Trainer ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der Zusammenarbeit über den Sommer hinaus.

Flick als Löw-Nachfolger? Kahn wiegelt ab

Das lässt Raum für die Spekulation, Flick könnte seinen einstigen Chef Joachim Löw nach der EM als Bundestrainer der Nationalmannschaft beerben. Aus Gesprächen mit Flick habe er "nicht erkennen können", sagte Bayern-Vorstand Oliver Kahn bei "Sky", "dass seine Gedanken großartig Richtung Nationalmannschaft gehen." Die laufende Saison sei für Flick "das Wichtigste", so Kahn, "dahin gehen momentan seine ganzen Gedanken."

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Wäre Flick schon jetzt Bundestrainer, die Rückkehr von Thomas Müller wäre wohl längst beschlossene Sache. Der umtriebige Müller lieferte auch in Leipzig viele Argumente für eine EM-Nominierung (AZ-Note 1). Noch aber ist Müller kein Nationalspieler, deswegen müsste er eigentlich am Ostermontag wieder an der Säbener Straße antanzen. Die Auswahlspieler bekamen von Flick zwei Tage frei, es sei wichtig, "mal durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen", sagte der Trainer, "die nächsten Wochen bis Ende April werden für alle sehr hart". 

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