Thomas Müller: Ein mehrfacher Ober-Bayer

Thomas Müller verlängert den Vertrag bei seinem Herzensklub FC Bayern bis 2023 – er wäre dann stolze 23 Jahre im Verein. "Dieser Verein ist für mich nicht irgendein Arbeitgeber. Er ist meine Leidenschaft".
| Patrick Strasser
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"Thomas ist für die Fans hier vor Ort, für die eingefleischten FC-Bayern-Fans eine ganz große Identifikationsfigur", sagt Vorstand Oliver Kahn über Müller.
Sven Hoppe/dpa "Thomas ist für die Fans hier vor Ort, für die eingefleischten FC-Bayern-Fans eine ganz große Identifikationsfigur", sagt Vorstand Oliver Kahn über Müller.

MünchenHansi Flick brachte den Stein ins Rollen – oder anders ausgedrückt: Er sorgte für die Übergabe des Kugelschreibers. Weil der Trainer des FC Bayern letzten Freitag mit einem neuen Vertrag bis 2023 den entscheidenden Vertrauensbonus der Chefetage erhielt, war nun der nächste ganz große Baustein der Bayern-Zukunft am Zug.

Und Thomas Müller setzte sein "Servus" unter ein neues Arbeitspapier, das ebenfalls bis 2023 und damit zwei Spielzeiten länger als zuvor datiert ist.

Thoma Müller unterschreibt mit absolut gutem Gefühl

"Der Verein und auch ich waren in den letzten Monaten im Aufschwung. Dieses Gefühl hat natürlich dazu beigetragen, dass man mit einem absolut guten Gefühl unterschreibt", erklärte Müller – ganz gefühlig – einen seiner Beweggründe.

Der Aufschwung startete Anfang November. Damals löste Flick seinen Chef Niko Kovac als Cheftrainer ab. Bis 2023 also – damit wäre der ewige Müller bei Vertragsende 33 Jahre alt. Und dann ganze – und stolze – 23 Jahre bei seinem Herzensverein. Als kleiner Junge, im Alter von zehn Jahren, kam er vom TSV Pähl am Ammersee an die Säbener Straße – 2000 war das. 521 Pflichtspiele hat der Oberbayer (gebürtig in Weilheim) seitdem für die Profis, deren Kader er seit 2009 angehört, absolviert und dabei 195 Tore erzielt sowie 146 Torvorlagen geliefert. Macht 341 Torbeteiligungen.

Es (thomas-)müllert schon knapp zwei Jahrzehnte in München, bald ist es ein sattes Vierteljahrhundert. Wer einen wie Müller im Verein hat, kann sich wahrlich glücklich schätzen. Denn Müller ist so vieles in einer Person: Er ist Publikumsliebling und Vereinsmaskottchen (was nicht despektierlich gemeint ist), Identifikationsfigur und bereits zu aktiven Zeiten ein Botschafter.

Thomas Müller: Publikumsliebling, Vereinsmaskottchen, Identifikationsfigur

Eben ein mehrfacher Ober-Bayer. Müller & seine Bayern – echte Liebe. "Gut zwei Drittel meines Lebens bin ich jetzt schon beim FC Bayern, da kann man nicht sagen, dass ich den Verein begleite oder er mich – sondern wir kämpfen füreinander. Dieser Verein ist für mich nicht einfach irgendein Arbeitgeber. Er ist meine Leidenschaft", sagte Müller am Dienstag, "man hat Enttäuschungen erlebt, man hat riesige Erfolge gefeiert."

Sein ständiger Begleiter: der Humor. Berühmt wie gefürchtet. "Radio Müller", so sein Spitzname, geht also noch drei weitere Jahre auf Sendung. "Thomas ist für die Fans hier vor Ort, für die eingefleischten FC-Bayern-Fans eine ganz große Identifikationsfigur", sagte Vorstand Oliver Kahn, als Torhüter einst Parade-Bayer über den Paradebayern. Kahn, gebürtiger Karlsruher, aber Bayer h.c. weiter: "Thomas ist auch jemand, der weltweit bekannt ist. Er trägt auch mit seiner Leichtigkeit viele Dinge und Eigenschaften, die der FC Bayern verkörpern möchte, ins Ausland."

Kovac verbannte Müller sechs Mal hintereinander auf die Bank

Dorthin wäre Müller im Herbst, als Kovac ihn sechs Mal (!) hintereinander auf die Bank verbannte und als "Notnagel" abqualifizierte, beinahe geflüchtet.

Inter Mailand hatte Interesse. Unter Flick blühte Müller aber als uneingeschränkter Stammspieler wieder auf, er ist mit 16 Torvorlagen bis zur Corona-bedingten Unterbrechung der Bundesliga der Top-Vorbereiter der Liga.

Mindestens bis Ende April ruht der Spielbetrieb, für einen Bewegungsfanatiker und alles andere als kontaktscheuen Menschen wie Müller eine harte Zeit. "Die ganze Welt steht still, da hat der Fußball jetzt nicht die Hauptpriorität, auch für mich persönlich nicht", erklärte der Pferdenarr, der sich zu Hause mit seiner Frau Lisa zuletzt intensiver um die Pferde, Hunde und Hasen kümmerte. Er glaubt: "Der Fußball wird nicht nur wieder wichtig für uns Spieler sein, sondern auch für die Leute da draußen. Und die Leute werden wieder Spaß am Fußball haben."

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