Thiago: Bayerns Pfau glänzt

"Eine große Persönlichkeit", lobt Guardiola seinen Liebling Thiago Alcantara. Auch die Mitspieler finden Gefallen. Kapitän Lahm: "Ein super Spieler, ein offener Mensch, sehr angenehm."
| Patrick Strasser
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Thiago Alcántara bei seinem Debüt für den FC Bayern beim Telekom Cup gegen den Hamburger SV (4:0).
firo/Augenklick Thiago Alcántara bei seinem Debüt für den FC Bayern beim Telekom Cup gegen den Hamburger SV (4:0).

"Er ist eine große Persönlichkeit", lobt Pep Guardiola seinen Liebling Thiago Alcántara. Und auch die Mitspieler finden Gefallen am spanischen Neuzugang. Kapitän Philipp Lahm sagt: "Ein super Spieler, ein offener Mensch, sehr angenehm."

Mönchengladbach - Vier Tage mit den neuen Mitspielern, drei Trainingstage, ein Testspiel – und schon ist Thiago Alcántara eine ganz große Nummer beim FC Bayern. 48 Minuten nur haben dem 22-Jährigen am Samstag beim 4:0 im ersten Halbfinale des Telekom-Cups gegen den Hamburger SV gereicht, um zu zeigen: Hola! Hier bin ich! Und vor allem: Wer soll ihn verdrängen?

Bei Anpfiff seiner Premiere im Bayern-Trikot stand Thiago am Anstoßkreis, im Zentrum des Spiels. Als alleiniger Sechser, als Alleinherrscher. Für einen Moment schloss der 25-Millionen-Euro-Transfer vom FC Barcelona die Augen, legte den Kopf in den Nacken und hielt inne. Seine neue Welt, sie begann hier und jetzt im Borussia-Park von Mönchengladbach.

Gut eineinhalb Halbzeiten (jeweils über 30 Minuten) genügten, um nach den Mitspielern im Training nun auch den Fans im Stadion und am Fernseher zu zeigen: Das Geld ist bestens angelegt, Thiago rechtfertigte die Offensive seines Trainers und Förderers Pep Guardiola: "Thiago oder nix!"

Ballsicher, mit viel Übersicht, gedankenschnell, ein Kontakt, meist direkt, zack-zack – Tiki-Taka der reinsten Lehre eben. Das überragende Debüt machte Guardiola, der sich mit dem Schrei nach seinem Wunschspieler selbst unter Druck gesetzt hatte, glücklich und zufrieden: "Ich kenne ihn seit fünf, sechs Jahren. Er ist eine große Persönlichkeit, hat keine Angst."

Läuft er, streckt Thiago meist den Rücken durch, hat den Kopf weit oben, der Radar ist an. In Spanien werden Profis wie Thiago "Pavo real", also Pfau genannt. Der erste Eindruck: Dieser Pfau zeigt seine Schönheit. Guardiola demütig: "Er kann viele Positionen spielen. Ich bin dem FC Bayern sehr dankbar, dass sie die Gelegenheit genutzt haben, Thiago zum FC Bayern zu bringen."

Weil er nun bedenkenlos zwischen einem 4-1-4-1-System mit nur einem Sechser oder dem klassischen 4-2-3-1 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern variieren kann.

Gegen den schwachen HSV agierte der spielstarke Toni Kroos vor Thiago – doch was ist, wenn Bastian Schweinsteiger (setzte am Wochenende sein Aufbauprogramm an der Säbener Straße fort) wieder spielfit ist? Und wo findet Javi Martínez, eben erst vom Urlaub nach dem Confed Cup zurückgekehrt, seinen Platz?

"Es ist doch so: Gute Fußballer verstehen sich immer untereinander", sagte Kroos der AZ, "das hat man schon im Training gemerkt, im Spiel hat’s auch ganz gut funktioniert. Fürs erste Mal sah es ganz gut aus."

Kapitän Philipp Lahm meinte über den Neuen: "Thiago ist gut ausgebildet, absolut. Ein super Spieler. Er ist ein offener Mensch, ist gleich auf die Mannschaft zugegangen, spricht Englisch, das war vom ersten Tag an kein Problem – unterm Strich: sehr, sehr angenehm."

Den Pfau kehrt Thiago nur im Duell mit Gegenspielern raus. Dank seiner brillanten Technik gelang gegen den HSV neben den Treffern von Jérôme Boateng (12. Minute), Kroos (44.) und Thomas Müller (52.) ein erstes echtes Pep-Tor: Thiago schaufelte den Ball per Heber in den Rücken der Abwehr, Franck Ribéry nahm ihn an und leitete in einer Bewegung zu Mario Mandzukic weiter, der locker einschob (41.).

Guardiola applaudierte. Sein Gegenüber, HSV-Coach Thorsten Fink, war bedient und wechselte als Strafmaßnahme acht (!) seiner Spieler auf einmal aus. Half auch nichts.

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