"Super Fußballer, super Menschen": Brown und Saibari machen den FC Bayern besser
Einen solchen Schockmoment hatte Ismael Saibari bei seinem Debüt für den FC Bayern ganz sicher nicht erwartet: Als Jamal Musiala beim 3:1 im Testspiel gegen RB Leipzig in der 84. Minute plötzlich auf dem Rasen der Allianz Arena zusammensackte, war der Marokkaner der erste Münchner, der ihm zur Hilfe eilte.

Gemeinsam mit Joshua Kimmich kümmerte sich Saibari um Musiala, stützte ihn, ehe der Notarzt hinzukam. Nach bangen Minuten gab es schließlich Entwarnung, doch die Sorgen um Musialas Gesundheit sind damit nicht verschwunden. Der 23-Jährige klagte über Schwindel, Kreislaufprobleme und Temperatur, wann er wieder spielen wird, ist unklar.
Turbulente Premiere für Saibari
Auch Saibari, der für rund 50 Millionen Euro von der PSV Eindhoven zu Bayern gewechselt war, dürfte diese Szene nicht so schnell vergessen. Wie überhaupt den gesamten Nachmittag – denn seine Premiere verlief ziemlich turbulent. In der 69. Minute wurde Saibari für Tom Bischof eingewechselt und hatte Glück, dass er kurz darauf nicht die Rote Karte sah. Der Offensivstar traf Leipzigs Ezechiel Banzuzi mit gestrecktem Fuß am Schienbein, wurde aber nur mit Gelb verwarnt.

Erstes Ausrufezeichen mit Torvorlage
In anderen Szenen deutete Saibari seine Klasse immer wieder an mit Pässen, Tricks und Dribblings. In der 81. Minute dribbelte der Neuzugang von der linken Seite in den Strafraum und bereitete Musialas 3:1 perfekt vor. "Ein toller Assist für Jamal, eine tolle Bewegung und ein toller Laufweg", lobte Sportvorstand Max Eberl. Saibari demonstrierte auf Anhieb, warum er für Bayern wichtig sein kann. Genauso wie Linksverteidiger Nathaniel "Nene" Brown, der das 2:1 erzielte (57.).

Lob von Mitspielern und Trainer
"Ismael Saibari und Nene Brown sind super Fußballer und super Menschen, sie haben beide heute gezeigt, was sie drauf haben", sagte Aleksandar Pavlovic: "Es macht Spaß, mit ihnen zu spielen." Trainer Vincent Kompany sieht es genauso. Der Belgier wollte die beiden WM-Stars nicht zuletzt deshalb verpflichten, weil sie ihm neue Varianten in seiner Aufstellung ermöglichen.
Mehr Variabilität für Kompanys System
"Sie geben ihm noch mehr Variabilität, weil Nene auf der linken Seite, der rechten Seite und in der Mitte spielen kann. So kriegen wir vielleicht Phonzy (Alphonso Davies, d.Red.) teilweise als Back-up für Lucho (Luis Díaz) frei. Mit Ismael haben wir vorne einen, der alle Positionen spielen kann, der eine andere Art des Fußballs mit reinbringen kann. Man hat es bei der WM gesehen, man hat es gegen uns in der Champions League gesehen mit PSV, was für eine Gewalt er hat. Wir denken, dass wir besser aufgestellt sind."

Konkurrenzkampf um die Stammplätze
Während Brown derzeit links hinten einen Vorsprung gegenüber Davies hat, darf sich auch Saibari Hoffnungen auf einen Stammplatz machen. Serge Gnabry und Lennart Karl kommen nach ihren Muskelverletzungen gerade erst wieder zurück – und bei Musiala wird Kompany kein Risiko eingehen. Gut möglich, dass Saibari im Test beim 1. FC Heidenheim am Dienstag (18 Uhr) zum ersten Mal in der Startelf steht.

