Schweinsteiger-Zukunft: Manchester? München?

Der Poker um Bastian Schweinsteiger spitzt sich zu - der Transfer soll bereits fix sein: Bayerns Vizekapitän will womöglich mehr Geld. United legt ein Angebot vor. Die AZ erklärt, was für und gegen einen Abschied aus München spricht.
| J. Buhl, K. Hoppe
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Karl-Heinz-Rummenigge ehrt Bastian Schweinsteiger am 23. Mai anlässlich dessen 500. Einsatzes im Bayern-Trikot. Bekommt der Bayern-Kapitän bald seinen Abschiedsblumenstrauß?
Rauchensteiner/Augenklick Karl-Heinz-Rummenigge ehrt Bastian Schweinsteiger am 23. Mai anlässlich dessen 500. Einsatzes im Bayern-Trikot. Bekommt der Bayern-Kapitän bald seinen Abschiedsblumenstrauß?

München - Bastian Schweinsteiger trägt also auch das Bayern-Trikot der kommenden Spielzeit. Bislang allerdings nur auf einem Werbeplakat der neuen Dienstbekleidung der Bayern für Auswärtsspiele. Hinter den Kulissen spitzt sich der Krimi um den möglichen Abschied der Klub-Ikone vom FC Bayern weiter zu.

Medien: Schweinsteiger wechselt zu Manchester United

Der Vertrag in München läuft 2016 aus. Im privaten Umfeld heißt es, Schweinsteiger wünsche zukünftig eine Erhöhung seines Jahresgehalts, das bislang geschätzt zehn Millionen Euro beträgt. Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal würde ihm diesen Wunsch wohl erfüllen und will ihn um jeden Preis nach Manchester locken. Und zwar sofort. United hat Schweinsteiger deshalb ein konkretes Angebot vorgelegt.

Das Bayern-Urgestein steht vor der schwierigsten Entscheidung seiner Karriere. Es geht um Geld und auch um Liebe. München oder Manchester? Die AZ gibt Schweinsteiger eine Entscheidungshilfe: Pro und Contra.

Das spricht für den FC Bayern - Der Fußballgott am Gärtnerplatz

Bastian Schweinsteiger getrennt von München? Eigentlich undenkbar, auch wenn die anzeichen immer deutlicher werden. Schweinsteiger ist Münchner durch und durch, wuchs vor den Toren der Stadt auf und hat sie längst zu seiner gemacht. Im Gegensatz zu anderen Profis wohnt er im Zentrum, genießt das Großstadtflair und zeigt sich häufig etwa am Gärtnerplatz, gerne auch mal gemeinsam mit Teamkollege und Kumpel Holger Badstuber. Seine Familie wohnt in der Nähe, Bruder Tobias arbeitet jetzt als Co-Trainer der U17 beim FC Bayern. Auch mit dem Basketballteam der Münchner ist Schweinsteiger eng verbunden und mit einigen Profis gut befreundet.

Seit seinem 14. Lebensjahr spielt er für seinen Herzensverein, den FC Bayern. Als Identifikationsfigur hat er bei den Fans Heldenstatus erreicht, wird Fußballgott gerufen. Auch im Team genießt der Vizekapitän als emotionaler Leader Anerkennung, speziell für jüngere Spieler ist er wichtiger Ansprechpartner.

Schweinsteiger-Abgang? Bayern verliert mehr

Sein Wort hat bei den Verantwortlichen Gewicht, in der Hierarchie steht er weit oben. In Manchester müsste sich seinen Status neu erarbeiten.

Mit dem FC Bayern sammelte er etliche Titel: unter anderem Champions League, Klub-WM, Uefa-Cup. Neben sieben Pokalsiegen gewann er wie Oliver Kahn und Mehmet Scholl acht Meisterschaften. Mit einer weiteren wäre er alleiniger Rekordmeister beim Rekordmeister.

Die sportliche Perspektive spricht ohnehin ganz klar für einen Verbleib. Bayern stand zuletzt viermal in Folge im Halbfinale der Champions League, schaffte es zweimal ins Endspiel, gewann einmal den Titel. In der kommenden Saison gehören die Bayern mit Real Madrid und dem FC Barcelona wieder zu den Topfavoriten.

Das spricht für Manchester United - Wieder Chef und Weltmarke

Seit Freitagabend scheint der Transfer zu Manchester United nur noch Formsache zu sein. Laut "Bild" ist der Wechsel von Schweinsteiger auf die Insel bereits fix - lediglich die offizielle Bestätigung fehlt. Was würde also für den Vereinswechsel sprechen?

Niemand spricht seinen Nachnamen so lustig aus wie Manchester Uniteds Coach Louis van Gaal. „Swein-stei-ger“ sagte der Holländer in seiner Zeit als Bayern-Trainer ziemlich oft. Der war schließlich das unumstrittene Herzstück seiner Mannschaft. Van Gaal beorderte Schweinsteiger damals von der Außenbahn ins defensive Mittelfeldzentrum und vertraute ihm uneingeschränkt. Genau das vermisst Schweinsteiger bei Guardiola, der dort auf Xabi Alonso setzt. Mit Thiago, Martínez, Lahm, und Co. ist die Konkurrenz groß. In Manchester wäre er dagegen unumstritten, Blind, Carrick, Fellaini und Herrera müssten sich hinter ihm einordnen.

Ein Stammplatz und Spielpraxis sind im Hinblick auf die EM gewichtige Argumente für den DFB-Kapitän. Sein Vertrag in München läuft 2016 aus. Ein neuer Kontrakt in Manchester würde ihm Planungssicherheit geben – vielleicht sogar bis zur WM 2018.

Schweinsteiger: Zwei-Jahres-Vertrag bei ManUtd?

Den Traum von einem Engagement im Ausland hat Schweinsteiger schon länger – nun bietet sich möglicherweise eine letzte Chance, ihn sich bei einem Topklub zu erfüllen. Auf dem internationalen Markt ist United sogar präsenter als Bayern. Cristiano Ronaldo und David Beckham wurden über Manchester zur Weltmarke. Ein Gedanke, der auch Schweinsteiger gefallen dürfte. Mit Tennis-Beauty Ana Ivanovic an seiner Seite hätte er das Potenzial, als Glamour-Traumpaar von Manchester aus die Werbe-Welt zu erobern.

Auch sportlich hat Champions-League-Qualifikant United seinen Reiz. So könnte Schweinsteiger den Klub zum ersten Premier-League-Titel seit 2013 und weiteren ihm bisher unbekannten Trophäen führen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren