Olic erlöst die Zitter-Bayern: Endspiel in Turin!

Das dürftige 1:0 gegen Maccabi Haifa genügt Trainer van Gaal und seinem Krisenteam, um die Chance auf den Champions-League-Verbleib zu wahren. Hoeneß: „Das gibt sicherlich Hoffnung“
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Torjubel nach dem 1:0 von Ivica Olic
MIS Torjubel nach dem 1:0 von Ivica Olic

MÜNCHEN - Das dürftige 1:0 gegen Maccabi Haifa genügt Trainer van Gaal und seinem Krisenteam, um die Chance auf den Champions-League-Verbleib zu wahren. Hoeneß: „Das gibt sicherlich Hoffnung“

Es ist vollbracht! Der FC Bayern hat Maccabi Haifa 1:0 besiegt, Bordeaux hat Juventus 2:0 besiegt – und somit ist der Rekordmeister weiter im Rennen. Der FC Bayern hat sich sein kleines Endspiel erkämpft, kann sich die Entlassung von Trainer Louis van Gaal vorläufig ersparen, kann aus eigener Kraft das Champions-League-Achtelfinale erreichen – mit einem Sieg übernächste Woche bei Juventus Turin. „Das gibt sicherlich Hoffnung“, meinte Manager Uli Hoeneß zwei Tage vor seiner Wahl zum neuen Bayern-Präsidenten.

Tags zuvor hatte van Gaal seine schwierige Situation noch flapsig überspielt. „Viel Spaß beim Spiel“, hatte der Holländer gewünscht. Nun ja, wirklich schön war nur das Ergebnis. Immerhin setzte der Cheftrainer auf Offensive. Obwohl er den renitenten Luca Toni auf die Tribüne verbannt hatte, obwohl Miroslav Klose verletzt fehlte, starteten die Bayern mit zwei Stürmern. An der Seite von Mario Gomez durfte der erst kürzlich genesene Ivica Olic ran. Zudem erhielt der angriffslustigere Danijel Pranjic den Vorzug vor Anatolij Timoschtschuk.

Tatsächlich machten die Bayern von Beginn an Druck. Sie ersparten ihren Fans das sonst übliche Quergeschiebe – zumindest weitgehend. Schließlich ging es nicht nur darum, die letzte Chance aufs Weiterkommen zu wahren, nicht nur um den Arbeitsplatz des Cheftrainers, nicht nur darum, das erste Heimspiel-Tor in der laufenden Champions-League-Runde zu schießen, sondern wie Bayern-Präsident Franz Beckenbauer sagte: „Es geht ja für die Spieler auch um die Ehre.“ Und mit Maccabi Haifa gegen einen potenziellen Aufbaugegner, der vom Format her bestenfalls Mittelmaß in der Bundesliga darstellt und in nun fünf Champions-League-Partien nicht einen Treffer erzielt hat!

Ein paar Torchancen brachten die Bayern zu Wege gegen die biederen Israelis. Zweimal scheiterte der agile Gomez knapp: einmal von links nach Olic-Pass (17.), dann mit einem Fernschuss (24.). Danach hätten auch Holger Badstuber (29.) und Olic nach einem schönen Solo (33.) oder per Kopfball (45.) die Führung erzielen können. Doch wie sagt van Gaal selbst immer? „Fußball ist ein Torsport.“ Entsprechend reagierten die verärgerten Bayern-Anhänger. Trotz der Bemühungen gab es noch in der ersten Hälfte erste Sprechchöre gegen den Holländer – und für dessen beliebten Assistenten: „Hermann Gerland, Du bist der beste Mann!“ Bei Halbzeit folgte dann ein gellendes Pfeifkonzert. Oben auf der Ehrentribüne wurde energisch debattiert: Manager Uli Hoeneß diskutierte mit Bruder Dieter, dann mit Ex-Keeper Oliver Kahn.

Dann endlich, inmitten des eher planlosen Gekickes, die Erlösung, das kaum mehr für möglich gehaltene Wunder, die vorläufige Jobrettung für van Gaal, der drigend benötigte Stimmungsaufheller für die Jahreshauptversammlung am morgigen Freitag: Ivica Olic trifft zum 1:0. Keeper Davidovitch lässt einen Gomez-Schuss abprallen, und der Kroate verwertet den Abpraller aus neun Metern (62.).

Droben jubelten Ulikallefranz, unten ballte van Gaal die Faust, Olic umarmte Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt, die Fans in der Südkurve feierten und beschimpften die bald wieder pfeifenden Logen-Besucher: „Ihr könnt nur schimpfen und fressen!“

Abhaken – und auf ins Endspiel. jos/ps

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