Nübel-Berater in der AZ: "Alex muss irgendwann auf mehr Spiele kommen"

Torhütertalent Alexander Nübel tritt mit Bayern zum ersten Mal seit seinem Wechsel bei Ex-Klub Schalke an. Bislang hat er nur zweimal spielen dürfen. "Es ist ein Langzeitprojekt", sagt sein Berater in der AZ.
| Maximilian Koch
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
10  Kommentare Artikel empfehlen
Seit seinem Wechsel von Schalke zu Bayern durfte Alexander Nübel bislang zwei Partien bestreiten.
Seit seinem Wechsel von Schalke zu Bayern durfte Alexander Nübel bislang zwei Partien bestreiten. © firo/Augenklick

München - Die Begegnung mit dem Ex-Klub ist für Alexander Nübel (24) eine emotionale - auch wenn der Torhüter des FC Bayern das Gastspiel in der Arena auf Schalke am Sonntag (15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) aller Voraussicht nach 90 Minuten lang als Ersatzspieler erleben wird.

Nübel musste für Bayern-Wechsel viel Kritik einstecken

Von 2015 bis 2020 hütete Nübel, der in der Jugend des SC Paderborn ausgebildet wurde, das Tor der Königsblauen, stieg dort zum Stammkeeper und U21-Nationaltorwart auf. Nun kehrt er zurück. Es war lange Zeit eine Erfolgsgeschichte bei Nübel und Schalke, ehe der Keeper nach Bekanntgabe seines Bayern-Wechsels Anfang 2020 viel Kritik einstecken musste. Er verlor seinen Stammplatz - und wurde öffentlich von den Schalker Verantwortlichen kaum geschützt.

Nübels Aussichten beim FC Bayern sind nicht rosig

"Das letzte halbe Jahr auf Schalke war für Alex schwer, da ist von Vereinsseite auch nicht alles richtig gelaufen", sagt Nübels Berater Stefan Backs im Gespräch mit der AZ: "Trotzdem überwiegt die Vorfreude über das Wiedersehen. Alex leidet in der aktuellen Situation auch mit Schalke."

Nübel-Berater Stefan Backs.
Nübel-Berater Stefan Backs. © imago images/Krieger

Während S04 mit nur sieben Punkten im Tabellenkeller festhängt und dem Abstieg entgegentaumelt, rangieren Nübels Bayern an der Spitze. Hat der Keeper also die richtige Entscheidung gewählt, als er bei den Münchnern einen Vertrag bis 2025 unterzeichnete? Immerhin sind Nübels Aussichten, an Stammtorhüter Manuel Neuer (34), der weltweiten Nummer eins, vorbeizuziehen, mittelfristig nicht gerade rosig.

"Wir haben mit Bayern mehrere Szenarien durchgespielt"

Trainer Hansi Flick hat mehrmals klargestellt, dass Neuer unantastbar sei. In der Hinrunde setzte der Coach Nübel, dessen Verpflichtung von Sportvorstand Hasan Salihamidzic forciert und abgeschlossen wurde, nur in der ersten Pokalrunde gegen den 1. FC Düren (3:0) und im bedeutungslosen Champions-League-Spiel bei Atlético Madrid (1:1) ein, als Neuer mal pausieren wollte. Nübel spielte solide, leistete sich keine Fehler. Weitere Bewährungschancen, etwa im abschließenden Gruppenspiel der Königsklasse gegen Lokomotive Moskau, gestattete Flick dem Torhütertalent nicht.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Dabei hatte Nübel gegen Moskau "schon damit gerechnet, dass er zum Einsatz kommt", sagt Backs: "Aber Alex ist ein entspannter Typ, sein Vertrag in München läuft bis 2025. Wir haben mit Bayern mehrere Szenarien durchgespielt, wie die nächsten Jahre verlaufen können. Bayern ist ein Langzeitprojekt für Alex."

Backs: Was Nübel von Neuer lernen kann

Da Neuers Vertrag bis 2023 datiert ist und der Kapitän sich eine Verlängerung gut vorstellen kann, braucht Nübel viel Geduld. Vielleicht wird doch ein Leihgeschäft interessant - und vielleicht schon im Sommer. Denn ein Torhüter im Alter von 24 Jahren braucht Spielpraxis, um sich entwickeln zu können. Das sieht auch Backs so.

"Insgesamt fühlt sich Alex superwohl bei Bayern, ein kleines Manko gibt es natürlich: Er muss irgendwann auf mehr Spiele kommen", sagt der Berater in der AZ. So lange Neuer auf Topniveau spielt, wird dies aber schwer. Coach Flick lässt sich auch von angeblichen Einsatz-Versprechen für Nübel nicht beirren, er stellt einzig nach Leistung auf. "Ich kann nur Positives über Alexander Nübel sagen, er ist ganz feiner Mensch und hat eine enorme Qualität. Auf der Torhüterposition sind wir top besetzt", erklärte Flick vor der Schalke-Partie.

Spielen kann aber nur einer: Neuer. "Was Alex von Manuel Neuer lernt, ist vor allem die mentale Fokussierung", sagt Backs: "Auf den Punkt da zu sein, auch wenn man über 90 Minuten mal kaum gefordert wird: Das zeichnet Neuer besonders aus - und da will Alex auch hinkommen." Irgendwann.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 10  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
10 Kommentare
Artikel kommentieren