Nübel-Berater: 100-Millionen-Transfers gibt es vorerst nicht mehr

Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf den Transfermarkt. Die Preise werden fallen, die Gehälter der Profis auch. Das prophezeit Stefan Backs, der Berater von Alexander Nübel, im AZ-Interview.
| Maximilian Koch
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Berater von Bayerns Sommer-Neuzugang Alexander Nübel: Stefan Backs
imago images / Krieger Berater von Bayerns Sommer-Neuzugang Alexander Nübel: Stefan Backs

München - Stefan Backs berät mit seiner Agentur unter anderem den Bald-Bayern Alexander Nübel sowie auch den Löwen-Coach Michael Köllner. In der AZ spricht der ehemalige Sport-Journalist über die Auswirkungen des Coronavirus' auf das Fußball-Geschäft.

AZ: Herr Backs, Sie haben sich mit Ihrer Spielerberater-Agentur Siebert und Backs dazu entschieden, im Jahr 2020 auf 50 Prozent Ihrer Provisionen zu verzichten. Was hat Sie zu diesem Schritt veranlasst?
STEFAN BACKS: Man hinterfragt seine eigene Rolle im Fußballsystem und versucht, nun in der Corona-Krise Vereinen zu helfen, denen es nicht so gut geht. Ich habe ein großes Herz für die 3. Liga, zwei unserer Klienten, Michael Köllner beim TSV 1860 und Jens Härtel, haben als Trainer mit ihren Klubs finanziell schwer zu kämpfen. Deshalb wollen wir unseren Teil dazu beitragen, dass es in der 3. Liga und insgesamt im Fußball wieder aufwärts geht.

Backs: "Der Markt wird sich komplett verändern"

Erwarten Sie, dass sich auch Fußballstars, die Millionen Euro verdienen, beteiligen, um in der Krise Schwächere zu unterstützen?
Natürlich gibt es in diesem Geschäft viele Menschen, die sehr gut verdienen. Ich will da aber keinen Druck auf jemanden ausüben. Nicht alle Spieler verdienen in den Profiligen auf dem gleichen Niveau, es gibt erhebliche Unterschiede.

Was man nicht vergessen darf: Die meisten Profis verfügen über ein Gehaltssystem, das zu 50 Prozent aus Prämien besteht. Wenn nun Spiele über Monate wegfallen und damit auch die Prämien, verdienen diese Akteure deutlich weniger. Selbstverständlich können die bestbezahlten Spieler helfen, manche tun das ja auch schon. Jeder, der vom Fußballgeschäft profitiert, ist jetzt gefordert.

Welche direkten Auswirkungen wird die Corona-Krise auf Ihre Arbeit als Berater haben? Auch mit Blick auf künftige Transfers oder Vertragsverhandlungen?
Ich bin für den Transfer von Alexander Nübel zum FC Bayern ja sehr kritisiert worden, aber jetzt muss ich sagen, dass ich froh bin, den Wechsel so früh über die Bühne gebracht zu haben. Der Markt wird sich komplett verändern, da bin ich mir sicher. Transfers über 100 Millionen Euro wird es vorerst nicht mehr geben.

Backs prognostiziert: Niedrigere Profi-Gehälter, kleinere Kader

Müssen die Fußball-Profis beim Gehalt zukünftig Abstriche machen?
Auch bei den Gehältern erwarte ich deutliche Verschiebungen nach unten. Die Spieler werden weniger verdienen und die Kader sich insgesamt verkleinern. Es ist die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch der Fußball wird sehr stark darunter leiden.

Für wen wird es in den kommenden Wochen, Monaten, vielleicht sogar Jahren besonders kompliziert?
Die 2. und 3. Liga wird die Krise besonders hart treffen. Es gibt einige Vereine, die auf Kante genäht sind, die jetzt vor großen finanziellen Schwierigkeiten stehen. Deshalb hoffe ich, dass diesen Klubs geholfen wird.

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