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"Nicht alles lupenrein": Warum Musiala und Davies nach Champions-League-Comeback noch Zeit brauchen

Nach ihren Verletzungsrückschlägen durften Jamal Musiala und Alphonso Davies beim 2:1-Auswärtssieg im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid als Joker ran. Noch klappt bei den beiden nicht alles.
von  Patrick Strasser
Die langzeitverletzten Kumpels Musiala (li.) und Davies (re.) durften nach ihren Rückschlägen als Joker gegen Real Madrid ran.
Die langzeitverletzten Kumpels Musiala (li.) und Davies (re.) durften nach ihren Rückschlägen als Joker gegen Real Madrid ran. © IMAGO/DeFodi.de

Wie gut, nein – wie bärenstark diese Bayern aktuell sind, verdeutlichte beim 2:1-Erfolg im Bernabéu-Stadion eine doppelte Auswechslung. Beim Stand von 2:0 nahm Vincent Kompany Serge Gnabry und Konrad Laimer, die sich auf der Zehnerposition bzw. der linken Abwehrseite müde gelaufen hatten, vom Platz. Der Bayern-Trainer brachte Jamal Musiala (23) und Alphonso Davies (25) als 1:1-Ersatz.

Alphonso Davies (li.) und Jamal Musiala (2.v.l., verdeckt von Harry Kane) durften ab der 69. Minute mitwirken.
Alphonso Davies (li.) und Jamal Musiala (2.v.l., verdeckt von Harry Kane) durften ab der 69. Minute mitwirken. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

Nicht bei 100 Prozent, aber volles Trainer-Vertrauen

Und das, obwohl die beiden Kumpels nach ihren so schwerwiegenden, so langwierigen Verletzungen und den anschließenden Rückschlägen im Februar bzw. März noch lange nicht bei 100 Prozent sein können. Das muss man sich erst einmal leisten können. Bei Henkelpott-Rekordchampion Real Madrid. Im Bernabéu. In einem Champions-League-Viertelfinalhinspiel.

Kompany macht's. Weil er's kann. Weil er seinen Spielern das Vertrauen schenkt. Weil er weiß: Wenn nicht jetzt, wann dann? Und dann auch auf höchstem, europäischem Niveau. Nach der Einwechslung fiel die Leistung der Bayern-Elf etwas ab.

Fehlender Rhythmus macht sich bemerkbar

Davies, der an Ort und Stelle vor zwei Jahren, beim Halbfinal-Aus (1:2) ein famoses Tor zur Führung erzielt hatte, brachte sein Tempo mit ins Spiel. Richtig rund läuft es beim Kanadier nach zwei Muskelverletzungen noch nicht wieder. Das ist ebenso ersichtlich, wie die Tatsache, dass Spielmacher Musiala längst noch nicht der Alte ist.

Jamal Musiala (hier im Zweikampf mit Nationalmannschaftskollege Antonio Rüdiger) war der fehlende Rhythmus anzumerken.
Jamal Musiala (hier im Zweikampf mit Nationalmannschaftskollege Antonio Rüdiger) war der fehlende Rhythmus anzumerken. © IMAGO/Markus Ulmer

Mit seinen schlangenartigen Dribblings konnte er sich hier und da gegen die Real-Defensive durchsetzen, blieb jedoch öfters hängen und agierte unterm Strich unglücklich. Gerade gegen diese verwundbare und vor allem durch die unwiderstehlichen Flügelstürmer Michael Olise und Luis Díaz verwundete Abwehr hätte ein komplett fitter Musiala noch ein, zwei Tore draufgelegt.

Gegen St. Pauli stehen beide in der Startelf

Die Rückschläge drücken aufs Gemüt. Sportvorstand Max Eberl sprach bei Musiala von "Verklebungen im operierten Knöchel" und erklärte: "Es ist nicht alles lupenrein und jungfräulich, sondern auch operativ und angeschlagen. Das bedarf Zeit."

Ganz bewusst gibt Kompany den beiden Minuten, damit sie ihren Rhythmus finden und für noch wichtigere Spiele (dem Halbfinale der Königsklasse?) in Form kommen. Am Samstag beim FC St. Pauli werden Musiala und Davies in der Startelf stehen. Bei Vinnies Wiederaufbauprogramm. Und die WM im Sommer haben beide ebenfalls im Hinterkopf.

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