Neuer gegen ter Stegen: Das direkte Aufeinandertreffen der DFB-Rivalen

Mit Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen treffen am Freitag die besten deutschen Torhüter direkt aufeinander. "Manuel ist ter Stegen noch ein Stück voraus", sagt Karl-Heinz Rummenigge.
| Maximilian Koch Patrick Strasser
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Der Champions-League-Kracher des FC Bayern im Viertelfinale gegen den FC Barcelona ist auch das Duell der beiden deutschen Nationaltorhüter Manuel Neuer (l.) und Barcas Marc-André ter Stegen.
imago images Der Champions-League-Kracher des FC Bayern im Viertelfinale gegen den FC Barcelona ist auch das Duell der beiden deutschen Nationaltorhüter Manuel Neuer (l.) und Barcas Marc-André ter Stegen.

München - Für Karl-Heinz Rummenigge ist die Sache ja ganz klar: Der König der Torhüter trifft an diesem Freitag auf einen seiner Erben. Denn auf einem Niveau sieht Bayerns Vorstandsboss die beiden Keeper Manuel Neuer (34) und Marc-André ter Stegen (28) nicht.

"Deutschland kann sich glücklich schätzen, zwei Torhüter dieser Qualität zu haben. Das hat kein anderes Land zu bieten", sagt Rummenigge der AZ – um dann zu präzisieren: "Manuel ist ter Stegen noch immer ein Stück voraus. Er ist nach wie vor absolute Weltklasse, ter Stegen ist auf dem Weg, Weltklasse zu werden."

Pfaff: "Neuer ist für mich der beste Torhüter der Welt"

Beim FC Barcelona hört man das nicht gern. Dort wird ter Stegen, der "Messi mit Handschuhen", wie ihn die Medien tauften, als weltweite Nummer eins gesehen. Neuer oder ter Stegen? Wie passend, dass sich im Champions-League-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona in Lissabon (21 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) jeder Betrachter selbst ein Bild davon machen kann, wer aktuell der Stärkere ist.

Oder sogar der beste Torhüter überhaupt. Jean-Marie Pfaff hat sich schon entschieden. "Manuel Neuer ist für mich der beste Torhüter der Welt. Es gibt keinen Besseren", sagt der frühere Bayern-Keeper (1982-1988) und belgische Nationaltorwart: "Er kann das Spiel lesen, daher von hinten heraus dirigieren und Anweisungen geben." Ter Stegen sei, so Pfaff, "ebenfalls ein sehr guter Torwart, aber er spricht und dirigiert nicht so viel wie Neuer. Ich finde, er muss noch etwas mehr aus sich herausgehen. Zweifellos hat er auf der Linie sehr gute Reflexe, aber das reicht nicht aus, um auf Weltklasse-Niveau perfekt zu sein."

Köpke: Pflegen ein "professionelles Miteinander"

Neuer oder ter Stegen? Diese Frage beschäftigt auch die deutsche Nationalmannschaft seit Jahren. Wobei DFB-Kapitän Neuer weiter den Status als Stammkeeper innehat. "Beide gehören jedenfalls zur sehr, sehr exklusiven Gruppe der Besten der Welt", erklärt Bundestorwarttrainer und Ex-Nationalkeeper Andreas Köpke diplomatisch. "Im Moment zählen noch Jan Oblak von Atlético Madrid und Alisson Becker vom FC Liverpool dazu." 

Bei aller Rivalität würden Neuer und ter Stegen ein "professionelles Miteinander" pflegen, so Köpke weiter: "Beide sitzen auch mal zusammen am Tisch und trinken einen Kaffee." Schärfe war trotzdem drin in den vergangenen Jahren. Als ter Stegen öffentlich mal Ansprüche auf die Nummer eins im deutschen Tor stellte, gab es einen Rundumschlag aus München. Ter Stegen habe "überhaupt keinen Anspruch" auf diese Position, sagte Ehrenpräsident Uli Hoeneß etwa 2019 mit feuerrotem Kopf. "Neuer wird immer der Beste sein – da gibt es keine Diskussion."

Ter Stegen gewann das einzige Duell in der Champions League

Inzwischen hat sich die Diskussion wieder abgekühlt. Auch, weil Neuer seit dem Pokalfinale gegen RB Leipzig 2019 auf gewohntem Topniveau agiert. Zuvor hatte der frühere Welttorhüter Probleme aufgrund seiner Fußbrüche. "Nach dieser schwierigen Verletzung hat er sich unglaublich zurückgekämpft", sagt Rummenigge: "Dass wir so eine erfolgreiche Saison spielen, liegt auch ganz stark an Manuel Neuer."

Der Vertrag des Bayern-Kapitäns wurde nach einigen Unstimmigkeiten bis 2023 verlängert. Mindestens so lange wird sich Kronprinz Alexander Nübel (23) gedulden müssen, wenn Neuers Körper weiter mitmacht. In dieser Saison kassierte der Stammtorhüter in 48 Pflichtspielen 47 Gegentore, spielte 20 Mal zu Null. Ter Stegens Bilanz: 42 Gegentreffer in 45 Partien, 17 Mal hielt er seinen Kasten sauber. Ziemlich ausgeglichen.

In der Champions League liegt der Barça-Torhüter allerdings vorn. 2015 setzte sich ter Stegen im bisher einzigen Königsklassen-Duell der beiden Nationaltorhüter durch. 3:0 gewann Barça sein Heimspiel und zog nach dem 2:3 in München ins Endspiel ein. Die Katalanen gewannen schließlich gegen Juventus Turin (3:1) in Berlin auch den Henkelpott. Und diesmal? Was die Klasse der Torhüter angeht, ist Bayern gegen Barcelona ein vorgezogenes Finale. Es kann nur eine Nummer eins geben.

Lesen Sie hier: Der FC Bayern ist bereit für den Kampf mit Krieger Vidal

 

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