Neuer Bundesliga-Rekord: 15. Erfolg in Serie für Bayern-Trainer Flick

Der 3:1-Sieg über den SC Freiburg ist der 15. Erfolg in Serie für Trainer Hansi Flick mit seinen Bayern, damit überflügelt er die Bestmarken von Heynckes und Pal Csernai.
| Patrick Strasser
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"Jetzt hatten wir diese Begeisterung auf dem Platz und haben auch ausstrahlen können, wie viel Spaß es uns macht, uns gegenseitig zu unterstützen", erklärt Thomas Müller das Triple-Geheimnis des FC Bayern.
Andreas Gebert/dpa 2 "Jetzt hatten wir diese Begeisterung auf dem Platz und haben auch ausstrahlen können, wie viel Spaß es uns macht, uns gegenseitig zu unterstützen", erklärt Thomas Müller das Triple-Geheimnis des FC Bayern.
Robert Lewandowski brachte die Bayern vom Punkt in Führung.
Sven Hoppe/dpa 2 Robert Lewandowski brachte die Bayern vom Punkt in Führung.

München - Aller Anfang ist leicht. Ja, so war das für den FC Bayern an jenem 16. Februar diesen Jahres in Köln. Um eine Anleihe an das Karnevalslied der Kölner Kultband "Bläck Fööss" zu nehmen: Den Dom haben die Münchner tatsächlich in Kölle gelassen, den FC allerdings acht Tage vor Rosenmontag auseinandergenommen. 3:0-Führung nach zwölf Minuten, am Ende ein gnädiges 4:1. So begann Mitte Februar, als Corona noch ein rein asiatisches Problem zu sein schien, die unheimliche Serie von mittlerweile 14 weiteren Pflichtspiel-Erfolgen.

Flick übertrifft Bestmarken von Heynckes und Csernai

Das 3:1 am Samstag gegen Freiburg war Erfolg Nummer 15 in Serie für den alten, neuen und Immer-Wieder-Meister. Darunter mit dem 3:0 im Achtelfinalhinspiel beim FC Chelsea einer in der Champions League und drei im DFB-Pokal (4:3 gegen Hoffenheim, 1:0 im Viertelfinale beim FC Schalke und 2:1 im Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt). Macht zwölf in Serie in der Liga. Die 15 sind eine historische Bestmarke, das gelang seit Einführung der Bundesliga 1963 keinem anderen Team – besser gesagt: keinem anderen Bayern-Trainer.

"Jetzt hatten wir diese Begeisterung auf dem Platz und haben auch ausstrahlen können, wie viel Spaß es uns macht, uns gegenseitig zu unterstützen", erklärt Thomas Müller das Triple-Geheimnis des FC Bayern.
"Jetzt hatten wir diese Begeisterung auf dem Platz und haben auch ausstrahlen können, wie viel Spaß es uns macht, uns gegenseitig zu unterstützen", erklärt Thomas Müller das Triple-Geheimnis des FC Bayern. © Andreas Gebert/dpa

14 Pflichtspielsiege in Folge schafften der ungarische Coach Pal Csernai in der Saison 1980/81 zwischen August und Oktober sowie Jupp Heynckes, der väterliche Freund von Flick, in der Spielzeit 2017/18 von Dezember bis Februar. Auch wenn der aktuelle Meistertrainer erst eine Schale an seinem Revers hat, gilt zumindest für diese Statistik: Flick besser als Heynckes oder: Hansi größer Jupp. Und außerdem ist ja dieses Jahr sogar noch das Triple drin für die Bayern, was bisher erst einem in der Klubhistorie gelang: Jupp, dem Großen, im Jahre 2013.

"Es wird nichts anderes als Erfolg von uns verlangt"

"Wir haben noch einiges vor in dieser Saison. Wir wollen natürlich beim Zwischenziel DFB-Pokal erfolgreich sein", meinte Flick zwei Wochen vor dem Cup-Endspiel im Berliner Olympiastadion gegen Bayer Leverkusen. Man beachte die Wortwahl: Zwischenziel! "Und dann kommt nochmal ein Ziel, für das wir sehr fokussiert arbeiten müssen." Die Krone der Champions League wird ab August ausgespielt, die letzten Acht des Wettbewerbs treffen sich dann zum Showdown in Lissabon. Ähnlich forsch formulierte es Sportdirektor Hasan Salihamidzic: "Wir haben noch bis zum 23. August große Aufgaben und Ziele vor uns." Bis zum Tag des Endspiels in der Königsklasse dieser verlängerten (Corona-)Saison.

"Wir sind gierig, wollen weiter gierig bleiben", sagte Kapitän Thomas Müller, der den geschonten Torhüter Manuel Neuer vertrat. "Es ist nicht die Schale, für die wir spielen, sondern wir spielen, um am Ende oben zu stehen, um die Besten zu sein", sagte Müller nach seinem 350. Bundesliga-Spiel im Bayern-Trikot (als achter Profi erreichte er diese Marke).

Robert Lewandowski brachte die Bayern vom Punkt in Führung.
Robert Lewandowski brachte die Bayern vom Punkt in Führung. © Sven Hoppe/dpa

Kein anderer steht so sehr für die Mia-san-Mia-DNA des Rekordmeisters, der unter der Woche Titel Nummer 30, den achten hintereinander, eingefahren hatte. Also erläuterte der Oberbayer: "Das hat mit einem inneren Antrieb zu tun, der uns dazu berechtigt, beim FC Bayern zu spielen. Es wird nichts anderes als Erfolg von uns verlangt – und dem haben wir uns auch verschrieben."

100 Tore: Neuer Rekord im Visier

Für die Gier von 19 Erfolgen in 20 Pflichtspielen anno 2020 steht insbesondere Robert Lewandowski. Mit seinem Doppelpack beim 3:1 gegen Freiburg kommt der polnische Mittelstürmer nun auf 33 Tore (bei nur 30 Einsätzen) – was noch keinem ausländischen Spieler in der Liga zuvor gelang. Der bisherige Rekordhalter war Pierre-Emerick Aubameyang, der 2016/17 für Borussia Dortmund 31 Treffer erzielt hatte.

Die historische 40-Tore-Marke von Gerd Müller wird Lewandowski am letzten Spieltag beim VfL Wolfsburg wohl nicht erreichen, dafür nimmt die Mannschaft nach zwei freien Tagen den nächsten Meilenstein ins Visier: 100 Tore. Aktuell sind’s 96. Der Rekord liegt bei 101 Saison-Treffern, aufgestellt von den Bayern in der Saison 1971/72. Wäre doch gelacht. Oder, Rekord-Hansi?

Übrigens: Die DFL müsste RB Leipzig für das immer historischer werdende 0:0 eine Woche vor dem erwähnten Köln-Spiel einen speziellen Ehrenpokal oder -titel überreichen. Samt T-Shirts mit Aufdruck "Letzter Gegen-Bayern-Nicht-Verlierer!!!"

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