Nächster Bayern-Schock: Jetzt wackelt auch Olises Einsatz gegen Atlético

Das 2:2 gegen Dortmund beschert dem FC Bayern ein dreifach schauriges Halloween: Saibari fällt bis Februar, Gnabry wohl bis zur Winterpause aus. Zudem wackelt Olises Einsatz für den Atlético-Gipfel.
von  Patrick Strasser
Der FC Bayern trennt sich von Borussia Dortmund mit 2:2.
Der FC Bayern trennt sich von Borussia Dortmund mit 2:2. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Wer am Samstagabend in München mit Bus und Bahn unterwegs war, musste Schlimmes mitansehen: Schwerverletzte, blutüberströmte Menschen, Zombies. Wobei es sich glücklicherweise nicht um Bayern-Profis handelte, die nach dem 2:2 gegen Borussia Dortmund den Heimweg antraten, sondern ums bunt-gruselige Halloween-Partyvolk.

Echten Horror hatten die Münchner während des Spiels in der Allianz Arena erlebt und am Sonntagvormittag bei den abschließenden, ärztlichen Untersuchungen der verletzten Profis Ismael Saibari und Serge Gnabry. Beide werden dem FC Bayern "vorerst fehlen", gab der Rekordmeister bekannt. Von Michael Olise (24), der mit sichtbaren Schmerzen ebenfalls kurz vor Spielende ausgewechselt werden musste, war in der Stellungnahme keine Rede. Beim Franzosen, gesetzt als Rechtsaußen, besteht die Hoffnung, dass er rechtzeitig für das Champions-League-Spiel am Dienstag bei Atlético Madrid (21 Uhr, Prime Video) fit wird. Mehr als eine Hoffnung ist es jedoch nicht.

Saibari fällt mindestens drei Monate aus

Und im Zweifel soll Olise verzichten, damit es nicht noch schlimmer wird. Schließlich ist Atlético samt Trainer Diego Simeone auf dem Platz nicht gerade für kuschlige Verbrüderungsszenen bekannt.

Den Sommer-Neuzugang Saibari, Pechvogel Nummer eins, hat es richtig erwischt. Der Marokkaner erlitt gegen den BVB einen Riss der Syndesmose im rechten Sprunggelenk und wurde bereits erfolgreich operiert. Damit fällt der 25-jährige Offensivallrounder, bislang mit 14 Pflichtspielen (drei Tore, vier Vorlagen), nach AZ-Informationen für mindestens drei Monate aus. Heißt: Comeback erst im Februar, zurück zur Top-Form wohl erst im März – für Saibari und die Bayern hoffentlich zur Crunch-Time.

Der nächste Rückschlag für Gnabry

Dauer-Pechvogel Gnabry erlitt nach Klubangaben eine Muskelverletzung im hinteren linken Oberschenkel und wird vier bis sechs Wochen fehlen. Wahrscheinlich bedeutet das: Aus bis zur Winterpause. Ab April hatte der 31-Jährige wegen eines schwerwiegenden Adduktoren-Abrisses die Schlussphase der vergangenen Saison sowie die sichere WM-Teilnahme im Kader des damaligen Bundestrainers Julian Nagelsmann verpasst. Nun der nächste Rückschlag für den ebenfalls flexibel in der Offensive einzusetzenden Profi.

Beim 2:2 gegen Dortmund begann Gnabry auf Linksaußen, sein erst siebter Saisoneinsatz, der vierte von Beginn an. Weil Stamm-Linksaußen Luis Díaz (29) wegen eines kleinen Muskelbündelrisses an der linken Oberschenkelrückseite bis weit in den November hinein ausfällt und auch Spielmacher Jamal Musiala (23) nach seinem Muskelfaserriss, erlitten bereits zum Herbstanfang im September, weiterhin in seiner Reha feststeckt, waren es Saibari und Gnabry, die aushalfen. Und liegen nun darnieder.

"Fühlt sich schon ein bisschen heftig an, was um uns herum passiert"

"Ehrlicherweise fühlt sich das schon ein bisschen heftig an, was um uns herum passiert", meinte Sportvorstand Max Eberl, "wir müssen gerade sehr resilient sein, die Mannschaft ist das bisher. In einer unglaublichen Art und Weise." Das 2:2 gegen den BVB brachte wenig Süßes, viel Saures.

Fällt Olise gegen Atlético aus, fehlen den Münchnern von insgesamt sieben Offensivspielern fünf – fit sind lediglich Harry Kane, der frisch gekürte Weltfußballer, und Lennart Karl, der Teenager. Der 18-jährige Rechtsaußen, um dessen Form und Beurteilung ein Disput zwischen seinem Berater Michael Ballack und Bayerns Sportvorstand Eberl entbrannt ist, muss in den nächsten Wochen liefern.

Davies und Brown starten wohl in der Offensive gegen Atlético

Auch Tim Binder (19), der im DFB-Pokal gegen Magdeburg zu seinem Profi-Debüt kam, rückt nun dauerhaft in den Kader, ist aber noch keine Startelf-Alternative. In der hitzigen Atmosphäre des Atlético-Stadions "Riyadh Air Metropolitano" dürften wohl Alphonso Davies als Linksaußen und Nathaniel Brown als Spielmacher auf der Zehn anfangen. Für Olise stünde Karl bereit.

Und weitergedacht? Was passiert, wenn noch mehr passiert? Schlagen die Münchner entgegen ihren bisherigen Absichten im Winter-Transferfenster Januar zu? "Man sollte nicht zu verfrüht über solche Themen sprechen", sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bei Sky.

Doch die Saisonziele gefährden, das will man auch nicht. Geld, auch dank des Viessmann-Deals in Höhe von 250 Millionen Euro, wäre da.

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