Mutmacher für Bayern-Sorgenkind: Bundestrainer Klopp meldet sich bei Musiala

Bis zu seinem Comeback muss sich Jamal Musiala noch etwas gedulden. Unterstützung erhält der Offensiv-Star genug – nicht nur vom FC Bayern, sondern auch von Bundestrainer Jürgen Klopp.
Patrick Strasser |
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Jamal Musiala ist aktuell das Sorgenkind beim FC Bayern.
Jamal Musiala ist aktuell das Sorgenkind beim FC Bayern. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Natürlich stand das nicht im Drehbuch. Kann ja keiner ahnen, niemand planen. Nun jedoch erfährt die Dokumentation, die nach AZ-Informationen schon seit Anfang des Jahres über Jamal Musiala gedreht wird, eine besondere Note. Ein Kamerateam begleitet den Bayern-Star so nah wie möglich, ist auch auf Champions-League-Reisen dabei. Exklusive Interviews inklusive. Man darf gespannt sein, inwieweit der seit der vergangenen Saison aufgetretene Krankheitsverlauf in der Musiala-Doku thematisiert wird.

Nach der turbulenten Woche, als aufgrund einer neurologischen Dysfunktion und der leicht veränderten Medikation temporär auftretende Absencen aufgetreten waren, hatte der FC Bayern seinem Sorgenkind Ruhe verordnet. Individuelles Training an der Säbener Straße anstatt der neugierigen Augen der Öffentlichkeit beim Supercup am Samstag in Dortmund ausgesetzt zu sein. Noch wurde der 23-Jährige nach den beiden Zusammenbrüchen auf dem Platz in zwei Testspielen nicht wieder ins Teamtraining integriert. Erneute, neurologische Untersuchungen bei Spezialisten stehen auf dem Plan. Sowie Ruhe und Geduld.

Kehrt Musiala gegen Schalke wieder auf den Platz zurück?

Auch das zunächst avisierte Comeback beim Bundesliga-Auftakt diesen Freitag in der Allianz Arena gegen den VfB Stuttgart (20.30 Uhr, Sky und Sat.1) kommt für Musiala zu früh. Womöglich ist eine Rückkehr Musialas in den Spielbetrieb am 5. September, wenn die Bayern zum Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 antreten, viel schlauer.

Denn dann werden in der Schalker Arena alle Augen auf Manuel Neuer, den gebürtigen Gelsenkirchener, gerichtet sein, der erstmals seit dem 12. November 2022 (Bayern siegte 2:0) wieder in seiner ehemaligen Heimat auflaufen wird. Wohl zum letzten Mal vor seinem Karriereende im Sommer 2027.

Und weil Musiala noch viele, viele Spielzeiten vor sich hat, machen ihm die Verantwortlichen momentan keinerlei Druck. Nur die Ruhe! Nachdem die Medikation nach einer zwischenzeitlichen Reduzierung zuletzt wieder hochgefahren wurde, dauert es, bis sich sein Körper an die neue, alte Dosis gewöhnt. Bis dahin gilt intern die – bewusst vorsichtig – gewählte Salami-Taktik. Keine Angaben über einen mittel- bis langfristigen Ausfall, es wird Spiel für Spiel entschieden, ob eine Reintegration in den Kader sinnvoll ist.

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Das Musiala-Schicksal bewegt den kompletten Verein

Schließlich bewegt das Schicksal des an der Säbener Straße von allen geschätzten Spielmachers den gesamten Verein. "Er ist unser Bambi", sagte Abwehrchef Jonathan Tah vor ein paar Monaten liebevoll. Dessen Fall sei "ein Drama, speziell für den Jamal", das ihn "vom Hocker gehauen" habe, gestand Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Der 74-Jährige erklärte letzte Woche im Interview mit RTL/Sky, es sei "ein Problem, in erster Linie natürlich für den Menschen Jamal. Wirklich, ich gehe mit dem Gedanken ins Bett und wache mit dem Gedanken an ihn auf".

Die beste Unterstützung? Rückendeckung und ein Wohlfühlklima bei der Genesung. Für den Münchner Patienten, Everybody’s Darling. Jamal gefällt das.

Musiala erhielt wohl Mutmacher-Anruf von Bundestrainer Klopp

Nicht nur Hoeneß, auch Chefcoach Kompany kümmert sich in Vier-Augen-Gesprächen intensiv um den erkrankten Musiala. Laut "Sport Bild" rief der neue Bundestrainer Jürgen Klopp (59) letzte Woche den Offensivspieler an, erkundigte sich nach dessen Gesundheitszustand und sicherte ihm seine volle Unterstützung. Ein Mutmacher. Denn Musiala soll auch dann ein wichtiger Baustein in der reformierten Nationalelf sein, falls er den Nations-League-Viererpack Ende September/Anfang Oktober mit den Duellen gegen die Niederlande, Griechenland (Heim- und Auswärtsspiel) sowie Serbien verpassen sollte. Ist ja noch keine EM-Qualifikation, 2027 steht kein Turnier an.

Hochkarätig besetzte Tribüne: Bundeskanzler Friedrich Merz (l), Ligapräsident Hans-Joachim Watzke (M) und Bundestrainer Jürgen Klopp.
Hochkarätig besetzte Tribüne: Bundeskanzler Friedrich Merz (l), Ligapräsident Hans-Joachim Watzke (M) und Bundestrainer Jürgen Klopp. © Federico Gambarini/dpa

So sehen es auch die Bayern-Verantwortlichen. Lieber jetzt mit der Situation umgehen, den "Alltag" (Sportvorstand Max Eberl) der Erkrankung weiter begleiten und daraus lernen - als im Frühjahr. Damit Musiala zur Crunchtime, wenn es ab Februar/März um die Titel geht, wieder völlig unbelastet aufzaubern kann.

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