Moskau als gutes Omen: Bayerns Trip nach Russland

Der FC Bayern trifft erst zum zweiten Mal in seiner Europacup-Historie auf Hauptstadtklub Lokomotive. 1995/96 folgte anschließend der Uefa-Cup-Triumph.
| Maximilian Koch
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Bayern-Trainer Hansi Flick muss aufgrund der vielen englischen Wochen reichlich rotieren.
Bayern-Trainer Hansi Flick muss aufgrund der vielen englischen Wochen reichlich rotieren. © Stefan Matzke/sampics/Augenklick

München/Moskau - Nur sechs Kilometer sind es vom Mannschaftshotel "Hyatt Regency Moscow Petrovsky Park" bis zum Kreml und dem Roten Platz, doch von den Sehenswürdigkeiten der russischen Hauptstadt werden die Bayern-Stars bei diesem Kurztrip zum Champions-League-Spiel bei Lokomotive Moskau (18.55 Uhr/DAZN und im AZ-Liveticker) nichts mitbekommen. Corona diktiert derzeit alles - auch die Reiseplanung der Münchner.

Am Montagnachmittag ging es für die Mannschaft von Trainer Hansi Flick im Privatflieger nach Moskau und anschließend direkt in die Unterkunft. Das Abschlusstraining hatte Bayern zuvor noch an der Säbener Straße absolviert. Im Anschluss an die Partie fliegt das Team noch am Dienstagabend zurück nach München. Geplante Ankunft dank einer Sondergenehmigung: Mittwoch früh um 2.15 Uhr.

"Wir schauen, dass wir möglichst schnell hin und möglichst schnell wieder zurückkommen, weil das mit zur Belastung gehört", erklärte Flick vor dem Abflug.

Bayerns 36-Stunden-Quickie in die russische Metropole

Die Mission ist klar: Nach dem 4:0-Erfolg gegen Atlético Madrid soll der nächste Erfolg her, um Kurs aufs Achtelfinale zu nehmen. "Die Art und Weise, wie die Mannschaft gerade Fußball spielt, ist toll, das ist auch Mentalitätssache", sagte der Bayern-Coach. Und Thomas Müller freute sich, "dass unser Wettbewerb wieder ansteht. Wir wollen den Flow nach der Länderspielpause fortsetzen. Wir fühlen uns sehr, sehr stark."

Klare Sache im Jahr 1995: Die Bayern um Scholl (2.v.l.) und Klinsmann (l.) gewinnen bei Lok Moskau mit 5:0.
Klare Sache im Jahr 1995: Die Bayern um Scholl (2.v.l.) und Klinsmann (l.) gewinnen bei Lok Moskau mit 5:0. © Achim Scheidemann/dpa

Für die Münchner geht es nebenbei auch darum, ihren eigenen Rekord auszubauen: Zwölf Siege in Folge gab es seit dem Beginn der Gruppenphase 2019/20, das ist noch keiner Mannschaft zuvor in der Königsklasse gelungen.

"Wir wollen glänzen, miteinander spielen"

Knackt Flicks Elf die 13 und setzt ihre famose Serie fort? Es spricht viel dafür - nicht nur die Gala-Form von Torjäger Robert Lewandowski, der in dieser Saison schon wieder zehnmal geknipst hat. "Die Mannschaft hat es gut drin, zu wissen, wann sie gefordert ist, wann sie Leistung bringen muss", sagte Flick. "Sie ist sehr fokussiert."

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Während der Bayern-Trainer pflichtbewusst vor Lokomotive warnte ("Eine der beständigsten Mannschaften in der russischen Liga. Sie haben sehr wenige Tore kassiert"), brachte Müller das ganze Selbstvertrauen des Quintuple-Champions zum Ausdruck. "Wir müssen uns nicht quälen, um Fußball zu spielen", sagte er: "Es macht ja Spaß, die Motivation ist von selbst da. Wir wollen glänzen, miteinander spielen. Aktuell ist es nicht sehr schwierig, aufeinander einzugehen. Wir haben im Jahr 2020 sensationell Fußball gespielt."

"Ich traue uns den Titel wieder absolut zu"

Was ebenfalls für Bayern spricht: In der Europacup-Historie war Moskau stets ein gutes Omen. Das einzige Aufeinandertreffen mit Eisenbahnklub Lokomotive fand in der Saison 1995/96 statt, damals in der ersten Uefa-Cup-Runde. Nach einer 0:1-Heimniederlage gewann Bayern auswärts mit 5:0 (Torschützen: 2 x Jürgen Klinsmann, Mehmet Scholl, Andreas Herzog, Thomas Strunz) - und am Ende der Spielzeit auch den Pott. Bei insgesamt 14 Spielen gegen Klubs aus Moskau holte Bayern neun Siege, eine Niederlage gab es noch nie.

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Ob der Weg auch diesmal über Moskau zu einem europäischen Titel führt, zum zweiten Champions-League-Triumph nacheinander? "Die Motivation ist, dass ganz Fußball-Europa auf uns schaut und sagt: Woah!", erklärte Müller: "Ich traue uns den Titel wieder absolut zu."

Corona-Angst begleite ihn übrigens nicht auf der Russland-Reise, sagte Müller weiter: "Wir bewegen uns im Fußball in einer Blase. Wir sehen außer dem Flughafen und dem Bus nur das Mannschaftshotel und den grünen Rasen. Ich wüsste nicht, wo da für uns als Mannschaft eine Gefahr lauern sollte. Dementsprechend sehe ich das unbedenklich." Es soll aus Bayern-Sicht ein möglichst stressfreier Kurztrip ins ominöse Moskau werden - auf allen Ebenen.

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