Meister ohne Feier

Sie haben sich gegen Stuttgart praktisch zur Meisterschaft geschossen. Manager Uli Hoeneß hatte den Bayern eine Sause angeboten. Warum die Stars lieber absagten.
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Auf die Titelsause verzichteten die Bayern noch, den Stuttgart-Sieg feierten sie aber mit ihren Fans. Wie hier Schweinsteiger, van Buyten, Rensing, Ottl, Lell und Toni (v.l.).
az Auf die Titelsause verzichteten die Bayern noch, den Stuttgart-Sieg feierten sie aber mit ihren Fans. Wie hier Schweinsteiger, van Buyten, Rensing, Ottl, Lell und Toni (v.l.).

MÜNCHEN - Sie haben sich gegen Stuttgart praktisch zur Meisterschaft geschossen. Manager Uli Hoeneß hatte den Bayern eine Sause angeboten. Warum die Stars lieber absagten.

Das Schleiferl legte er gleich wieder ab. An den rechten Platz. Zwar war Bastian Schweinsteiger beim 4:1 gegen Stuttgart immerhin 33 Minuten lang Bayern-Kapitän gewesen. Aber als er hinterher in die Kabine kam, reichte er die weiße Binde mit dem schwarzen „C“ darauf sofort weiter.

„Ich sitze ja neben Oliver Kahn in der Kabine, habe da meinen Spind", sagte Schweinsteiger (23), „es ist seine Binde.“ Und Schweinsteiger war als Mannschaftsführer ja nur eine Verlegenheitslösung. Weil Kahn und Lucio am Sonntag pausierten, reichte Ersatz-Kapitän Willy Sagnol die Binde bei seiner Auswechslung kurzerhand an Schweinsteiger weiter.

Ein Witzchen in der Kabine

Das reichte, um hinterher ein Witzchen darüber zu machen. Schweinsteiger: „Ich habe in der Kabine nach Abpfiff gesagt: ,Seht her, ich habe uns zum Titel geführt.' Da haben sie gesagt, ich soll mal schön langsam machen."

So wie es alle machten. Die Bayern-Stars ließen es ziemlich ruhig angehen. Sie hatten sich zwar zur Meisterschaft geschossen, wie Präsident Franz Beckenbauer erklärte: „Der Titel ist sicher, zwölf Punkte und ein Riesenvorsprung im Torverhältnis (+ 20 gegenüber Werder Bremen, d.Red.) - was soll da noch passieren?“ Aber die Sause fiel aus. So hatten sich die Spieler das alle miteinander vorgenommen. Meister ohne Feier.

Konzentration auf St. Petersbrug

Manager Uli Hoeneß erklärte, was schon vor dem Stuttgart-Spiel passiert war: „Wir haben die Mannschaft gefragt, ob sie feiern will, wenn die Meisterschaft perfekt ist.“ Alles sei schon bestellt gewesen, dann aber abgesagt worden. Weil das Team dankend abgelehnt hatte. Mit Blick auf St. Petersburg. Aufs schwere Halbfinal-Rückspiel im Uefa-Pokal am Donnerstag (18.30 MEZ, Sat.1 und Premiere live) in Russland. Das Hinspiel endete 1:1.

Hoeneß: „Unsere Spieler haben gesagt: Wir wollen uns auf St. Petersburg konzentrieren. Das hat mir sehr gefallen, das spricht für den Charakter der Mannschaft. Die Chancen in Petersburg stehen 50:50. Die Moral in dieser Truppe ist in Takt, das wird möglicherweise Berge versetzen.“ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge befand nach dem 4:1: „Es ist gar nicht so schlecht, dass wir noch nicht Meister sind. Da müssen wir heute nicht unbedingt feiern, können uns schon auf St. Petersburg vorbereiten.“

Wenigstens Hoeneß kündigte am Sonntagabend an, er werde sich ein Gläschen Rotwein genehmigen. In Kürze soll er Gesellschaft bekommen. „Wir werden’s bald umso heftiger krachen lassen“, sagte Verteidiger Marcell Jansen. Dann als Meister. Und wieder mit Kahn als Kapitän.

chp, ps

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