"Meine Seele schmerzt": Demichelis nimmt in der AZ Abschied von Maradona

Ex-Bayern-Star Martin Demichelis nimmt in der AZ Abschied von Diego Maradona. Sein früherer Nationaltrainer habe "mit einem simplen Ball ein ganzes Land verändert". Argentinien weint.
| Maximilian Koch
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2010 im WM-Viertelfinale: Maradona (r.) und Demichelis.
2010 im WM-Viertelfinale: Maradona (r.) und Demichelis. © imago

München - Martin Demichelis (39) lernte Diego Maradona so nah kennen wie wenige andere Menschen. Der frühere Spieler und heutige Trainer der U19-Mannschaft des FC Bayern gehörte zum Team der argentinischen Nationalmannschaft, als sie vom großen Diego trainiert wurde. Von 2008 bis 2010 war das - mit dem Tiefpunkt bei der WM 2010, dem 0:4 im Viertelfinale gegen das deutsche Team um Thomas Müller.

"Es fällt mir sehr schwer, Worte zu finden"

Demichelis hat den Fußball-Liebhaber, den Fachmann Maradona erlebt, aber vor allem auch den Menschen Diego. Deshalb traf ihn der Tod seines Freundes hart.

"Es fällt mir sehr schwer, Worte zu finden. Seitdem ich am Mittwoch diese Nachricht erhalten habe, bin ich voller Trauer", sagt Demichelis in der AZ: "Diego war für mich sowie für Millionen von Argentiniern ein wahrhaftiges Idol." Ein Idol, das nun fehlt. Das aber in den Herzen seiner Landsleute weiterleben wird.

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Am Donnerstag wurde im Regierungspalast in der Hauptstadt Buenos Aires Maradonas Leichnam aufgebahrt. Tausende Menschen standen schon vor Sonnenaufgang Schlange, um Abschied von ihrem Helden nehmen zu können. Familienangehörige und enge Freunde waren bereits vorher in die Casa Rosada eingelassen worden.

Dort, in der Casa Rosada, ist Maradonas Sarg aufgebahrt - mit Argentinien-Flagge und dem Trikot mit der Nummer 10.
Dort, in der Casa Rosada, ist Maradonas Sarg aufgebahrt - mit Argentinien-Flagge und dem Trikot mit der Nummer 10. © dpa

Regierung rechnet mit bis zu einer Millionen Trauergästen

Als sich am frühen Morgen die Pforten öffneten, zogen die Fans am Sarg vorbei, der mit einer argentinischen Fahne bedeckt war. Die letzte Ehre für Maradona. Viele weinten, andere warfen Trikots mit der Nummer 10 über die Absperrung. "Gracias Diego, gracias!", schrie ein Mann unter Tränen, als er an dem Sarg vorbeiging. Die Regierung rechnete mit bis zu einer Millionen Trauergästen, Staatschef Alberto Fernández hatte eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

Großer Andrang in Buenos Aires: Fans wollen in den Regierungspalast gelangen, um Abschied von Maradona zu nehmen.
Großer Andrang in Buenos Aires: Fans wollen in den Regierungspalast gelangen, um Abschied von Maradona zu nehmen. © dpa

Auch Demichelis braucht Zeit, um Maradonas Tod zu verarbeiten. "Mit einem simplen Ball hat er ein ganzes Land verändert und geprägt", sagt der ehemalige Bayern-Verteidiger: "Diego war ein unvergleichlicher Anführer. Ich habe nie gesehen, dass ein anderer Mensch die Welt so in seinen Bann gezogen hat wie er. Es gibt einen Satz eines argentinischen Schriftstellers, der es perfekt zusammenfasst: Es ist mir egal, was Diego mit seinem Leben gemacht hat, aber was er mit meinem gemacht hat, ist wichtig."

"Heute schmerzt meine Seele"

Maradonas Wirken hat Demichelis tief berührt - wie Millionen andere Argentinier und Fußballfans weltweit. "Heute schmerzt meine Seele und Traurigkeit dringt in mich ein, ein Teil des Fußballs ist gestorben, ein Teil unserer Leidenschaft", erklärt Demichelis weiter in der AZ und ergänzt: "Ich hoffe, er kann in Frieden ruhen. Obwohl Diego ewig ist, werden wir ihn für immer vermissen."

Abschließend wird Martin Demichelis dann noch einmal sehr persönlich. "Für Argentinier ist die Umarmung sehr repräsentativ", sagt er, "aber wenn Diego jemanden umarmte, fühlte es sich echt an. Deshalb von meiner Seite eine echte Umarmung und vor allem: DANKE."

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